Kamil ’Mocet’ Terczynski
Kamil Tattoo
05.03.08
Wie lange tätowierst Du?
Ich tätowiere seit fast fünf Jahren. Begonnen habe ich 2003. Damals wohnte ich in Krakau. Dort hat alles angefangen.
Warum hast Du angefangen zu tätowieren?
Ich habe mich schon früher für Tätowierungen interessiert. Und als ich meinen jetzigen Freund Tomasz Rybnik kennen lernte, der bereits ein Tätowierer war und eigenes Studio hatte, kam auch die Gelegenheit, mich damit selbst zu beschäftigen. Er war auch derjenige, der mir eine Maschine in die Hand drückte. Zuerst habe ich Zeichnungen für Robert angefertigt. Damals arbeitete ich gleichzeitig bei Praktiker und habe Säcke geschleppt. Eines Tages platzte mir der Kragen und ich sagte zu Robson, dass ich anfangen muss, anders zu arbeiten. Er bot mir an, bei ihm zu arbeiten. Am Anfang war es schwer, es gab kaum Arbeit. Ich fing an, mir einen Ärmel zu tätowieren und so stolperte ich in die Welt der Tätowierer hinein.
Was ist Dein Stil bzw. welchen Stil bevorzugst Du und warum?
Die meisten Menschen sagen über meinen Stil, er würde die impressionistische Malerei widerspiegeln. Ich mag Stile, die sich auf Kontrast gründen und mit einer Bedeutung im Hintergrund. Der traditionelle Stil begeistert mich überhaupt nicht und die Linie ist für mich nicht das Wichtigste. Selbstverständlich habe ich sehr viele Tätowierer kennen gelernt, die eben diesen Stil vorziehen und nutze auch ihre Erfahrungen und Technik, aber ich persönlich mag die Stile zu mischen. Jedes Mal wenn ich ein Motiv mache, versuche ich etwas Neues hinzuzufügen, einen anderen Nadelsystem anzuwenden und auf andere Weise den Farbstoff unter die Haut einzustechen. Mit Sicherheit werde ich immer wollen, dass die Farben stark gesättigt sind und auf Kontrasten basieren.
Du hast eine künstlerische Ausbildung. Hattest Du Schwierigkeiten beim Übergang von zweidimensionalen (Leinwand) zu dreidimensionalen Flächen (Körper)? Welche Unterschiede, Schwierigkeiten oder Vorteile gibt es Deiner Meinung nach zwischen Malerei und Tätowierung?
Als ich fünfzehn war, machte ich Antialkoholplakate. Ich weiß nicht warum, aber gegen Ende der Schule hatte es mich voll erwischt. Die Kunstlehrerin sah sie und fragte, ob ich nicht weiter in diese Richtung gehen möchte. Mit Müh und Not habe ich die Prüfung für das Kunstgymnasium geschafft. Fünf Jahre lang nur Kunstfächer, hauptsächlich Praxis. Ich hab’ dort fürchterlich herumlungert. Vermutlich war ich zu jung und gar nicht vorbereitet auf so eine seriöse Schule. Ich habe nicht zu 100% das ’rausgezogen, was möglich war. Dennoch, ich habe dort sehr viel gelernt.