Neues Jahr, neues Glück! Frei nach dieser Devise peitscht uns bereits ein Ereignis nach dem anderem durch die Tage. Am vergangenen Wochenende eröffnete die "Spirit of Fashion" – "The Home of Under- ground Fashion and Tradeshow for Authentic Brands", wie es die Veranstalter selbst bezeichnen - die Modewochen in Berlin. Und weil Mädchen von Mode grundsätzlich mehr Ahnung haben als die Jungs, wurde ich mit der Aufgabe betraut, zur Arena Treptow zu gehen, wo gerade mal vor vier Wochen die Berliner Tattoo Convention stattfand, um mich in Sachen Bekleidung für die nächste Saison umzuschauen.
Die "Spirit of Fashion" ist eine Ordermesse, was bedeutet, dass dort nur Fachpublikum zugelassen ist, und was die relative Leere auf den Gängen zwischen den Ständen erklären könnte. Verglichen mit den sich in den gleichen Gängen drängenden Massen auf der letzten Convention, glich die Spirit eher einem recht gemütlichen Familientreffen. Und so ist es auch. Alle kennen einander, man weiß voneinander und man trifft sich immer wieder.

Wobei ehrlich gesagt, Berlin hat mode- technisch, auch was die Szenenkleidung angeht, wesentlich mehr zu bieten, als das was ich auf der Spirit erleben konnte. Es fehlten hier meines Erachtens vor allem Labels, die im Bereich Vintage Clubwear arbeiten und sich somit farblich auch jenseits der in der Arenahalle domi- nierenden Farben - schwarz, rot, neonpink, mit oder ohne Leoprints - bewegen. Kein Wunder, dass dann die Stände solch farblich abweichenden Labels wie Chen- asky oder Pamela Mann mit ihren Shirts bzw. Strümpfen im Stil der 70er Jahre, auch wenn versteckt, ins Auge fielen. Ein ähnliches Phänomen konnte man auch am Stand von Pony Mädchen beobachten, einem Berliner Label, das Kleider in Pin-Up und Uniformenstil der 40er Jahre zeigte.
Auch wenn eigentlich kein neuer Trend auszumachen war, so zeichnet sich ab, dass auch die Undergroundfashion Szene ein wenig erwachsener wird. (Wer will auch mit vierzig in Klamotten durch die Gegend hüpfen, die er bereits mit fünfzehn getragen hatte?)
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