Tomasz "Tofi" Torfinski
Art-Line in Rybnik
26.02.08
Wie lange tätowierst Du? Wann und wo hast Du angefangen zu tätowieren?
Ich tätowiere seit ungefähr sechs Jahren. Von Anfang an war ich mit dem Tattoostudio Art-Line in Rybnik verbunden. Sein Gründer und Besitzer, Tomasz Gaca, brachte mir alles bei, was notwendig ist, damit ich die Tätowiermaschine frei und selbstverständlich benutze. Ich habe recht früh angefangen, im Studio mitzuarbeiten. Zuerst habe ich nur gezeichnet und schaute von der "Küche" aus wie das Tätowieren vor sich geht... Das hat mir erlaubt, mich an die Geräte und die Abläufe bei der Vorbereitung der Geräte fürs Tätowieren, beim Abpausen der Muster und all den anderen Sachen vertraut zu machen.
Warum hast Du angefangen zu tätowieren?
Gute Frage. Im Grunde genommen gibt es keine Antwort darauf. Erst gegen Ende des Gymnasiums habe ich begonnen, zu zeichnen und hatte ich auch keine Pläne was Tätowieren angeht. Gegen Ende des Gymnasiums habe ich mir auch mein erstes Tattoo stechen lassen und bei der Gelegenheit lernte ich Tomasz kennen. Nach einer Weile wurde er zu meinem Chef und ich zu seinem Schüler. Da bin ich auch zum ersten Mal mit Tattoo in Berührung gekommen und dachte mir, es ist ein so interessantes Feld, das einem erlaubt, sich ständig weiter zu entwickeln, und, dass ich mich darin ausprobieren möchte. Mir war aber zugleich bewusst, dass ein Tätowierer muss zeichnen können. Darum habe ich mich für ein Studium an der Kunstabteilung der Schlesischen Universität in Teschen (Cieszyn) beworben, wurde genommen und nach dem ersten Studienjahr habe ich begonnen, im Studio zu arbeiten. Vor zwei Jahren habe ich das Kunststudium mit Diplom abgeschlossen.
Was ist Dein Stil oder in welchem Stil arbeitest Du am liebsten?
Mit dem Stil verhält sich unterschiedlich, als ob er sich in Perioden unterteilen würde. Anfangs hatte ich keinen eigenen Stil. Während man die Grundtechnik erlernt, muss man sich an allem ausprobieren, angefangen mit chinesischen Zeichnen bis hin zu schattierten Tattoos. Erst später bildet sich ein besonderer Stil aus, in dem sich der einzelne Tätowierer am wohlsten fühlt. Ich persönlich fühlte mich von Anfang an am wohlsten in der schattierten schwarz-weiß Tätowierung, weil sie exakt mit der Leichtigkeit der Benutzung eines Bleistifts auf dem Papier vergleichbar ist. Und so ist es bis heute geblieben. Die schattierten Arbeiten fallen mir leichtesten. Zu meinen Lieblingstattos gehören realistische Arbeiten, sowohl Porträts als auch die leicht surrealistischen. Seit ein paar Jahren, habe ich angefangen, mich mit der Farbtätowierung auseinanderzusetzen. Sie verlangt mehr Zeit für die Ausführung ab und ist meiner Meinung nach effektvoller als die schwarzweißen Tätowierungen. Auch hier ist der Realismus mein Steckenpferd. Und wenn ich dann noch von dem Kunden freie Hand bekomme, was die Interpretation des Themas angeht, fühle ich mich wie im siebten Himmel, weil meine Kreativität freien Lauf bekommt.
Wer ist Vorbild für Dich? Welche Künstler haben Dich beeinflusst?
Wie jeder Tätowierer habe ich die, die mich beeinflusst haben. Das sind Zappa, Victor Portugal, Nick Barter und noch ein paar andere. Von den polnischen Tätowierern, die auch hier arbeiten, schätze ich am meisten die Arbeiten von den Jungs aus dem Studio Gonzo. Wenn es um Künstler geht, die nichts mit Tätowieren zu tun haben, dann sind es mit Sicherheit Zdzislaw Beksinski, Wojciech Siudmak und Franciszek Starowiejski.