
Während meiner Recherche im Internet nach neuen und interessanten Themen für den Tattoo-Guide stieß ich auf den Tattoo-Artist Piet du Congo aus Belgien. Seine Werke sind total abgefahren und sehr speziell. Eine Mischung aus Kinderalbträumen und kranken Comic-Phantasien. Ich dachte mir, das muss ich Euch zeigen und habe per Email Kontakt mit ihm aufgnommen:
1. Seit wann tätowierst du?
Ich tätowiere seit drei Jahren, aber nicht jeden Tag. Unter anderem arbeite ich als V.J., D.J. und bin Professor an einer Kunstakademie. Ich verdiene also meinen Lebensunterhalt nicht mit der Tätowiererei und bin deshalb nicht angehalten alle Arbeiten anzunehmen. Zum Beispiel quäle ich mich nicht mit Tribaltattoos oder dem realistischen Stil rum, weil mich das echt nicht interessiert.
Deshalb kann ich mir Zeit nehmen zum Zeichnen meiner Tattooprojekte und mit dem Kunden darüber diskutieren, um ein wirklich originelles Ergebnis zu erzielen. Das Zeichnen an sich ist sehr wichtig für mich, damit ich in mich gehen und meine Erfahrungen wiedergeben kann. Ich zeichne also nicht nur des Tätowierens wegen.
2. Was waren deine Berufswünsche in der Kindheit? Ich finde diese Frage interessant, weil deine Werke wie eine Mischung aus Kinderalbträumen und Comicphantasien aussehen.
Wie jedes Kind wollt ich Gynäkologe oder Folterknecht werden... hahaha. Nein, im Ernst war es mein Traum als Comiczeichner zu arbeiten. Sowas verrücktes war nie mein Wunsch. Der Vergleich von Dir, dass meine Werke Kinderalbträumen gleichen schmeichelt mir sehr. Ich versuch die Themen von Erwachsenen mit den Augen von Kindern wiederzugeben. Ich beschäftige mich oft mit Kinderzeichnungen. Ich mag deren unschuldige Art von Gewalt, ihre Spontanität und ihre spezielle Wahl von Farben und Farbmischungen. Diese Spontanität versuche ich beim Zeichnen und Tätowieren mit einfließen zu lassen.
3. Wann und wo hast du angefangen professionell zu tätowieren
Vor 2 Jahren in der "La Boucherie Moderne” in Brüssel habe ich angefangen, professionell zu tätowieren. Obwohl der Begriff "professionell" nicht unbedingt am besten zu mir passt. Das Studio ist von Jef und Kostek. Aber ich bin nicht sieben Tage die Woche dort. Meist nur Donnerstag und wenn ich einen Termin mit einem Kunden habe.
Ich tätowiere auch zu Hause. Irgendwie ist da die Herangehensweise an die Arbeit und die Atmosphäre anders und das gefällt mir. Zu Hause tätowiert man ja eh meistens die Kumpels.
Das soll aber nicht bedeuten, dass es mir im Studio nicht gefällt. Die Jungs dort sind sehr unkonventionell und ich bin Ihnen sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit.