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Spielerische Meisterleistung: Symphony X

 

Paradise Lost CoverDas Licht geht aus, Nebel, die Fans beginnen zu jubeln (wobei es "ausflippen" eher trifft) und nach und nach kommen die einzelnen Bandmitglieder der aus New Jersey stammenden Progressive-Metal Band "Symphony X" auf die Bühne und begeben sich sogleich an ihre Instrumente. Als letztes betritt Sänger Russell Allen das Schlachtfeld, und ohne lange zu zögern gehts auch gleich los mit dem ersten Song. Bassist Michael LePond und Keyboarder Michael Pinnella spielen souverän und mit coolem Blick ihre Instrumente, Michael Romeo schrammelt lässig seine schnellen Riffs und Fingerbrecher herunter und Allen singt mit einer krafvollen Stimme, welche seine starke Präsenz auf der Bühne noch mehr untermauert. Einzig der Drummer Jason Rullo wirkte auf mich doch leicht angestrengt, machte seine Sache dennoch, wie auch die andern, verdammt gut.

Nach den ersten drei Songs, die ohne Pause durchgespielt wurden (lediglich für ein kurzen Jubeln und Schreien war zwischen den Liedern Zeit), ließen die Amerikaner ihre Instrumente eine Zeit lang ruhen, damit Allen auch die Möglichkeit bekam, mit den Fans zu reden, oder besser gesagt sie zu bespaßen, indem er beispielsweise ihr Gegrülle nachahmte und auch den Rest der Show sehr humorvoll präsentierte.

Und schon gehts wieder weiter mit dem nächsten Song. Viel Zeit zum durchatmen bekam man bei diesem Konzert nicht, Symphony X wollten soviele Songs spielen wie nur möglich (die ja bei Prog-Metallern doch auch immer etwas länger ausfallen). Zeit zum durchatmen brauchte das Publikum auch nicht. Dass der Columbia-Club nicht vollkommen ausverkauft war (eigentlich nicht verständlich bei so einer großartigen Band), haben die Fans durch ihre Euphorie gegenüber der Band allemal wieder wett gemacht. Seit dem Metallica-Konzert vor 2 Jahren in der Waldbühne kann ich mich nicht an Fans erinnern, die so laut und voll in ihrem Element waren. Ich war auch sehr begeistert, wie groß die Freude der Band war, ihre Musik zu spielen und damit ihre Fans zu beglücken. Alle hatten wirklich gute Laune (ok, abgesehen von meinem Schlagzeugerkollegen, der immernoch sein angestrengtes Gesicht aufsetzte).

Allerdings hatte an diesem Abend nicht der Schlagzeuger mein Interesse geweckt, sondern eindeutig Micheal Romeo an der Klampfe. Die ganze Zeit ein grinsendes Gesicht, welches ab und zu von seiner Zottelmähne überdeckt wurde, spielte er sauber und mit einer Leichtigkeit seine Läufe herunter, sodass ich zeitweise so sehr auf seine Gitarre fixiert war, dass ich fast vergaß, dass es noch mehr Bandmitglieder gab. Tabbing, Sweaping, coole Solis und mit seiner linken Hand spielt er auf dem Gitarrenhals mal von unten und mal von oben. Ein echter Meister seines Faches. Bei einem Solo gesellte sich Russel Allen zu Romeo, beobachtete ihn beim Spielen und sah dann erstaunt in die Menge und machte eine "ich-hab-mir-die-Finger-verbrannt"-Geste.

Natürlich bekamen auch die andern Musiker ihre Gelegenheit zu zeigen, was sie drauf hatten, so konnte sich LePond und Pinnella ebensfalls in einem Bass- bzw. Keyboard-Solo beweisen.

Nach knapp 90 Minuten bestem Prog-Metal war die Show auch schon zu Ende (huch, war es doch schon so spät?). Die Band verabschiedete sich und ging von der Bühne.
Doch so leicht ließen sich die Fans natürlich nicht abspeisen. Eine halbe Ewigkeit schrieen sie den Namen ihrer Band und später auch "Zugabe" (ob die Bandmitglieder das verstehen?). Anscheinend ja, denn Russell Allen betrat wieder die Bühne, mit einem Handtuch bestückt um sich seinen Schweiß von der Stirn zu wischen (wärend des Konzertes konnte er sogar sein T-Shirt auswringen). Der Rest der Band folgte ihm, und ohne Umschweife gings auch gleich wieder los.

Noch eine letzte Zugabe, die obligatorische Verbeugung, und das Konzert fand sein Ende.

Ein gelungenes Konzert und die Band ist nur zu empfehlen!!!

Text: Potter






 

   


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