Wie siehst Du die Entwicklungen in der Vergangenheit? Was bringt Deiner Meinung nach die Zukunft?
Die Tätowierung hat in der Vergangenheit eine lange Entwicklung durchgemacht bis zu dem wie sie heute wahrgenommen wird. Was das Vergangene angeht, so freut die Tatsache, dass sich alles zum Besserem entwickelt. Die Tattookunst gewinnt an Kraft, entfaltet sich und ist nicht mehr am Rande der Gesellschaft angesiedelt. Im Westen ist das alles irgendwie schneller passiert, mit mehr Geschick. Während es in Polen nur wenige Studios und Conventions gab, ging dort alles mit vollem Dampf voran. Zum Glück sind heute die Unterschiede minimal. Der einzige ist vielleicht die Zahl der Conventions, von denen außerhalb Polens einen Menge gibt. Auch wenn nicht immer die Quantität mit der Qualität gleich zu setzen ist. Zurzeit gibt es in Osteuropa eine Menge hervorragenden Künstler, die ein hohes Niveau der Tattookunst zeigen. Viele fahren seit Jahren auf Conventions und man kann ihre Arbeiten in den Tattoomagazinen sehen. Andere fangen erst an. Das Selbstbewusstsein wächst. Tattookunst befindet sich nicht mehr hinterm Wald.
Wie lange möchtest Du noch tätowieren?
Tätowieren ist für mich eine Art zu leben. Ich habe die Möglichkeit das zu machen, was ich gern, so dass ich hoffe, noch viele Jahre tätowieren zu können. Ich engagiere mich sehr in meine Arbeit. Ich widme ihr sieben Tage in der Woche. Jede Tätowierung, jeden einzelnen Kunden behandle ich individuell, mache Entwürfe, zeichne sehr viel, freue mich, wenn ich einen interessanten Cover-up machen kann. Seit zwei Jahren mache ich vorwiegend Tattoos im japanischen Stil. Und weil die bunten Tattoos für mich am ausdruckstärksten sind, mache ich sie auch am liebsten. Aus all den Gründen sind meine Kunden nicht zufällig. Immer häufiger kommt es vor, dass die Leute etwas Einzigartiges suchen; etwas nur für sich allein. Das ist gut so. Wenn ich nicht tätowieren würde... was soll’s, ich mache was ich liebe und habe nicht vor, das zu ändern.
Fährst Du auf Conventions?
In der Tat! Seit dem Jahr 2001 habe ich begonnen auf die Convention als Besucher zu fahren. Seit 2002 nehme ich daran auch teil und seit 2005 waren es schon sehr viele. Conventions sind die beste Gelegenheit, um das eigene Studio, eigene Arbeit zu präsentieren, um bei den Berühmtheiten etwas abgucken und neue Sachen lernen. Solche Reisen bringen immer neue Impulse und bei der Gelegenheit sieht man eine Menge von Europa. Nach der Rückkehr habe ich immer den Kopf voll neuer Einfälle für interessante Tätowierungen. Die Arbeit als Tätowierer endet nicht nach den sieben Arbeitstagen im Studio. Wenn das jemand macht, der soll sich lieber eine neue Profession suchen! Meiner Meinung nach, sind die besten Conventions, auf denen ich war, Rom und Stockholm. Super Künstler, super Stimmung, viele Besucher, schöne Städte. An die Convention in Prag erinnere ich mich auch gerne. 2008 das sind nur wenige ausgesuchten Veranstaltungen wie zum Beispiel Stockholm in August oder Berlin in Dezember.
Interview und Übersetzung: agat_a
Fotos: Pawel Wyrebiak
www.tattoo3rdeye.com
www.myspace.com/tattoo3rdeye