
Sein Vater verlangte von der Mutter, sie sollte, damit sie nicht auffallen, in der Öffentlichkeit ihre Muttersprache, das Mandarin, nicht sprechen und schimpfte die Kinder aus, wenn sie es doch taten. Er wollte, dass sie Amerikaner werden. Aber recht schnell begriff Peter Mui, dass er trotz aller Bemühungen seines Vaters, seine chinesischen Wurzeln sich nicht verleugnen lassen, dass er anders ist und, dass dieses Anderssein nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss. Als er dann 2004 das Label gründete und ihn "YellowMan" nannte, erscheint das wie eine Provokation.
Die Idee für das Label entstand während seiner Reisen nach Malaysia, China und Hongkong. Auf der Suche nach seiner familiären und kulturellen Wurzeln begegnet er auch den Tattootraditionen dieser Regionen und knüpft Kontakte zu Textilproduzenten. Er investierte alles, was er besaß in die Gründung der Firma und begab sich über zehn Jahre lang immer wieder auf Reisen zu den weltbesten Tätowierern, um sie zu bitten, für ihn die Designs zu machen. So entstand eine umfangreiche Musterbibliothek, die Tattoostile von Irezumi, über Tribals der Maori, traditionelle amerikanische Stile, Biomechanik oder Tattoomotive der buddhistischen Mönche umspannt und Entwürfe von Filip Leu, Horiyoshi III, Horimoto, Shige, Aaron Bell, Robert Hernandez oder Jason Schroeder beinhaltet... um nur ein paar Namen zu nennen.
Peter Mui sieht Tätowierung und Tattookunst als Mittel, das befähigt ist, eine interkulturelle Gesinnung zu transportieren. Die Hauptprämisse seiner Kollektion ist, dass Hautfarbe niemals ein Grund für soziale Ausgrenzung sein darf. Es ist das größte Organ des menschlichen Körpers, das lebenslang unsere Identität mitdefiniert und ihre Zeichen trägt. Und wie immer es auch ist, es ist immer schön, so Peter Mui.
Die Shirts von YellowMan sind eine Art Wechselhaut. Das feine Mesh–Gewebe lässt die eigene Haut durchscheinen. Verziert mit echten Tattoomotiven sind sie so was wie Bodysuits auf Zeit. Bei der Platzierung der Druckmotive und dem Zuschnitt wird darauf sorgsam geachtet, dass sie den Intentionen der Tätowierer entsprechen und an die Körperkonturen angepasst werden. So unterscheiden sich die Motive der Männer- und der Frauenkollektion, weil sie eben auch geschlechtsspezifisch von den Künstlern entworfen werden. Das Gewebe ist aus technischer Faser gewirkt worden und so gewählt, dass die Shirts sowohl unter einem Sakko als auch beim Sport getragen werden können.
Mit dem Auftritt auf der Premium in Berlin ist ein Auftakt getan worden, den YellowMan in Europa bekannt zu machen. Wir freuen uns, davon berichten zu dürfen und hoffen auf baldiges Wiedersehen auch auf den europäischen Conventions.
text: agata
fotos: yellowman
www.yellowman.com