Ähnlich wie das Tattoo ist auch das Pokerspiel in den letzten Jahren salonfähig geworden und wer des öfteren internationale Pokerturniere verfolgt, dem ist sicher etwas aufgefallen: Eine Vielzahl der der Spieler schmückt sich mit Tattoos, die von dem beliebten Kartenspiel inspiriert sind. So gibt es beispielsweise unzählige Profis, die sich das sprichwörtliche Ass im ärmel direkt auch den Unterarm tätowiert haben lassen. Zwei Asse sind selbstverständlich das am häufigsten verwendete Motiv - ob auf der Schulter, im Nacken oder an anderen sichtbaren oder nicht sichtbaren Stellen. Es gibt jedoch auch etwas ausgefallenere Tattoos. So kann sich ein schlechtes Blatt durch das Anspannen des Bizeps in ein Gewinnerkarten verwandeln - nur in der tätowierten Variante natürlich.
Die Spieler betrachten den Körperschmuck als Glücksbringer ebenso wie als ein Zeichen der Leidenschaft für diesen Sport sowie der Zugehörigekeit zu der ständig wachsenden Gruppe von Turnierspielern. In einer Umfrage für einen Beitrag in der Videoreihe "The Nuts" während der World Series of Poker (WSOP) 2006 zeigten sich die befragten Spieler allerdings eher kritisch gegenüber tätowierten Pokermotiven. "Ich glaube, für viele hat das Stechen länger gedauert als die Turnierteilnahme. Dumm gelaufen!" sagte einer von ihnen. Ein anderer fügt hinzu, dass keiner der Top 10 Spieler ein Tattoo hat: "Wenn man einen Spieler mit Pokertattoos sieht, weiβ man direkt, dass der es absolut nicht drauf hat."
Damit man am Pokertisch also nicht ungewollt zum Objekt des Gelächters seiner Gegner wird, sollte man nicht nur sein Pokerface trainieren, sondern auch vor dem Stechen eines auffälligen Pokertattoos gut überlegen. Ein eher verstecketes Glücksbringermotiv scheint hier die sichere Wahl zu sein.