
Eine unserer meistgelesenen und meistkommentierten Artikel im Tattoo Guide
ist der zum Thema Tattooentfernung. Schließlich wird es auch der letzten
Blondine klar, dass ein Arschgeweih nicht für alle Zeiten der Weisheit
letzter Schluss ist. Gebräuchlicherweise werden so Tattoos heute mehr oder
weniger erfolgreich mit Lasern entfernt.
Das Prinzip dabei ist einfach, jede Tattoofarbe, die in die Haut gebracht
wird, besteht aus Partikeln verschiedener Größe, dabei werden die Farbteile,
die groß genug sind und in die richtige Hautschicht eingestochen werden,
sichtbar eingelagert, während zu große Partikel mit dem Schorf rausgeblutet
und zu kleine Partikel von der Lymphflüssigkeit weggeschwemmt werden. Der
Laser zerkleinert nun die eingelagerten Farbpartikel, so dass sie vom Körper
aufgenommen werden.
Aber was hat man eigentlich mit Tätowierungen gemacht, bevor es Laser gab?
Eine ziemlich grobe Methode bestand darin, den tätowierten Teil der Haut zu
entfernen. Da die Haut des Menschen größtes Organ ist, musste man dabei
vorsichtig vorgehen. Das heißt, man entfernte Stück für Stück in
verschiedenen Sitzungen Teile der Haut.
Dazwischen gab es immer wieder Phasen, in denen sich die Haut regenerieren
konnte. Zur Entfernung benutzte man Schleifmaschinen, die Millimeter für
Millimeter die Hautschichten entfernten.
Es lässt sich leicht nachvollziehen, dass dies ein extrem schmerzhafter –
weil meist unbetäubt – und langwieriger Prozess war. Vor langen Jahren
arbeitete im Guide mal ein Kerl – und das war ein richtig harter Bursche –
der, da es seinerzeit noch keine Laserentfernung gab, sich für das
Abschleifen des Unterarmes entschied. Nach wenigen Sitzungen gab er auf,
obwohl die Tätowierung seines Armes nun nur noch teilweise sichtbar war und
aussah, als hätte ihn ein außerirdischer Parasit Nachwuchs in den Arm
gestochen.
Aber, so sagte er, lieber verdecke ich für den Rest meines Lebens meinen
Arm, als das ich weiter diese Schmerzen aushalte.
Noch weiter in der Vergangenheit, in denen sich ein Entfernen der Haut
mittels mechanischer Methoden, durch die hohe Gefahr der Infektion, nur in
Notfällen anbot, waren viele Laienrezepte im Umlauf, die uns heute als
Alchemie erscheinen, die aber teilweise schon in antiken Schriften
beschrieben wurden.
Dazu gehörte zum Beispiel das Nachstechen des Tattoos mit gegorener
Frauenmilch oder starken Salzlösungen. Auch wurden tätowierte Hautstellen
von mit Essigsalbe getränkten
Pflastern bedeckt und danach mit Alkalilösungen abgewaschen. Der Erfolg
dieser Maßnahmen darf als zweifelhaft bewertet werden.