
Die aus Uruguay stammende Band, die sich selbst durch "Wird dir nicht
gefallen" als fiese Muckemacher tituliert, ruht sich nicht gerade auf den
Lorbeeren ihres vierten Albums aus. "Todo Es Tan Inflamable" erschien im
letzten Jahr schon in ihrer Heimat (bei uns aber erst am 22. Juni diesen
Jahres). Seit dem stecken die bis zu acht Bandmitglieder so ziemlich jedes
Clübchen in Brand, dass sie auch hier, in Europa, finden können (und voll
kriegen!).
Das Ganze hab' ich mir letzten Samstag im Berliner "Tacheles" angesehen und
war nicht ganz unvoreingenommen. Ich las den Pressetext der Band und behielt
als mäßig motivierter Rock'n'Roll-Super-Maniac eigentlich als Einziges im
Kopf die üblichen wohlklingenden Blümeleien und die Tatsache, dass sie in
ihrer Heimat bereits Stadien mit ca. 25.000 Besuchern füllen sollen.
Was sich also leicht als "Latin, Ska, Rock" beschreiben lässt und dann
erstmal auch nach Pop klingt, machte mich ziemlich skeptisch. Diese Skepsis
hielt dann etwa eine Minute lang, denn danach wird es um gefühlte 20 Grad
wärmer, weil es einfach so warm... so WAAARM klingt. ..!
Mich erinnert die Platte zuerst an "Tarantism" von "Tito & Tarantula", auch
wenn man dabei oft an "Germanys Next Topmodel" - Werbung und Orangensaft
denkt. Nur ist hier die Mischung aus Rock, Reggae und Ska etwas feiner
abgemischt - live dagegen um einiges rauer und authentischer. Musikalisch
ist die Scheibe sehr überzeugend. Von beruhigend bis aufwühlend ist alles
dabei. Aber die 25.000 Konzertbesucher kauf' ich denen so nicht einfach ab,
denn so viele Menschen auf einmal haben niemals einen so guten Geschmack wie
ich!
Text: Sebastian