

Georges Simenon
Maigret und der faule Dieb


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Sämtliche Maigret-Romane. Band 57.
Diogenes Verlag
"Maigret und der faule Dieb" ist einer der besten und traurigsten Maigret-Romane. Der ganze Band ist geprägt von Schwermut. Kommissar Maigret hat auch allen Grund schwermütig zu sein. Er ist unzufrieden. Alles verändert sich. Die Zeiten werden härter – und nach Kommissar Maigret auch unschöner. Die Justiz ist mehr und mehr durch Eigennutz und Politik bestimmt. Die Polizei ist nur noch Instrument dafür – genau wie Maigret.
Maigret äußert sich gegenübers einem alten Arztfreund Pardon sehr kritisch über seine Aufgabe als Polizist: "In Wirklichkeit besteht aber unsere Hauptaufgabe darin, zu erst einmal den Staat und die amtierende Regierung sowie die Institutionen zu schützen, außerdem das Kapital, das öffentliche und das Privateigentum, und dann ganz zum Schluss erst das Leben jedes einzelnen Bürgers ..."
Als ein alter Bekannter von ihm, der Einbrecher Fumel, ermordet wird, muss er ermitteln. Maigret fühlt sich ihm verwandt. Denn er ist wie Maigret. Fast ein Relikt aus einer anderen, ehrlicheren und vielleicht auch menschlicheren Zeit.
"Maigret und der faule Dieb" lässt sich als Parabel auf Bankenkrise, allgegenwärtige Korruption, einen scheinbar demokratischen Sumpf und die Unmenschlichkeit der Institutionen lesen. Damit ist er besonders aktuell. Liest man diesen Band einfach als Krimi, bleibt es bei einer schwermütig-spannenden Unterhaltung von ungewöhnlicher Tiefe. Man wird "Maigret und der faule Dieb" nicht so bald aus der Hand legen können.
Igor Eberhard
Bewertung: 10 Punkte

         
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