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  MARKET | CD's

  Overview
 


Bonsai Kitten
   Done With Hell
Wolverine Records/Soulfood


 

Yesss! BONSAI KITTEN rocken. Das ist bekannt. Auf ihrem neuem Album „Done With Hell“ zeigen sie wieder einmal wieso. Die Band um Frontfrau Tiger Lilly Marleen besteht aus alten Musik-Haudegen der Berliner Szene. Dementsprechend professionell und spielfreudig geht es wieder zur Sache. Die Band mischt Punk, Psycho- und Rockabilly mit der tiefen, raumfüllenden Stimme von Tiger Lilly. Herauskommt eine neue Musikart: „Killbilly“. Zumindest nach eigener Definition. Es spielt jedoch keine Rolle. Die Musik zählt. Ihr Debütalbum, das auf dem japanischen On The Hill Records-Label erschien, hat aus dem fernen Osten kommend im deutschsprachigen Raum viel Staub aufgewirbelt. Ihr neues Album „Done With Hell”, das bei Wolverine Records erschienen ist, ist sogar ein kleiner Sandsturm. Bereit alles auf seinem Weg zu verschlingen und zu vernichten. Und das ist einfach „Done With Hell“.

Igor Eberhard

Bewertung: 9 Punkte









Popperklopper

   20 Jahre Popperklopper (CD + DVD)
   Aggressive Punk Produktionen

 

Popperklopper sind eine Deutschpunk und Hardcore-Band, die bisher völlig an mir vorbei gegangen ist. Bei zu vielen Parolen geht bei mir der Laden runter. Ich habe mich getäuscht. Die sind gar nicht schlecht. Wer auf frühen 80er Jahre-Punk wie Vorkriegsjugend, Toxoplasma, aber auch auf Straßenjungs oder die goldenen Zitronen oder Chaos UK steht, ist bei den Jungs gut bedient. Die Popperklopper sind eine ganz eigenwillige Mischung.

Jetzt ist bei Aggressive Punk Produktionen ihr Jubiläums-Album erschienen. Das ist gleich richtig dicke Hose. Es gibt eine CD mit Songs und eine DVD mit dem Video vom Jubiläumskonzert in Trier im letzten Jahr. Kann man sich antun.

Igor Frost

Bewertung: 7 Punkte









The Adolescents

   The Fastest Kid Alive
   Conrete Jungle Records

 

Die Adolescents rocken wieder einmal Streetpunk durch die Boxen. Wie gewohnt, vergessen sie nicht, was einen guten Sound ausmacht und wie wichtig Melodien sind. Ihr neues Album “The Fastest Kid Alive” ist vermutlich noch eingängiger und rockiger als die Vorgänger-Alben. Die Adolescents verstehen es, alles richtig zu machen. Vor allem die ersten Stücke haben alles, was das Herz begehrt. Danach kommen nach und nach ein paar Längen. Leider. Aber die ersten Stücke sind genau das, was einen Punkrocker glücklich macht.

Igor Frost

Bewertung: 8 Punkte









William Elliot Whitmore

   Field Songs
   Anti Records/Indigo Records

 

William Elliot Whitmore macht Country so trocken, wie die Felder über die er singt. Das ist Musik, auf die man sich einlassen muss. Das ist Musik, die man sich erobern muss. Whitmores Musik spielt weitab von Nashville und der Musikindustrie.

Seine Lieder sind pur, fast rein. Sie fußen in Country, Bluegrass und Folk. Sie sind wie die Essenz von Musik – und wie eine Essenz, beinhaltet sie alles, was wichtig ist. Er singt und begleitet sich auf dem Banjo. Das war es. Sein viertes Album „Field Songs“ ist von den Landschaften am Mississippi geprägt. Es ist ruhig, treibt sich durch das Gehör. Und irgendwann überschwemmt es den Zuhörer. Wenn er sich die Zeit für William Elliot Whitmore nimmt.

Igor Frost

Bewertung: 9 Punkte









The Rabble

   The Battle's Almost Over
   Filthy Lucre/New Music

 

THE RABBLE geben Vollgas. Die Neuseeländer wissen noch, wie man einen Iro oder einen Mohawk stellt. Die wissen noch, was Punkrock bedeutet: Wut, Hass und Gesellschaftskritik. Ihre Botschaft bringen die Jungspunde mit heftigem Punkrock und Hardcore unter die Menschen. Laut, heftig und brutall, eben so wie Punk sein muss. Was nicht weh tut, existiert nicht. "The Battle's Almost Over" ist schon das zweite Album der Jungs von Down Under. 16 starke Songs. Nicht überragend. Aber mehr als hörenswert.

http://www.myspace.com/therabble

Igor

Bewertung: 7 Punkte









Cotzraiz

   Fehlpressung
   Sunny Bastards

 

Wenn man sich COTZRAIZ nennt, muss man mit Brechdurchfall des Gegenübers rechnen. Man ruft regelreht nach ausgestrecktem Mittelfingen und erhobenen Fäusten. Mit dem Namen - und der Haltung dazu eckt man an. COTZRAIZ leben die Provokation und genießen sie wohl auch. Dafür sind sie sogar innerhalb der Punkszene umstritten. Was ist Punk ohne Provokation? Spie&uuszlig;er mit bunten Haaren oder Hobby-Polizei, die bestimmt, was gut und richtig ist. Schrott. Musikalisch sind COTZRAIZ auch nicht viel mehr. Musikalisch schreien sie, machen mit allem, was ihnen in die Hände fällt Musik, bemühen sich aber auch um Abwechslung und zeitweise sind sie sogar richtig gut. Aber he, mal ehrlich. Das ist Punkrock! Das ist auf die Schnauze! Wen juckt das? Aggro und Provokation rulen hier.

http://www.myspace.com/cotzrock

Igor

Bewertung: 7 Punkte









Off The Hook

   The Best Remains

 
Off The Hook: The Best Remains

recorded july 2009 at Hidden Planet Studios

Für jeden Genreliebhaber des Hardcore ist diese Scheibe ein kurzes aber wahnsinnig explosives Erlebnis. Wütende, laute und emotionale Texte geben Realität und die Gedanken der Jungs wieder. Marco (throat), Luke (drums), Steffen (bass), Joest und Chris (guitar/backing vocals) kommen aus allen Himmelsrichtungen unserer deutschen Lande und haben teilweise schon jahrelange Banderfahrung im Harcore- und Punkbereich, was man ganz klar raushört.
Die Band beschreibt ihren Musikstil selber als "Oldschool-Glamcore gepaart mit Pop-Punk-Melodien und zärtlichen Moshbeats". Eine wirklich geile, abwechslungsreiche und aufregende Mischung. Gitarren jagen Drums und Drums jagen Gitarren inklusive Taktwechsel. Mein Ohrwurm ist hier "On Fate" - unbedingt anhören!
Frontschwein und Shouter Marco begleitet das Ganze ehrwürdig mit wütend kratziger Raucherstimme, gehüllt in neonfarbigen Leggins und geschmackvollen Brusthaarfrisuren. Er ist definitiv mein ganz persönlicher Jack Black des Glamcores. Abgerundet wird die Scheibe durch das Booklet im hardcoretypischen Do-It-Yourself-Look mit farbigen Hüllen. Seit einem halben Jahr rocken die noch relativ frisch vereinten Jungs das Publikum neben Bands wie "We Once Loved", "Logic Problem", "Spastix" und "Kotzreiz".
Also ratzifatzi Platte kaufen und aufs Konzi gehen!!!

Den Shortplayer könnt ihr bestellen unter www.myspace.com/offthehookhc.
Hier bekommt ihr auch weitere Bandinfos und anstehende Konzertdaten.

Jule

Bewertung: 10 Punkte









Alien Sex Fiend

   Acid Bath

 
Alien Sex Fiend: Acid Bath


Cherry Red Records

Cherry Red Records legt mit "Acid Bath" das länger vergriffene zweite Album von ALIEN SEX FIEND neu auf. "Acid Bath" war ursprünglich eine limitierte Pressung, aber weil die Fans der heißgeliebten SEX FIENDs richtig darauf abgefahren sind, wurde es bald schon größer aufgelegt. Vor allem "E. S. T. (Trip To The Moon)" wurde bald ein Gothic-Hit. Auf der Neuveröffentlichung sind außerdem drei Bonusstücke. Also Fiends da draußen, ab in’s "Acid Bath"!

Igor Eberhard

Bewertung: 6,5 Punkte









Red Hot Chilli Pipers

   Bagrock To The Masses

 
Red Hot Chilli Pipers: Bagrock To The Masses


Rel Records/New Music
www.myspace.com/chillipipers

Ein Chilli ist ein mexikanisches Gericht. Das gilt für die Küche, aber nicht für die Musik. Das perfekte musikalische Chilli kommt nämlich aus Schottland und existiert seit 2004.
Und hier das Rezept: Eine große Portion alte Hadern "Hey Jude" , Rockhymnen wie "Smoke on the water", Traditionals wie "Flower of Scotland", gut durchgemischt und durch den Fleischwolf gedreht, rocken sie mit Dudelsäcken so richtig durch, würzen das Ganze mit Virtuosität, Humor, Esprit und einem einzigartigen Stil und verfeineren es mit einer Brise Sexappeal und fertig ist das perfekte musikalische Chilli, das Album "Bagrock For The Masses" der feurigen Red Hot Chilli Pipers. Ein Stück musikalische Haubenküche, ein echter Ohrenschmaus. Bei soviel musikalischer Schärfe bleibt einem fast die Luft weg. Guten Appetit! Bleibt nur noch eine Frage offen: Was tragen die Schotten eigentlich unter ihrem Rock?

Michaela Eberhard

Bewertung: 8 Punkte









The Adicts

   Life Goes On

 
The Adicts: Life Goes On


People Like You Records/EMI/Starkult

Da hat sich etwas angebahnt. Das war abzusehen. Vor kurzer Zeit hat People Like You, das legendäre Album "Songs Of Praise" von THE ADICTS neu aufgelegt. Dass so schnell eine Scheibe nachfolgen sollte, war nicht abzusehen. Aber offensichtlich gilt "Life Goes On", wie das Album betitelt wurde.
"Songs Of Praise" hat Musikgeschichte geschrieben. In den 1880ern hatten die Clockwork Orange-Punker ihre große Zeit mit einigen Platzierungen in den Indie-Charts. Ihr "Viva La Revolution"-Song wurde Soundtrack für ein Computerspiel und für eine Reality-TV-Show. Nach 31 Jahren Bandgeschichte ist die Band noch immer in der Originalbesetzung unterwegs. Alleine das grenzt an ein Wunder und verdient Respekt.
"Life Goes On" kann den riesigen Erwartungen unmöglich gerecht werden. Wird es leider auch nicht.
"Life Goes On" ist eine recht gelungene Veröffentlichung. Es gibt einige gute Songs, wie etwa "Mr. Hard", "The Whole World Gone Mad" oder "Spank Me Baby”, auf dem Album. Manche der Stücke haben sogar die Chance darauf, echte Ohrwürmer zu werden und sind einfach nur klasse. Leider hat das Album dennoch einige Längen und eher überflüssige Zwischenstücke (wie etwa das Synthiegedöns "Gangster"). Antesten lohnt allemal. Die Meisten werden sich festhören. Mir geht es mit manchen Liedern nicht anders.

Igor Eberhard

Bewertung: 7 Punkte









Death Before Dishonor

   Better Ways To Die

 
Death Before Dishonor: Better Ways To Die


Bridge 9/Soulfood/Gordeon Music

Brutales Boston-Hardcore-Geknüppel, nein, brutalstes Boston-Hardcore-Geknüppel spielen DEATH BEFORE DISHONOR. Das ist Boston-Hardcore, wie er sein könnte.
DEATH BEFORE sind wütende Killer, die sich mit Hochgeschwindigkeit durch ihre Stücke prügeln. Wahrscheinlich sind diese Bostoner eine der härtesten und zugleich metallischsten Truppen im Hardcore. Die knocken Kaliber wie HATEBREED locker aus. Der Streetpunk-Faktor kommt auch nicht zu kurz. DEATH BEFORE DISHONOR berufen sich auf Einflüsse von RANCID, DROPKICK MURPHYS und AGNOSTIC FRONT. Man nehme die ganzen erwähnten Bands, mache sie noch härter: herauskommt DEATH BEFORE DISHONOR. Wie immer schaffen sie es, nicht eintönig zu klingen. Würde vor lauter Mitgrölen wahrscheinlich kaum auffallen.
Der Streetpunkfaktor ist auf "Better Ways To Die" eventuell noch größer geworden. Das ist Working class-Hardcore pur. Übles Geknüppel ohne Pause. Sehr geil. Und jetzt raus in den nächsten Pit!

Igor Eberhard

Bewertung: 8,5 Punkte









David Gogo

   Vibe

 
David Gogo: Vibe


Dixiefrog Music/Fenn Music/harmonia mundi/Gordeon music

DAVID GOGO spielt für einige sicher eine Art Musik, die nach längst vergangenen Zeiten und Langeweile klingt: Er spielt Blues. Seine Art, wie er den Blues spielt, hat ganz und gar nichts altväterisches. Er spielt keinen Oldschool-Blues, sondern interpretiert ihn zeitgemäß, etwas poppig, dabei spannend und frisch.
"Vibe" ist DAVID GOGOs siebtes Album. Keine Ahnung wie die Vorgänger-Alben waren. "Vibe" ist abwechslungsreich, musikalisch erste Sahne und etwas, das man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte. Gitarre spielen kann der Kanadier GOGO. Er hat nicht zufällig mehrere Preise als bester Gitarrist gewonnen. Für dieses Album konnte er als Gastmusiker sogar JEFF HEALEY und TOM WILSON gewinnen. Damit ist fast noch mehr über ihn als Musiker ausgesagt.
"Vibe" ist kein Album für zwischendurch. Man muss sich darauf einlassen können. Das Zeit lassen lohnt sich. Sehr sogar.

Igor Eberhard

Bewertung: 8,5 Punkte









The Traditionals

   Generation Of Today

 
The Traditionals: Generation Of Today


Impact/Broken Silence/Gordeon Music

Wieder mal eine Band für Freunde der härteren Musik: THE TRADITIONALS aus Pittsburgh melden sich mit "Generation Of Today" zu Wort. Die TRADITIONALS tummeln sich schon einige lange Jahre auf der Oi!/Streetpunk-Bühne. "Generation Of Today" ist schon ihr viertes Album. Bisher haben sie den großen Durchbruch noch nie geschafft. Eventuell ändert sich das mit diesem Album. THE TRADITIONALS machen traditionelle Musik. Streetpunk der deutlich nach den frühen 1980er Jahren klingt - mit Anleihen bei COCKNEY REJECTS, BUISNESS, 4-SKINS oder COCKSPARRER. Allerdings haben die Traditionellen den frühen Hardcore amerikanischer Prägung auch nicht vergessen. Besonders nachdrücklich und fett wird der Sound der Band durch den Einsatz von zwei Gitarren. Thematisch wird das Übliche behandelt: gemütliches Wochenende mit Bierchen und Hauerei, Skinheadkult, das Leben ist scheiße, die Jugend von heute und Politik etc. Alles in allem ist "Generation Of Today" ein packendes und mitreißendes Album. Leider vor allem deshalb, weil es an die alten Bands erinnert. Schade.
THE TRADITIONALS machen dennoch neugierig auf weitere Veröffentlichungen.

Igor Eberhard

Bewertung: 6,5 Punkte









Nashville Pussy

   From Hell To Texas

 
Nashville Pussy: From Hell To Texas Cover


Steamhammer/SPV/Pirate Smile

NASHVILLE PUSSY melden sich zurück. Punk’n’Roll direkt aus der Hüfte geschossen, das verspricht das Quartett aus den USA. Vier Jahre nach ihrem letzten Album "Get Some" gibt es ein Nachfolgealbum: "From Hell To Texas".
Wie gewohnt geben die Vier von der ersten bis zur letzten Minute Vollgas. Die zwölf Songs brettern durch die Gehörgänge, dass es eine Freude ist.
Wie immer behandeln die Songs das Leben, Komik, Saufen, Sex und gute Dinge. Allerdings mischen sich etwa mit "Late Great USA" ein, zwei politische Stücke darunter. Die Politik der USA können selbst die NASHVILLE PUSSYs nicht kalt lassen. Aufgenommen wurde das Album im Studio von Countrystar Willie Nelson. Angeblich hat er auch bei "Lazy Jesus" gemeinsam mit Lemmy mitgesungen, so die offiziellen "Gerüchte". Der Gitarrist und Rocksänger Danko Jones singt dafür bei "I’m So High" mit. Wer NASHVILLE PUSSY hört, erwartet nicht die Neuerfindung des Rades. Die gibt es auf "From Hell To Texas" nicht. Aber ein grundsolides Album.

Igor Eberhard

Bewertung: 7,5 Punkte









Saxon

   Unleash The Beast/To Hell And Back Again (2-DVD)

 
Saxon: Unleash The Beast/To Hell And Back Again (2-DVD) Cover


www.myspace.com/saxon

Schon etwas älter sind diese beiden SAXON-Veröffentlichungen. Da es zwei Leckerbissen für Fans sind, wollen wir sie euch nicht vorenthalten.
Mit "Unleash The Beast” bereiteten SAXON ihre persönliche Jahrtausendwende vor. Es war das Album, bei dem Doug Scarrats begann, an den Songs mitzuschreiben. Es war für neun Jahre das letzte Album von Schlagzeuger Nigel Glocklers. SAXON selbst haben mit "Unleash The Beast” neue Wege beschritten. Irgendwo zwischen alten, 80er Jahre geprägten Songs und neuen, dunkleren Klängen ist dieses Album angesiedelt.
"Unleash The Beast” ist eine Neuauflage des Originalalbums mit zwei Live-Bonustracks, neuen Fotos und einem neuen Booklet. Sollte das Album jemanden in der Sammlung fehlen, ist diese Neuveröffentlichung eine günstige Gelegenheit zum Zuschlagen.

"To Hell And Back Again” ist eine sehr unterhaltsame Doppel-DVD mit jeder Menge Videoclips, Live-Songs, Banddokumentation. Die DVD ist in Dolby Digital aufgenommen und hat über fünf Stunden Spielzeit. Das Live-Gefühl kommt gut rüber. Die DVD ist damit gut geeignet, die Konzerte zu Hause nachzufeiern. Ab geht’s.

Igor Eberhard

Bewertung: 8 Punkte









The Crystalairs

   Die Ganze Welt

 
The Crystalairs


Bear Family Records/Starkult
Promotion www.bear-family.de


Bear Family hat sich eine Ausnahme gegönnt. Normalerweise veröffentlicht Bear Family Re-Releases. Bei den CRYSTALAIRS ist das Label weich geworden und bringt tatsächlich einen aktuellen Act. Unbekannt sind THE CRYSTALAIRS nicht mehr. Sie blicken auf immerhin sechs Alben, ei Doo Wop ist ein Vokalgruppen-Gesang in Harmonien, der vor allem durch den Lead- und Bassgesang und den Chor bestimmt wird. Untermalt wird die Musik mehr oder weniger durch die klassische Rock’n’Roll-Besetzung: Kontrabass, Schlagzeug plus Gitarre. Die CRYSTALAIRS haben noch Percussion dabei. Die CRYSTALAIRS spielen auf dieser Scheibe eine Mischung aus Country, Schlager der 50er- und 60er-Jahre, klassischem Rock’n’Roll und Doo Wop. Ihr neues Album "Die Ganze Welt" ist auf deutsch und es besteht aus sieben wunderschönen, zarten Eigenkompositionen und neuen Covern u. a. von DION AND THE BELMONTS, RICK NELSON, MARTY ROBBINS und JOEL KATZ – versehen mit deutschen Texten. "Die Ganze Welt" ist ein Konzeptalbum und widmet sich den Themen Reisen, Liebe und der Liebe zur Ferne. Wunderschön.

Igor

Bewertung: 9 Punkte









Kreator

   Hordes Of Chaos


 
Kreator - Hordes Of Chaos Cover









Steamhammer/SPV/Pirate Smile
www.kreator-terrorzone.de

KREATOR um Frontmann Mille Petrozza haben nach vier Jahren weitgehender Stille ihr aktuelles Album "Hordes Of Chaos" vorgelegt. Endlich ein Lebenszeichen der altgedienten Trash-Metaller. Endlich wieder Wut und ungehemmte Aggression. Endlich wieder Gelegenheit die Matten zu schütteln und die Fäuste zu ballen. KREATOR sind zurück. Inhaltlich und musikalisch knüpfen sie an das Vorgängeralbum "Enemy Of God" an. Es bleibt politisch. Petrozza und Co beziehen sich auf die Wirtschaftskrise und die politische Situation an. Der Kampf alle gegen alle, Politikerlügen, Amokläufe, Religionen, Krieg und Propaganda werden behandelt. Die Nachfolgende Generation wird in "To The Afterborn" direkt gewarnt: "This Time, This Age/This Youth, In Rage/Enslaved For Life/A Fire Burns In Paradise/.../Will The Ones That Live After Our End/Worship The Goddamn Cross Again?” Der zehn Stücke wurden direkt live im Studio eingespielt, ohne Schnickschnack und künstliche Nachbearbeitung. Der Sound ist dementsprechend rau und brutal. Das Album erscheint in drei verschiedenen Versionen: als normale Jewel-Case Version, als Deluxe-Version mit Bonus-DVD, als Ultra-Deluxe-Edition mit T-Shirt, Fotobuch und einer extended Version der Bonus-DVD KREATOR zeigen wieder einmal, was Trash-Metal sein kann.

Igor

Bewertung: 8,5 Punkte







Volxsturm

   Oi! Is Fun

 
Volxsturm - Oi! Is Fun Cover





DSS Records/Cargo Records
www.volxsturm.de

DSS hat das Debüt von VOLXSTURM "Oi! Is Fun!", das ursprünglich 1996 bei Nordland Records erschienen ist, neu aufgelegt. "Oi! Is Fun!" ist ganz und gar nicht das beste Album von VOLXSTURM. Es ist das erste und es gehört zur Bandgeschichte wie das Amen zum Gebet. Es gibt kaum ein Konzert dieser Band ohne zumindest einige Stücke von "Oi! Is Fun!" dazu. Viele der Lieder sind mittlerweile Klassiker.
Auf dem Re-Release ist neben der originalen "Oi! Is Fun!", die Debüt-Ep "Oi!" und "Alte Zeiten" vom "Kraft Durch Oi!"-Sampler. Alles ist digital remastered und in einer Digipack-Hülle. Geht gar nicht verkehrt.

Igor Eberhard

Bewertung: 7,5 Punkte









Broilers/Volxsturm

   Good Fellas Never. Split. E.P.

 
Broilers/Volxsturm - Good Fellas Never. Split. E.P. Cover





DSS Records/Cargo Records
www.volxsturm.de
www.broilers.de
www.dssrecords.com

VOLXSTURM und BROILERS gemeinsam auf einer Scheibe. So muss es sein! Beide Bands haben sich seit ihren musikalischen Anfängen deutlich weiter entwickelt. Beide Bands kommen aus der Oi!-Szene und sind Partykracher. Kann nur gut sein. Ist es auch.

Igor Eberhard

Bewertung: 8,5 Punkte









Volxsturm

   Lichter Meiner Stadt

 
Volxsturm - Lichter meiner Stadt Cover





DSS Records/Cargo Records
www.volxsturm.de

VOLXSTURM ist eine Band, die sich von Veröffentlichung zu Veröffentlichung verändert – und im Gegensatz zu vielen anderen Bands besser wird. Ihre frühen Alben wie "Oi! Is Fun" oder "Mach Die Augen Auf!" oder ihre Debüt-EP "Oi!" sind zwar nicht gerade schlecht. Ihre Songs "Biertrinken", "So Wie Wir", "Oi!" oder etwa "Gestatten Volxsturm" sind Partykracher und bei jedem Gig von VOLXSTURM Stimmungsgaranten. Es liegen Welten zwischen "Lichter Meiner Stadt" und ihren frühen Alben. Mit "Lichter Meiner Stadt" hat die Band ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen. Weg von szenetypischen inhaltlichen und musikalischen Klischees, hin zu mehr Musikalität, ausgereifterem Songwriting, gelungenen Texten und besserer Produktion. Es geht mehr in Richtung der BROILERS – ohne die Szenehaftung und -verbundenheit zu verlieren. VOLXSTURM hat gezeigt, was im deutschsprachigen Punkrock/Oi! möglich sein kann.

Igor Eberhard

Bewertung: 9,5 Punkte









The Hellenbecks

   s/t


 
The Hellenbecks Cover






Remedy Records

Die Wiener Band THE HELLENBECKS legen ihr Debütalbum vor. Wie die Band beweist, ist in Wien eben nicht alles Zuckerguß, was (musikalisch) glänzt. Die Band besteht aus den vier "Brüdern” (im Geist) HELLENBECK. Da sie sich alles teilen, teilen sie sich auch den Namen (ob sie sich auch die Frauen teilen? Wäre eine interessante Information). Das ist gut so. Die Musik des Quartetts lässt sich einfach beschreiben: Rock Rock Rock’n’Roll. Diese doch durchaus simple Rezeptur wird durch Pop, 80er Rock, ein wenig Garage House und etwas Blues angereichert. Eine kräftige Mischung gelingt durch diese Rührmasse - und durch jede Menge Ideen und gutes Songwriting. Die Band sollte ihr Publikum finden - sicher auch bei den Tattoo Guide-Lesern.

Igor Frost

Bewertung: 8 Punkte







Movie Star Junkies

   Melville


 
Melville Cover






Voodoo Rhythm Records

Voodoo Rhythm Records steht für schräge oder ungewöhnliche Musik, die nirgendwo hineinpasst und sich ihre verdammten musikalischen Schubladen und sogar "Schränke” selbst baut und bastelt, um sie danach zu sprengen.
Mit den MOVIE STAR JUNKIES hat das Berner Label ein selbst für diese Kategorie ungewöhnliche Band im Programm. Schräger Blues, Garage House, Trash, Punk, Rock, Brass, Country, Italo-Western, Klassik und noch einige andere Einflüsse sind auf der Scheibe herauszuhören. Stellenweise wirkt ihr Album "Melville” fasst sphärisch anmutend. Wahrscheinlich beschreibe ich die Musik der MOVIE STAR JUNKIES komplett falsch. Andererseits: Scheiß drauf. Die MOVIE STAR JUNKIES sollte sich jeder selbst anhören. "Melville” jedenfalls vergißt man so schnell nicht.

Igor Frost

Bewertung: 9 Punkte







Various Artists

   Teenagers From Outer Space


 
Teenagers From Outer Space Cover






Halb7 Records

Sie waren jung und brauchten das Geld - spielen aber lieber Psychobilly in allen Varianten. So oder so ähnlich könnte das Motto des neuen Samplers "Teenagers From Outer Space” aus dem Hause Halb7 Records lauten.
Gerade erst ist eine Best Of-CD der FLANDERS und ihre gesammelten Werke in einer wunderschönen Vinyl--Sammler-Edition erschienen. Die neue Ausgabe des Psychomania-Fanzines, die gerade in Druck ist, wird in je einer Ausgabe auf deutsch und einer übesetzten in englisch herauskommen. Die Psychobilly-Ratpack-Reihe von Halb7 steht schon bald mit einer dritten Ausgabe am Start. Ganz egal, jetzt wurde noch ein neuer Sampler veröffentlicht: "Teenagers From Outer Space” Angeblich soll es nicht unbedingt eine Fortsetzung geben, ja ja, wer’s glaubt. Die "Teenagers From Outer Space”-Reihe ist den jungen Bands aus der Psycho-Ecke gewidmet. Nachwuchsbands aus dem weiten Feld Szene präsentieren, was sie können und stellen ihre Songs vor. Die Qualität bei dieser ersten Ausgabe ist sehr unterschiedlich - und ja, nicht alle haben den Billy neu erfunden. Wie bei fast allen Bands passt ihre Musik laut Eigendefinition in "keine Schublade”. Ein Statement in dieser Art ist Quasi-Standard. Das ist nicht weiter schlimm, es sind ja zum grossen Teil Nachwuchsbands. Trotzdem: ein, zwei Bands könnten deutlich mehr Zeit im Proberaum vertragen. Das reicht nicht wirklich für ein Album. Weiteres Proben ist bei Manchen wohl schwierig, da sie sich schon wieder aufgelöst haben. Schade.
Auf dem Album vertreten sind VENDETTA, SIR PSYKO AND HIS MONSTERS, THE HOLY HACK JACKS, THE ACTING APES, THE HOWLING WOLFMEN, DIARY OF SINNERS, THE SPACEBUGS, THE TOMBSTONE SURFERS und NIGHTSURF.
Vor allem VENDETTA (leider nur mit einem Stück auf dem Album), DIARY OF SINNERS und die Vorarlberger SIR PSYKO AND HIS MONSTERS sind die Highlights des Samplers.
Fazit: Auch wenn der Sampler einige Höhen und einige Tiefen hat, die Reihe ist eine gute Gelegenheit sich junge Psycho-Bands aus Deutschland und Österreich anzuhören und die Szene zu supporten oder erstmal kennenzulernen. Sehr sympathische Reihe, auf die Fortsetzungen darf man gespannt sein.

Igor Frost

Bewertung: 7 Punkte







Stomper 98

   Tage deiner Jugend


 
Tage deiner Jugend Cover






Pünktlich zum 10jährigen Bestehen der Band, haben Stomper 98 eine Doppel-CD auf den Markt geworfen die es in sich hat. Während auf der ersten CD neue Songs und Medleys alter Songs das Herz des Hörers erfreuen, werden auf der zweiten CD internationale Klassiker der Skinheadgeschichte gecovert. Die Auswahl der Coversongs ist erstklassig. Von "Monkey Man" der legendären The Specials, über "Do anything you wanna do" von EDDI & THE HOT RODS bis hin zu dem Onkelz-Klassiker "Tanz auf Deinem Grab" ist so einiges vertreten. Den Kollegen, die einen bitteren Beigeschmack auf der Zunge wegen eines Onkelz-Covers haben, sei gesagt, erst informieren, dann schreiben (schönen Gruß an Lui vom Terrorverlag)!

Des weiteren hat sich die Band einige Gastmusiker von u.a. Volxsturm, Springtoifel und Toxpack ins Studio geholt. Das die Mitglieder der Band in ganz Deutschland verteilt sind und sogar ein Mitglied in New York lebt, beeinträchtigt das Schaffen der Band keineswegs. Ganz im Gegenteil, vielleicht liegt da der Ursprung für die abwechslungsreiche Ausrichtung der Musik mit Saxofon und melodische Gitarre.

Zusammgefasst lässt sich sagen, wer OI-brüllt muss Stomper 98 "Tage deiner Jugend" kaufen, da führt kein Weg dran vorbei. Die Doppel-CD ist sehr umfangreich und das Booklet kann sich auch sehen lassen, somit handelt es sich um ein feines Stück Musikgeschichte, dass in jeder Working-Class-Sammlung nicht fehlen sollte. Oi Oi Oi

Fry

Bewertung: 8,8 Punkte







Out Of Look

   s/t


 
Cover






Wolverine Records

Das ist mal gar nicht schlecht! OUT OF LOOK ist das neue Band-Projekt von Karl "Cloey” K. - ein nicht ganz unbekannter in der Psychobilly-Szene und darüberhinaus. Er war Basser unter anderem bei den Billy-Heroen FRANTIC FLINTSTONES und bei UP TO VEGAS. Zum Glück sind OUT OF LOOK keine Klone der obengenannten Bands. Eher scheint sich die Band an GUANA BATZ und REVEREND HORTON HEAT orientiert zu haben - vor allem auch bei den Bassläufen und der Liedstruktur. Nein, diese Bands klonen sie deshalb auch noch lange nicht. Die spielen genau ihr Ding. schnellen 80er Psycho mit viel Rock’n’Roll, Country, Rock und einigen deutlichen Blueselementen. Nirgendwo kommt Langeweile auf. Auch instrumental ("Sunrise At The Foggy River”) kann das Trio begeistern. Wenn die Songs Maße hätten, wären es 90-60-90. Runderhum gelungen.

Igor Frost

Bewertung: 9,5 Punkte







Barroom Heroes

   ...Once It Was An Attitude!?


 
... Once It Was An Attitude!? Cover






Sunny Bastards

Rotz muss nicht immer schlecht sein. Wenn eine Oi!-, Streetpunk oder Punk-Scheibe mit Rotz in Verbindung gebracht wird, heißt das nicht unbedingt, dass die Musiker Probleme mit ihren Körpersekreten oder den Nebenhöhlen haben. Manchmal ist auch die Musik der Bands ein Rotz, okay, kann sein. Wenn eine Truppe wie die BARROOM HEROES dagegen "rotzig” spielen, ist dies nichts schlechtes sondern eher eine Empfehlung. Die BARROOM HEROES spielen diese Art rotzige Musik: dreckiger, rauher und nach vorne preschender Streetpunk, der nicht nur reichlich Aggro sondern auch ebensoviel Melodie hat. Laut Presse-Info klingt die Band etwas wie TOWERBLOCKS oder OXYMORON. Gar kein schlechter Vergleich, auch wenn der Gesang von Sucker von den OXYs deutlich prägnanter ist.
Auf die Dauert wirkt das Album leicht monoton, etwas mehr Abwechslungs bei der Songauswahl wäre nicht schlecht. Insgesamt aber zeigen die Daumen deutlich nach oben.
"... Once It Was An Attitude!?” ist das Debütalbum der BARROOM HEROES ..., meine Herren! Da bleibt nur die Band zu zitieren: "Let The Party Never End!”

Igor

Bewertung: 7,5 Punkte







Various Artists

   Where The Bad Boys Rock. 4


 
Where The Bad Boys Rock. 4 Cover






People Like You Records

Wieder mal ein Labelsampler von People Like You Records. Darauf ein guter Labelquerschnitt von vielen guten und bekannten Bands. Wie immer mit vielen Bands der ersten und zweiten Garde aus Punk, Psycho, Horrorpunk, Streetpunk und Punk’n’Roll. Angefangen von den ADICTS, DEADLINE, BROILERS, CHIP HANNA über P. PAUL FENECH, ROGER MIRET (diesmal ohne die DISASTERS), der Psycho-Entdeckung THE GRIT, FAR FROM FINISHED, MAD MARGE AND THE STONECUTTERS über KINGS OF NUTHIN, THE METEORS, HEARTBREAK ENGINES, THE GENERATORS, BORN TO LOSE bis zu PETER PAN SPEEDROCK, THE CREEPSHOW, DEEP EYNDE, THE BLACK HALOS, MAD SIN, FRONTKICK, THE PEACOCKS und den WHISKEY REBELS. Der einzige Ausfall sind leider wie immer THE MERRY WIDOWS. Anscheinend sind mit den Nietenpunks von den ASHERS (waren die nicht bei Concrete Jungle?) und den DEADLY SINS zwei vielversprechende neue Bands am Start. Man darf gespannt sein, ob am nächsten Label Sampler BATMOBILE mit am Start sein wird ...

Igor Frost

Bewertung: 7 Punkte







Exploited

   Punk’s Not Dead. The Box Set.


 
Punk’s Not Dead. The Box Set. Cover






3 DVD-Set. Cherry Red Records
www.cherryred.co.uk

Eines meiner ersten Punkalben war "Troops Of Tommorrow” von THE EXPLOITED. Damit war die Richtung vorgegeben. Neben GBH, DISCHARGE und den DEAD KENNEDYS bleiben die Schotten nicht nur für mich eine der wichtigsten Hardcorebands. Aber die Band ist nicht nur wichtig, sondern auch von Anfang an umstritten – sei es wegen vorgeblicher Nazi-Kontakte, Ausverkauf-Vorwürfen wegen ihres Auftritts bei "Top of the Pops", ihrer größer werdenden Metalkante oder den plumpen Texten wie bei "Maggie (Is A Cunt)" über Maggie Thatcher. Scheiß drauf. Ihre pure Aggression hilft noch immer in Ausnahmesituationen.
Cherry Red Records veröffentlicht mit "Punk’s Not Dead. The Box Set” die ultimative DVD-Box von THE EXPLOITED. Auf der ersten DVD ("Rock N Roll Outlaws/Sexual Favours") sind eine Dokumentation über die Band und Live-Aufnahmen. Auf DVD 2 ("83-87/Live At The Palm Cove”) ist Archivmaterial vom Mardi Gras Nottingham, dem Olympic Auditorium Los Angeles und der City Hall Carlisle plus Interviews. Im zweiten Teil ist wieder ein Live-Konzert zu sehen. Auf DVD 3 ("Live In Japan/Live In Buenos Aires") sind Mitschnitte von zwei Gigs in Buenos Aires und Japan aus den 90er Jahren, die nach einer "kreativen Bandpause" gegeben wurden. Der Box-Set ist eine feine Sache: laut, krachig, aggressiv wie THE EXPLOITED eben.

Igor Eberhard

Bewertung: 7 Punkte







Batmobile/Peter Pan Speedrock

   Cross Contamination. Split-CD


 
Cross Contamination Cover






People Like You
www.batmobileforever.com
www.peterpanspeedrock.nl

Nur noch "B-Music" (B wie in B-Movies, B-Musiker, B-usen etc.) spielen die altgedienten "B"sychobilly-Haudegen von BATMOBILE. Warum? Wer weiß das schon?
Es interessiert keinen, solange die Musik gleich bleibt. Und das tut sie.
Immerhin existieren die Rotterdamer Batmobillys seit 25 Jahren und noch immer lassen sie nicht nach. Zum 25-Jahre Band-Jubiläum haben sie ein Split-Album mit den Eindhovener Speedrockern von PETER PAN SPEEDROCK vorgelegt. BATMOBILE covern fünf Stücke von PETER PAN ("Hellalujah", "Go Satan Go", "Killerspeed", "Big Toy", "Straight Back To Hormoneville”). Die PETER PAN SPEEDROCKs lassen das nicht auf sich sitzen und covern im Gegenzug fünf Stücke – na, wer kommt drauf von wem? BATMOBILE natürlich. Und wie es sich gehört, interpretieren sie Klassiker und Hits der B-Billys: "Transsylvanian Express", "Dead (I Want Them When They Are Dead)", "Dynamite", "Shoot Shoot" und "Mission Impossible". Zwei holländische Bands, die zu den besten des Landes gehören covern sich gegenseitig und haben mächtig Spaß daran. Den Zuhörern geht es nicht anders.

Igor Eberhard

Bewertung: 8 Punkte







Popa Chubby With Galea

   Vicous Country


 
Vicous Country Cover






Dixiefrog/Fenn
www.popachubby.com

Wenn Blues auf Rock trifft, kommt fast immer Bluesrock heraus. Meistens ist das Ergebnis allenfalls nett zu nennen. POPA CHUBBY ist spannender und hörenswerter, wenn auch nicht unbedingt für auf die Dauer.
Chubby spielte mit den US-Punkbands CHAOS und RICHARD HELL AND THE VOIDOIDS. Eigentlich ist er vor allem Bluesmusiker. Leider hatte er lange Schwierigkeiten im Blues-Buisness aufgrund seiner Hautfarbe. Das Amerika unter Bush war nicht bereit für einen schwarzen Präsidenten ... pardon, einen weißen Bluesmusiker. POPA CHUBBY ist für Blues-Puristen wahrscheinlich nur ein Augenverdrehen wert, denn er mischt Country, Hard Rock, Hip-Hop, Punk, Rockabilly darunter. CHUBBY ist ein erstklassiger Gitarrist und Sänger und seine Frau GALEA eine dazu passende Bassistin und Sängerin. Gelernt hat er nicht nur durch Auftritte in diversen Clubs, sondern auch durch Gigs als Straßenmusiker in der New Yorker U-Bahn. Es wäre schade, wenn es CHUBBY und GALEA wie der New Yorker U-Bahn gehen würde: Jeder kennt sie. Keiner fährt mit.

Igor Eberhard

Bewertung: 7,5 Punkte







Stiff Little Fingers

   Live And Loud/Fly The Flags


 
Live And Loud/Fly The Flags Cover






DCD. Anagram Records/Cherry Red Records

Anagram Records/Cherry Red Records ist auf Re-Release spezialisiert. Es kommt einiges an Müll heraus, aber doch auch einige Perlen. Eine davon haben wir hier. Damit es mehr Spaß macht, ist es gleich eine Doppel-CD (auf einem Silberling)und zwar live.
Die ersten Konzerte von STIFF LITTLE FINGERS nach der Re-Union 1987 wurden auf dem Anagram-Album "Live And Loud" veröffentlicht. Und weil das Label weiß, was es da hat, gibt es davon eine Wiederveröffentlichung. "Fly The Flags" ist das zweite Album (nach "Flags And Emblems"), das mit Bruce Foxton (Ex-The Jam) eingespielt wurde. Es ist der Mitschnitt eines Konzertes in der Brixton Academy in London von 1991. Für Liebhaber der FINGERS eine günstige Gelegenheit, sie live und kostengünstig zu hören. Igor Eberhard

Bewertung: 8 Punkte







Various Artists

   Wir Sind Rock’N’Rollkids. Kinderhits im Punkformat!


 
 Cover






Wolverine Records
http://www.wolverine-records.de
http://www.rocknrollkids.de

Wolverine Records hat ein Herz für Kinder entdeckt. Neben der Klamottenmarke Rocknrollkids gibt es auch einen Sampler zum Thema. "Wir Sind Rock’N’Rollkids. Kinderhits im Punkformat!" ist das, was es verspricht: Kinderlieder, die von Punk-, Oi!-, Ska- und Streetrockbands gecovert werden. Hat was. Es ist viel, viel besser als die Originale. Möglicherweise kann man den Kleinen durch die Hintertür etwas mitgeben und sie werden nicht zu willfährigen Kommerz-Klonen.
Leider ist"Pumuckel" gleich zweifach auf dem Album – ein anderer Song wäre nicht schlecht gewesen. Leider auch sind zum allergrößten Teil eher unbekanntere Bands aus Punk, Oi!, Streetrock und Ska auf dem Silberling – mit Ausnahmen von VERLORENE JUNGS (das "Spongebob Theme" ist eines der Highlights der Scheibe), DRITTE WAHL, FROHLIX und RANTANPLAN. Schön wäre es gewesen noch ein Stück etwa von SPRINGTOIFEL auf die Scheibe zu packen. Die Mainzeldroogs haben vor einigen Jahren ein ähnliches musikalisches Vorhaben umgesetzt.
Mit Stücken von VERLORENE JUNGS, JOHNNIE ROOK, SKATOONS, BACKSTREET NOISE AND THE BEATCH GIRSL, MR. BUBBLE B., ESTREPITO BANDITOS, DRITTE WAHL, FROHLIX, WILDE ZEITEN, RAMAZURI, THE MAGIC WISHMOBS, RANTANPLAN, LOST LYRICS, KING SIZE, DIE PIGS, ALIEN 101, NEVERMIND und LILI FEAT. SCHNECKENMISCHER.
Rettet eure Kinder davor, Klonmenschen zu werden! Tut Gutes und kauft außerdem diese CD. Es ist auf jeden Fall besser für die Ohren der Eltern als die Originale!

Igor Eberhard

Bewertung: 7 Punkte







Beat Devils

   Second Date


 
Second Date Cover






Crazy Love Records

Stress, Stress, Stress! Stress ist überall und wird ausgelöst wenn Stressfaktoren, wenn der Körper auf innere oder äußere Reize reagiert. Diese Stressfaktoren sind Stressoren. Musikalische Stressoren sind die Neo-Rockabilly-Band STRESSOR aus Tula in Russland, die kräftig ebendiesen Stress verursacht. Im besten Fall äußert sich diese Reizreaktion durch Tanzwut. Die Herrschaften Stressmacher wirken auf "Burn Out!” ihrem Debütalbum (?) mehr als redlich darauf hin. Dennoch mehr als ein Zucken wird es nicht. "Burn Out!" ist ein solides Album, macht Spaß zu hören. Leider prägt es sich nicht übermäßig ein.

Igor Frost

Bewertung: 7 Punkte







Adam West

   ESP: Extra Sexual Perception


 
ESP: Extra Sexual Perception Cover






People Like You Records/Starkult

Nach Daumen mal Pie 16 Jahren Bandgeschichte, 35 Singles, zehn Alben verabschieden sich ADAM WEST als Band von den Konzertbühnen. Mit ROSE TATTOO und PETER PAN SPEEDROCK sind sie eine der besten Bands im Speedrock-Sektor ... gewesen ... muss man jetzt schon schreiben.
ADAM WEST haben Hochgeschwindigkeits-Rock’n’Roll gespielt, eine wilde Mischung aus MISFITS, MC5, BLACK SABBATH, ZEKE, AC/DC, Garage Punk und Hardrock. Sehr heiß, sehr schnell, sehr laut. Kann man sich etwas darunter vorstellen oder? Vor allem live kocht der Zuschauerraum bei ihren Gigs. Wer die Band bei irgendeinem Konzert erlebt hat, weiß das: Schweinerockfieber pur!
"SP: Extra Sexual Perception" ist ihr Abschiedsalbum. Besonders innovativ ist es nicht geworden. Das wird bei dem Quartett aus Washington auch nicht unbedingt erwartet. Es ist eher ein gewohntes Album mit hochtourigem Speedrock mit Glamourfaktor. Mit ADAM WEST ist es wie mit dem Essen in der Stammkneipe: Man weiß, was man bekommt und bestellt doch immer das gleiche Essen. Einfach weil es gut ist – und sich mit ein paar Gläsern Bier noch besser herunterspülen lässt. Um so trauriger ist es, sollte es irgendwann nicht mehr die Stammkneipe oder das Stammessen geben. So ist es auch mit ADAM WEST.

Igor Eberhard

Bewertung: 7,5 Punkte







The Termites

   Kicked In The Teeth


 
Kicked In The Teeth Cover






Crazy Love Records
www.myspace.com/termitesthe

"Kicked In The Teeth" von den TERMITES ist mein persönliches Album des Jahres. Die legendäre schottische Psychobilly-Combo THE TERMITES meldet sich endlich wieder zurück ... und die Jungs sind noch genau so angepisst wie vor fast 30 Jahren bei der Bandgründung.
Die Termiten spielen ihren gewohnten Fuck Off-Billy wie auf ihrem alten – und lange Zeit leider einzigem – Album "Overload", das vor 18 Jahren erschien.
Man, sind die fünf Burschen mies drauf. Mittlerweile sind es ja fünf. Da zur normalen Besetzung mit Johnny Fiddles ein Geiger dazugekommen ist. Arschritt mit Geige also. Klingt gut und kann was. Es ist für mich das erste mal, dass ich einen derart aggressiv-melodisches Geigenspiel erleben durfte. Aggro-Folk-Einflüsse könnte man das eventuelle beschubladsen. Musikalisch sind die Schotten auch besser und ausgereifter geworden.
"Kicked In The Teeth" ist das ideale Album für durchzechte Nächte, für "erlebnisorientierte Freizeitgestaltung" – und für jede gute Party. Die TERMITES stellen die gängigen Szenegrößen mit ihrem neuem Album locker in den Schatten. Und übrigens: FTW!

Igor Eberhard

Bewertung: 10 Punkte







Paul Flora

   Fauna, Fabeln und Figuren


 
Fauna, Fabeln und Figuren Cover






Diogenes Verlag Paul Flora ist Illustrator, Karikaturist, Zeichner und Schriftsteller aus Österreich. Bekannt sind viele seiner politischen Karikaturen und noch mehr seiner Grafiken und Zeichnungen. Vor allem sein satirischer Ton und sein rabenschwarzer Humor machten ihn berühmt.
Die feinstrichigen Tuschzeichnungen mit klaren, etwas krakelig-wirkenden Linien und seinen, – wie er es nennt – "nervösen Strichgewittern" prägen seine Bilder. Manchmal werden sie durch den Einsatz von Bunstiften oder Aquarellfarbe ergänzt.
Der Diogenes Verlag veröffentlicht mit dem Band "Fauna, Fabeln und Figuren" 62 neue Zeichnungen aus den letzten Jahren. Der Titel ist nicht ganz zutreffend, da sich auf den Bildern außerdem zahlreiche Städteportraits, Landschaften, einige sehr skurile und schräge "Gestalten" – und sehr viel morbide Stimmung finden. Zeichnungen wie "Ein sonderbares Weib", "Die Boten" oder "Abend III" sind herrlich rabendüster. Andere wie "Der Vorstand des Nasenclubs" oder "Drei Denker mit Alpen" dagegen sind melancholische Parabeln auf den Menschen an und für sich – oder auch nicht, wer weiß das schon. Einfach lesen, anschauen und in die Welt von Paul Flora eintauchen.

Igor Eberhard

Bewertung: 8 Punkte







Kirsten Achenbach und Albert Gerdes

   Wieviel Wasser hat das Meer? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu einem unbekannten Universum


 
Wieviel Wasser hat das Meer? Cover






Fischer Taschenbuch Verlag, marebuchverlag
Frankfurt am Main und Hamburg
208 Seiten, 7,95 Euro

Für die Zeit des Kalten Krieges gibt es ein Bild für besonders gefährliche Krisensituationen, das noch heute jeder kennt: das rote Telefon zwischen Moskau und Washington. Beim Läuten des Telefons weiß jeder Fernsehzuschauer, dass es gleich brenzlig wird (Einmarsch in Kuba, Wettrüsten, neue Mission für James Bond etc.). Ob Angela Merkel auch ein solches besitzt und wenn ja, ob es nach Brüssel, Moskau oder Washington geschaltet ist, darüber liegen keine Informationen vor.
Weit entfernt von globaler Krisenintervention und noch weiter vom Kalten Krieg ist das "Blaue Telefon". Es ist die "mare"-Hotline für alle Fragen zum Thema Meer und Wasser. Alles was die Leserinnen und Leser wissen wollen, wird ihnen dort fachkundig beantwortet. Und das Meer steckt immer voller Fragen, nicht nur für Forscher.
Kirsten Achenbach und Albert Gerdes vom MARUM Forschungszentrums Ozeanränder an der Universität Bremen haben 1997 die Aktion "Wissenschaft am Telefon" ins Leben gerufen, aus der später "Das Blaue Telefon" entstand. "Wissenschaft am Telefon" sollte und soll es ermöglichen, eine schnelle und unkomplizierte Verbindung und einen Dialog zwischen Wissenschaftlern und Interessierten zu schaffen. Damit die Wissenschafts-Hotline nicht nur einzelne Personen erreicht, sondern eine möglichst breitere Menge Interessierter, wurde das "Blaue Telefon" von einer Telefon- oder Emailauskunft auch zu einer Kolumne in "mare". Schon seit über zehn Jahren wird diese veröffentlicht und seit dieser Zeit gehen das Interesse und die Fragen nicht aus.

Kirsten Achenbach und Albert Gerdes haben in ihrem Buch "Wie viel Wasser hat das Meer? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu einem unbekannten Universum" 200 der spannendsten, ungewöhnlichsten, aber auch unterhaltsamsten Antworten auf Leserfragen zusammengetragen. Die beiden Experten beantworten – auch mithilfe kompetenter Kollegen aus anderen Fächern – Fragen aus allen Feldern der maritimen Lebenswirklichkeit, angefangen von der Meeresbiologie und Umweltbedingungen, über klimatische Verhältnisse, Nautik, Geschichte, Ethnologie bis hin zu Sprach- und Weltraumforschung. Achenbach und Gerdes bemühen sich dabei, möglichst keine Facette auszulassen.
"Wo beginnt die Hohe See?", "Wie viel Wasser ist im Meer?", "Wieso kann man Schwäne im Vergleich zu anderen Seevögeln auf dem Radarschirm so leicht mit Tonnen verwechseln?", "Woher rührt die Bezeichnung ,Duckdalben’?", "Wirkt die Gezeitenkraft des Mondes auch auf das Wasser im menschlichen Körper?", "Was ist der Seemannssonntag?", "Warum sind Passagierschiffe weiß?" oder "Ist es gefährlich bei Gewitter zu Rauchen?" diese und noch viele andere Fragen beantworten Achenbach und Gerdes in ihrem unterhaltsamen Kompendium. Wer schon immer wissen wollte, ob der Heringskönig Untertanen hat, wie Tsunamis ausgelöst werden, wie man Seespargel isst oder ob Schiffbrüchige sterben können, weil ihnen die Blase platzt, liegt mit "Wie viel Wasser hat das Meer?" genau richtig.

Das Meer ist und bleibt dennoch ein "unbekanntes Universum", wie es im Untertitel heißt. Es gilt für alle, immer wieder neue Welten zu entdecken und neue Antworten zu finden, die erst wieder neue Fragen ermöglichen. So wird es wohl immer weiter gehen. Dennoch bilden die Antworten in "Wie viel Wasser hat das Meer?" die Möglichkeit kleine Informations-"Schätze" zu bergen, denn viele der vorausgehenden Fragen sind Ausgangspunkte für eigene, weitere vergnügliche Entdeckungsreisen. Es bleibt nur, zu hoffen, dass nicht erst nach zehn weiteren Jahren eine Fortsetzung auf den Markt kommt.

Igor Eberhard

Bewertung: 8,5 Punkte







Johnny Rocket

   Pain is her Game


 
Johnny Rocket - Pain is her Game Cover






Das äußerst attraktive Quartett JOHNNY ROCKET gabelte ich bei Myspace auf und freute mir ein zweites Loch in den A... ähhh Hintern, als ich zwischen den gefürchteten monatlichen Rechnungen die neue Scheibe "Pain is her Game" in meinem Briefkasten fand.
YEAH YEAH YEAH! Endlich eine Punk'n'Roll-Scheibe die mehr als rockt. Alle elf Songs sind abwechslungsreich und machen Laune. Instrumental gerne verglichen mit Turbo A.C.'s heizen die Jungs mit Taktwechseln und tanzbaren Klängen ein. Außerdem macht der Kontrabass den unvergleichlichen Rock'n'Roll Sound. Denn man darf nicht vergessen, wieviele Bands schreien wie krass sie Rock'n'Roll wären, aber den Kontrabass nur aus 50er Jahre-Streifen kennen. Stimmlich erinnert mich die Scheibe an Herrn Teutoburg-Weiß (Sänger Beatsteaks), wobei ich die Vermutung habe, dass Johnny es schafft alle Tracks durchzurotzen ohne eine einzige Schweißperle zu vergießen. Ob leidend, liebend oder hassend - dieser rauchig rauhen Stimme nehme ich alles ab.
Textlich wird - wie zu erwarten war - geprollt und über die wichtigen Dinge im Leben wie Autos, Frauen und Alkoholgenuss gesungen, aber immer mit Humor und Zweideutigkeit.
Zusammengefasst hat JOHNNY ROCKET mit "Pain is her Game" einen gut geschüttelten und explosiven Punk'n'Roll-Shake gemixt, dessen Geschmack auch nach mehrmaliger Verkostung nach mehr verlangt.

Anmerkung:
Ist ja schön, dass für die Rock'n'Roll-Liebhaber im Booklet das Lieblings Pinup der Band -Fuel Durden- posiert. Aber was ist mit uns Mädels? Gott hat auch uns das Augenlicht geschenkt! Also los ihr Süßen - zieht euch aus und macht uns glücklich!

Jule

Bewertung: 9 Punkte







Evergrey

   Torn


 
Evergrey - Torn Cover






Die schwedische Melodic-Metal-Band Evergrey ist zurück und entgegen des Titels "Torn" - zu Deutsch zerrissen - wirkt das Machwerk eher ausgeglichen und durchdacht. Aber ein Albumtitel muss sich ja nicht immer auf die Musik beziehen. Wenn man sich die Aussagen des Sängers Tom Englund anschaut, wird schon eher klar woher der Wind weht. Wie anders soll man sonst folgende Aussagen verstehen: "Die Stücke klingen also genau so, wie es unsere Fans von uns erwarten."Und "Wir nahmen weder Rücksicht auf irgendwelche Hörgewohnheiten im Radio" aha, da frage ich mich jetzt doch, ob es sich vielleicht um einen Übersetzungsfehler handelt? Vielleicht gehen Evergrey aber auch einfach davon aus, dass sich ihre Fans mit der Band entwickeln und doch eher selten Radio hören. Who knows?

Was viel interessanter ist als das übliche Promo-Gelaber, ist doch das Gesamtwerk. Und das ist nach dem Vorgängeralbum "Monday Morning Apocalypse", wo man den Eindruck hatte, ein Song muss mindestens 3 Minuten lang sein und eine bestimmte Anzahl an Songs soll ja auch auf die Platte, wieder sehr energetisch und mit viel Leidenschaft aufgenommen worden. Das Besondere der Band ist wohl die Kombination aus fettem Sound und die Streckenweise sehr melodische Stimme des Sängers. Evergrey-Fans wissen wovon ich rede und alle die die es werden wollen, können mit "Torn" durchaus einsteigen. Mein Anspieltipp wäre der Song "When Kingdoms Fall". Wer also Evergrey noch nicht kennt, sollte diesen Song sich anhören und wenn der nicht gefällt, dann wird das wohl nichts mit der neuen Lieblingsband. Allen Fans der Band sei gesagt, kaufen kaufen kaufen! Denn soundtechnisch ist die Platte perfekt und bei dem bevorstehenden Herbstwetter geradezu ideal.

Fazit: Ein gelungenes Werk und ein Muss für alle Fans des episch-kraftvollen Melodic-Metal.

Fry

Bewertung: 8 Punkte







180 Grad

   Hand aufs Herz


 
180 Grad - Hand aufs Herz Cover






CD Sunny Bastards

Es ist unfair den Vergleich mit TTOXPACK oder den ONKELZ zu bemühen. 180 GRAD spielen schlicht und einfach deutschsprachigen Streetrock (mit einer deutlichen Prise Oi! und etwas Metal) mit rauem, dreckigem Gesang. Die einzige weitere Gemeinsamkeit, die 180 Grad mit oben genannten Bands haben, ist die Eingängigkeit und Geradlinigkeit der Texte. Und das ist nichts schlechtes. Die Texte sind außerdem durchdacht, zum großen Teil abseits der Klischees beheimatet und durchaus auch hintergründig.

Musikalisch hat die Band das Rad nicht die neu erfunden. Es ist eher eine "Zweite-Blicks-Schönheit". Wenn man sich etwas hineinhört, können 180 GRAD mit "Hand aufs Herz" dennoch durchaus Begleiter eine etwas ängere Zeit und nicht nur für ein Streetrock-Stundenhotel werden. Sehr nett.

Igor Eberhard

Bewertung: 5 Punkte







Static Thought

   The Motive for Movement


 
Static Thought - The Motive for Movement Cover






Mit "The Motive for Movement" haben die vier Jungs aus San Francisco ihr zweites Album nach ihrer Debütscheibe "In The Trenches" auf Hellcats Records veröffentlicht.
Wer auf diesem Label musizieren darf, der muss meiner Erfahrung nach einfach geilen Punkrock machen (außer "Orange" war ein Fehltritt). Das musikalische Genie Tim Armstrong hat eben ein Händchen und zwei Öhrchen für ehrlichen Hardcore und Punk.
"The Motive for Movement" ist mit seinen 12 Tracks zwischen Streetpunk, hardcore-lastigen Texten und einer Brise Ska eben ein typischen Punkrockalbum, welches man in jeder Lebenslage genießen kann. Ob auf dem Arbeitsweg, auf einer Party oder einfach beim Nixtun.

Zwischen den zur Zeit sehr experimentellen und genreübergreifenden Alben ist "The Motiv for Movement" endlich mal wieder eine sehr solide Punkrockscheibe, die ohne zu langweilen aber unverblümt auf den Punkt kommt.
Auf jeden Fall ist STATIC THOUGHT eine Band, welche seit einiger Zeit an meiner Pinwand neben der Agnostic Front Autogrammkarte und einem recht abgefuckten Rancidcover als Bandfoto ihren Platz eingenommen hat, um mich bei der täglichen Arbeit nicht vergessen zu lassen, alles ehrlich und mit Herz zu tun - egal was man macht.

Jule

Bewertung: 8 Punkte







Cog

   Sharing Space


 
cog - Sharing Spaces Cover






"Sharing Space" ist das offiziell 2. Studioalbum der australischen Prog-Rocker cog. Wem so wie mir, Schubladen ein Graus sind, wird mit der Umschreibung Progressive-Rock wenig anfangen können. Bei genauerer Recherche im Netz, stieß ich im Zusammenhang mit cog noch auf die Begriffe: ModernProg, IndieProg und AlternativeProg. Ganz toll hab ich mir gedacht, jetzt weiß ich Bescheid. Wer denkt sich eigentlich diese ganzen Schubladenbegriffe aus und wozu sollen sie gut sein? Damit der Konsument, dem die LP von Band "A" aus dem Bereich Progressive-Alternative-Crossover-Heavy-Volksmusik gefallen hat, nur noch Musik aus diesem Genre hört? Alles Schwachsinn! Cog machen Alternative Rock, die auch schon mal Grunge genannt wurde, von mir aus auch Indie. Das Besondere an cog und das wollen uns die Schubladenerfinder wohl eigentlich mitteilen, ist ihre Progressivität (Weiterentwicklung). Was nichts anderes heißt, als das die 3 Jungs aus Downunder keine Lust haben das zu machen, was vor ihnen schon zig andere Bands versuchten und das sollte wohl Ziel von jeder Band sein. Soviel zur Theorie. "Sharing Space" ist eine ausgewogene LP, der man anmerkt, dass aus den angepeilten 4 Monaten im Studio schnell 10 geworden sind. Musikalisch erinnern mich die Jungs an Pearl Jam, nicht nur die Stimme des Sängers Flynn Gower erinnert viele an Eddie Vedder (mich ja eher an den Sänger von Billy Talent), auch die sehr ruhige Musik auf "Sharing Space". Wer auf schnelle harte Musik steht, sollte sich nicht gerade für diese Scheibe entscheiden. Als eigene Vorbilder geben cog unter anderem SOAD an, was wohl mehr auf die Texte bzw. den Inhalt bezogen ist, als auf Tempowechsel und Aggressivität. Die Scheibe ist ideal zum nebenbei hören, praktisch als Hintergrundmusik, was nicht heißt das sie nicht zu mehr taugt. Nur, diese Musik muss mehr als einmal gehört werden, um ihre Vielschichtigkeit zu erkennen. Ein Synthesizer gehört genauso zum Equipment, wie der Bass oder das Schlagzeug, was wohl das Besondere an cog ist. Einen Anspieltipp zu geben fällt hier schwer. Vielleicht sollte man sich nicht gleich vom ersten Track abschrecken lassen, der doch sehr ruhig und langsam ist und eher ans Ende der LP gehört hätte. Fazit: "Sharing Space" ist eine wunderbare, herbstliche Platte, die zu keiner besseren Jahreszeit hätte rauskommen dürfen und die bei einer Tasse Tee mit der neuen Freundin zum kuscheln einlädt.

Fry

Bewertung: 7,5 Punkte







Pinkspots

   Der Hutklub


 
Pinkspots- Der Hutklub Cover






CD (Frankie Boy Records/Wolverine Records)

Ganz ungewohnte Klänge tun sich mit den Pinkspots auf. Die rosa Pünktchen bestehen aus drei (!) Damen am Gesang und einer Begleit-Combo aus Akkordeon, Melodika, Gitarre, Violine, Bass und Schlagzeug. Und sie machen mit offensichtlich großer Begeisterung deutschsprachige Musik, genauer gesagt: Swing, wie er im Zuge des Swing-Revivals vor einigen Jahren wieder aufgekommen ist. Mit etwas Schlager, Comedy und Jazz dazu. Der Gesang ist mehrstimmig und fein aufeinander abgestimmt. Die Texte sind zum Teil ironisch, witzig, skuril, manchmal etwas verträumt – aber nie langweilig. "Der Hutklub" ist verwirrend, tendenziös verstörend und immer bezaubernd. Ein sehr ungewöhnliches Album, das selbst gestandene Punkrocker weich zu klopfen vermag. Die Pinkspots sind eine Band, die live sicher noch mehr hermacht: hingehen, shaken und ... swingen (Nein, nicht im Swingerclub, sondern auf der Tanzfläche!).

Igor Eberhard

Bewertung: 8 Punkte







Ben Cooper

   Rockin


 
Ben Cooper - Rockin Cover






CD (Cherry Pie Records/Cherry Red)

Wer Stray Cats oder Matchbox sagt, sagt auch irgendwann Restless. Das ist einfach so. Neo-Rockabilly ohne Restless geht nicht. Denn die Briten sind nicht nur seit etwa 30 Jahren im Geschäft und haben ähnlich vielen Alben herausgebracht, sondern haben diesen Stil mitbegründet. Wie bei vielen (Neo-) Rockabilly-Bands kreist auch hier viel um den Frontmann, den Sänger und Ausnahme-Gitarristen Mark Harmann. Doch Ben Cooper, Gründungsmitglied und Schlagzeuger der Band, hat viele der klassischen Hits verfasst. Jetzt ist sein erstes Soloalbum erschienen: "Rockin". Und ja, logischerweise klingt das Album nach Restless. Auf dem Album sind nicht nur "typischere", sondern auch zum Teil Rhythm’n’ Blues-, Country- und Rockabilly-lastige Songs. Cooper hat auf dem Album bis auf das Layout alles selbst gemacht: alle Instrumente selbst eingespielt, die Stücke verfasst, produziert und abgemischt. Herausgekommen ist, auch wenn nicht alles Hits sind, ein gepflegtes Album und ein erstklassiges Debüt.

Igor Eberhard

Bewertung: 9 Punkte







Ivanhoe

   Lifeline


 
Ivanhoe - Lifeline Cover






Exzellenter Progressiv-Metal gemischt mit gefühlvollem Melodic: das ist das neue Album "Lifeline" von Ivanhoe.
Die Jungs schaffen es mit ihren perfekt organisierten Songs und der komplizierten Rhythmik ein extrem anspruchsvolles Album entstehen zu lassen, welches dem Zuhörer viel Spaß am Zuhören bereitet. Perfektion im Umgang mit ihren Instrumenten werden bei Prog-Metallern ja vorausgesetzt und hier auch einmal wieder sehr schön unter Beweis gestellt. Ivanhoe erfinden das Genre nicht neu, aber warum auch, sie bieten genau das, was man erwartet und auch hören will: rasante Gitarrenriffs, welche die Pentatonik in allen möglichen Variationen auseinander nehmen, Schlagzeugtakte, bei denen sich andere die Sticks verknoten würden oder einen epileptischen Anfall bekommen, und natürlich alles unterlegt durch melodiöse Keyboardbegleitung.
Ohrwurmverdächtig ist die sehr gefühlvolle Ballade "Angels Hologram", welche sich durch ihren markanten Refrain sofort ins Gehirn einbrennt. Wer meint, dass Sänger mit hoher Gesangsstimme (hallo Power-Metal) schwul klingen, weiß einfach nur nicht, was gute Musik bedeutet.

"Lifeline" ist ein sehr gelungener und kompliziert gestrickter Longplayer, welcher die Fans des Progmetal begeistern wird. Aber auch für Befürworter anderer Genres ist dieses Album durch seine melodiöse Seite nur ans Herz zu legen. Jungs, macht gefälligst weiter so!

Potter

Bewertung: 9,5 Punkte







The Legendary Raw Deal

   Outlaw Man


 
The Legendary Raw Deal - Outlaw Man Cover






CD (Vinyl Japan/Cherry Red Records)

The Legendary Raw Deal ist ein Seitenprojekt von P. Paul Fenech. Dem Einen oder Anderen dürfte er als fast schon kultisch verehrter Anhänger der Meteors bekannt sein. Unumstritten war Fenech nie. Er hatte nie eine andere Absicht: "Psycho by birth, bastard by choice" eben. Wenn Fenech keinen Psycho machen will, tobt er sich als Solokünstler aus (mittlerweile ist sein siebtes Soloalbum erschienen) oder mit The Legendary Raw Deal.
Raw Deal nannten sich die Meteors bei ihren Anfängen, als sie langsam begonnen hatten, sich gegen den verkrusteten, eingefahrenen Rockabilly aufzulehnen.
Mit The Legendary Raw Deal greift Fenech gemeinsam mit Begleitmusikern zurück auf diese alten Rockabilly-Tage. Auf dem dritten Album, "Outlaw Man", dieser Nebenband, spielt Fenech vor allem seine eigene, spezielle Interpretation von Rockabilly- und Country- und Western-Klassikern von Johnny Cash, Jimmy Wages, Ray Harris etc. Legendary Raw Deal haben auf "Outlaw Man" dreizehn düstere, hart gespielte Songs herausgebracht. Ergänzt werden diese durch sechs Stücke von Fenech. Das Album ist ein Re-Release des vergriffenen 97er-Albums.

Igor Eberhard

Bewertung: 8 Punkte







Destination's Calling

   Invisible Walls


 
Destination's Calling - Invisible Walls Cover






Die deutschen Melodic-Metaller Destination’s Calling bringen mit ihrem in Eigenproduktion entstandenem Album "Invisible Walls" ihren zweiten Longplayer an den Mann.

Mit einem science-fiction-ähnlichem Intro (kreativerweise auch "Intro" genannt) beginnend, welches die vier Jungs aber auch gut hätten weg lassen können, folgt der erste Song "Fallen From Grace", und läutet damit den Rest des Album ein: abwechslungsreiche Songs, mit schnellen Schlagzeug-Beats, saubere und kraftvolle Gitarren-Riffs, gefolgt von ruhigen melodischen Abschnitten, alles natürlich mit sanfter Keyboard-Untermalung, wie es in dem Genre auch nicht fehlen darf. Die cleane Stimme von Sänger und Gitarrist Christian Gräter rundet die Sache super ab.
Gefühlvoll zeigt sich die Platte mit ihren drei Balladen/Halbballaden "Bleeding Again", "Disconnected" und dem Titelsong "Invisible Walls".

"Invisible Walls" ist ein abwechslungsreiches, spannendes und power-geladenes Album, welches für jeden Fan des Genres ein Muss und für alle anderen auf jeden Fall einmal hörenswert ist.

Potter

Bewertung: 8 Punkte







Holy Moses

   Agony Of Death


 
Holy Moses - Agony Of Death Cover






Das neue Album "Agony of Death” der Thrash-Metaller Holy Moses zeigt sich gewohnt Old School: schnelles Gitarrengeschrammel, ordentliches Double Bass Geknüpel aus Richtung des Schlagzeugers und die kräftige Stimme von Frontröhre Sabina Classen bringen den Zuhörer sofort in die Stimmung, die langen Haare schwingen zu lassen. Halt genau das, was man von dieser Band gewohnt ist und auch erwartet.

Der erste Song "Imagination" beginnt mit einem atmosphärischem Intro, nachdem es gleich knüppelhart zur Sache geht. Allerdings bleibt es nicht bei diesem einen Intro. Was wahrscheinlich als nette Idee gemeint sein sollte, stößt bei mir auf großes Unbehagen: zwischen jeden Song des Album gibt es eine (nicht gerade kurze) Geknüppel-Pause mit ruhigem elektronischen Geplänkel. Meiner Meinung nach ist dies aber überhaupt nicht notwendig und stört den Headbanger-Fluss nur ungemein.

Aber nun gut, trotzdem ist "Agony of Death" eine gelungene Platte. Holy Moses bleiben sich treu und folgen weiter der Old-School Trash-Metal-Schiene.

Potter

Bewertung: 7 Punkte







Tom Toxic Und Die Holstein Rockets

   Verdammtes Glücksspiel


 
Tom Toxic Und Die Holstein Rockets - Verdammtes Glücksspiel Cover






Crazy Love Records

Wer die Rockabilly Mafia oder Mess Of Booze mag, wird wahrscheinlich auch seine Heidenfreude an Tom Toxiy Und Die Holstein Rockets haben. Das Debütalbum der Holstein Rockets "Verdammtes Glücksspiel" schlägt in eine ähnliche Kerbe: deutschsprachiger, durchwegs eingängiger Rockabilly mit Ecken und Kanten. Die Band spielt keinen superauthentischen Rockabilly, sondern baut da und dort auch einige Elemente aus Hillbilly, Country und ein wenig Punk ein. Vor allem die Stücke "Das Leben ist ein Glücksspiel" und "Hot Rod Rebell" und "Du dummes Arschloch" haben die Tendenz zu erstklassigen Ohrwürmern zu werden. Das fast schon totgespielte "Folsom Prison Blues" auf deutsch hat was. Ein paar kleinere Längen sind noch vorhanden. Die vergisst man jedoch bald. Das Album besteht aus 13 Songs plus 3 Bonustracks incl. durchgängig farbigem 16-seitigen Booklet. Schwer Partytauglich! Gelungener Einstand. Igor Frost

Bewertung: 9 Punkte







King Kurt

   Big Cock


 
King Kurt - Big Cock Cover






Psychobilly Collectors Series 65
Anagram Records/Cherry Red Records

Nicht nur GG Allin hat sein Publikum mit allem Möglichen beworfen. KING KURT haben damit schon früher begonnen: Eier, Mehl, Tapetenkleister und sogar Sauerkraut. Sie begannen 1981 als Teil der ersten Psychowelle und wurden durch ihre exzessive Bühnenshows recht bald bekannt (ihr "Bierrrad", auf dem ein Fan festgebunden und dann mit Bier oder Cider abgefüllt werden und bis zum Abkotzen durch das Publikum gerollt werden konnte, war sicher sehenswert!). Sie hatten zu der Zeit einige kleinere Hits, vor allem mit ihrem "Ooh Wallah Wallah" und "Destination Zululand"-Alben. Anagram Records haben mit "Big Cock" das zweite Album der Band aus dem Jahr 1986 neu aufgelegt. Die CD wurde 2002 von Harry May mit vielen Boni neu aufgelegt. Offenbar ist die Anagram-Scheibe eine Wiederveröffentlichung der Ausgabe von 2002. Sehr nette Sache für alle, die es noch nicht im Plattenschrank haben.

Igor Eberhard

Bewertung: 6 Punkte







The Poison Ivvy

   Out For A Kill


 
The Poison Ivvy - Out For A Kill Cover






Crazy Love Records/Colibri Records

Rock Rock Punkrock könnte als Motto für die Schweizer Poison Ivvy gelten. Ordentlich auf’s Gaspedal und los geht’s mit "Out For A Kill". Mit dem Tempo ihrer Veröffentlichungen kommen sie da nicht mit: Vier Alben in zwanzig Jahren ist nicht gerade ... Vollgas. Macht nichts, dafür beweisen die drei Schweizer auf "Out For A Kill" was sie können: Jede Menge Surf, Garage-Trash, Rock Rock Punkrock. Geile kurze, räudige Songs mit passenden Intros, die jeden John Carpenter oder Quention Tarantino-Film unterlegen könnten (das Albumcover erinnert wohl nicht ganz zufällig an "Pulp Fiction"). Neben 14 eigenen Stücken werden "Ghostriders in the Sky" vom Man in Black und "Bang Bang" von Sony gecovert. Erstaunlicherweise: sogar originell.
Eine eher ungewöhnliche Veröffentlichung für Crazy Love Records, das vor allem als eines der führenden Label für Rockabilly und Psycho bekannt ist. Der Labelimperator hat mit Poison Ivvy dennoch wieder einmal ein glückliches Händchen bewiesen. Nicht schlecht der Herr, nicht schlecht...

Igor Frost

Bewertung: 8,5 Punkte







Stonegard

   From Dusk Till Doom


 
Stonegard - From Dusk Till Doom Cover






VÖ: 05.09.08

Anfang September erscheint auf "Indie Recordings" die europäische Ausgabe der fast 2 Jahre alten LP "From Dusk Till Doom". Angekündigt mit den Worten "Bis jetzt waren sie ein gut gehütetes, skandinavisches Geheimnis..." weckten sie mein Interesse. Nachdem die CD mehrere Male durchgelaufen ist, kam ich zu der Erkenntnis, wären sie mal ein Geheimnis geblieben. Nicht das die LP an sich schlecht ist, nur man merkt der Musik an, dass da jemand unbedingt Erfolg haben will, auf Biegen und Brechen. Wenn man dann noch den beiliegenden Text der Promo CD, bzw. einschlägige Seiten im Internet durchforstet, fällt einem auf, dass mit "großen Namen" geworben wird, wo es doch eigentlich um die Musik gehen sollte. Es fängt schon damit an, dass eine norwegische Band, 1 1/2 Jahre nach der ersten Veröffentlichung, eine extra überarbeitete Version für den "europäischen Markt" auskoppelt. Es gibt einen neuen Mix von Stamos Koliousis/Vangelis Labrakis bekannt durch MENCEA und SUPERPSYCHICS, mit neu eingespielten Bass und Gitarrenparts. Weiter umwirbt die Plattenfirma das "Hammer"-Album damit, dass "kein Geringerer als Ted Jensen (SLIPKNOT / MACHINE HEAD)" für das Mastering verantwortlich war und das die Scheibe von Daniel Bergstrand (IN FLAMES/MESHUGGAH) produziert und aufgenommen wurde... Wo ist die Message? Wahrscheinlich hat der Schwager, der Tochter, der ehemaligen Sprechstundenhilfe von Ozzy's Tierarzt, da auch noch seine Finger mit drin gehabt, aber das ist doch noch lange keine Aussage über die Qualität der Platte! Noch ein Zitat aus dem beiliegendem Text der Promo-CD: "Die Band ist jetzt noch düsterer, schneller und härter..." Echt? Dann möchte ich erst gar nicht die erste Version der LP hören, da würde ich dann wahrscheinlich schon beim 2. Track einschlafen. Ich möchte jetzt gar nicht die Scheibe runtermachen, es gibt immer Fans die auf glattpolierte Musik stehen und vielleicht sind die Jungs von STONEGARD ganz außergewöhnliche Musiker, nur "Fom Dusk Till Doom" kann mich davon nicht überzeugen. Zum Abschluss noch etwas Positives. Beiliegend zur europäischen Auflage, gibt es eine Bonus-CD mit unveröffentlichtem Demo-Material, Video-Clips und Live-Aufnahmen. Wer sich von den Live-Qualitäten der Band überzeugen will, hat dazu ab 5.November im Rahmen der "VERTEBRAE TOUR 08" Gelegenheit, wo STONEGARD Special Guest ist und ENSLAVED Headliner. Mein Abschlußkommentar dazu:"Wem's gefällt."

Fry

Bewertung: 4,5 Punkte
(Mühe allein reicht manchmal doch nicht)







Sick Sick Sinners

   Road To Sin


 
Sick Sick Sinners - Road To Sin Cover






Crazy Love Records

Viele denken bei Brasilien erst einmal an Fußball und dann an den leckeren Karneval. Dass die Menschen dort wohl auch einiges Andere in ihren Gehirnen umtreiben dürfte, wird schnell einmal vergessen. Zumindest manche Gehirne werden umgetrieben und nicht unbedingt auf die gesündeste Art und Weise. Das beweisen die Sick Sick Sinners, die räudigen, grindigen und düsteren Psychobilly mit viel Kontrabaß-Geklicker spielen, wie er bösartiger und aggressiver nicht sein könnte (ohne zu sehr in den 90er-Billy hineinzurutschen).

Ein unglaubliches Debüt haben die Brasilianer vorgelegt (einzig die Ösis von Sir Psyko And His Monsters haben Vergleichbares geschafft). Ihr Erstlingswerk "Road To Sin" ist sicherlich einer der besten Silberlinge der letzten Jahre im Psychobereich. Und für ein Debütalbum gibt es nur eine Erklärung für diese Qualität: Sponsored by Hell! Willkommen on the Road of Sin!

Igor Frost

Bewertung: 9 Punkte







Filter

   Anthems for the Damned


 
Filter - Anthems for the Damned Cover






Richard Patrick hat mit seinen Jungs von Filter mit "Anthems for the Damned" das 4. Album im Industrial-Rock Style mit Postgrunge Drive fabriziert, prpoduziert von Josh Abraham (Slayer, Courtney Love).

Außer dem hitverdächtigen ersten Track "Soldiers of the Misfortunes" hat es mich nach der ersten arkustischen Dosis nicht gerade umgehauen. Die an U2 erinnernde Stimme und Melodie mit einer Brise Foo Fighters Langweiler-Rock ist wohl eher eine einschläfernde Mischung. Allerdings hat dies einen angenehmen Effekt nach einem langen Arbeitstag, vollgestopft mit Bits und Bytes, da man sich auf den menschenüberlaufenden Bahnhöfen in Berlin wie in Slowmotion und weit weg von der Hektik der Anderen fühlt.

Ich frage mich trotzdem, ob Patriot Richard Patrick mit "Anthems for the Damned" wirklich inspiriert wurde durch den Tod eines Fans im Irakkrieg und das Album deshalb so anders ist als Kracher wie "Hey Man, Nice Shot" oder ob man auf eine Zielgruppenerweiterung spekuliert.

Jule

Bewertung: 5 Punkte







Zebrahead

   Phoenix


 
Zebrahead - Phoenix Cover






Komisch, dass ich von Zebrahead aus Orange County, C.A. noch nix gehört habe. Dabei ist "Phönix" ihre achte Platte und produziert von Großmeister Howard Benson und Cameron Webb (Social Distortion, Motörhead). Sie landeten sogar im Jahr 2000 mit ihrem dritten Album "Playmate of the year" Platin in Japan, unterstützten Lemmy Kilmister bei den Aufnahmen des Metallica-Covers "Enter Sandman" und spielten mit Größen wie The Offspring, Green Day oder den Beasty Boys zusammen.

"Phönix" ist ein melidiöses Pop-Punk Album mit Rap-Einlagen und eingängigen Refrains von slangbetonten Texten (was wohl aus dem südkalifornischen Lifestyle resultiert) über schon so oft besungene gesellschaftliche Probleme. Während der akustischen Dröhnung geisterten mir immerwieder Bands wie "The Darkness" - des Gitarrensounds wegen -, "Blink 182" in textlicher Hinsicht und "Linking Park" durch die sprechgesangliche Mischung durch den Kopf. Erklärt mich für verrückt, aber ein Eintopf der genannten Bands beschreibt den stets positiven und manchmal auch romantischen Sound der Jungs.

Obwohl ich persönlich auf eher harte Musik stehe, kann ich das Album nur weiterempfehlen, denn durch die multikulturellen Züge der aktuellen Besetzung von Zebrahead ist "Phönix" sehr abwechslungsreich von Anfang bis Ende der 16 Tracks , wie die Landschaftsveränderung von Berlin nach Südthüringen - die Strecke , die ich in der Bahn (fast ausschließlich auf Toilette, wegen des fucking Rauchverbots) zurückgelegt habe, während ich mir die Platte reinzog.

Jule

Bewertung: 7 Punkte







Have Heart

   Songs to Scream at the Sun


 
Have Heart - Songs to Scream at the Sun Cover






Label: Bridge Nine

Nachdem mich "Things we carry" 2006 in den Have-Heart-Bann zogen, gab es keine andere Band, die so gut den modernen Youth Crew Sound präsentieren, wie die Jungs aus Massachusetts.
Der Gesang von Patt Briggs war wie eine geschriene psychische Reinigung. Kein Wunder also, dass ich den Nachfolger kaum erwarten konnte. Und... mein Warten wurde belohnt. Auf der Platte "Songs to scream at the sun" findet man als Fan dieses Genres alles wieder, was man von einer guten Band erwartet: Intelligente Texte gepaart mit hartem Sound. Vergleichbar mit Bands wie Champion, Verse oder Go It Alone. Das ganze Album von Anfang bis Ende ist der Hammer - vom ersten Track "The same son" bis zum Zehnten "The same sun", bei dem der Hörer durch das wiederholende "Wake up" wortwörtlich aus dem Have Heart Trance geweckt wird."Pave Paradise" ist jetzt schon mein Favourite-Track.
Bleibt zu hoffen, dass Have Heart uns noch ein paar Alben schenken werden ohne so lange Wartezeiten.

Andi

Bewertung: 10 Punkte







Ich bin dann mal pleite

   Rezension zum Buch "Ich bin dann mal pleite.
   Neues aus der Gesellschaftsmitte"von Marcel Feige und Britta Stobbe



 










Es ist etwas faul im Sozialstaat. Immer mehr Menschen leben am Rand oder sogar unter der Armutsgrenze. Doch wer arm ist, spricht oft aus Scham nicht darüber. Mit diesem Tabu setzt sich das Buch "Ich bin dann mal pleite. Neues aus der Gesellschaftsmitte". von Marcel Feige und Britta Stobbe auseinander. Einer der beiden Autoren, Marcel Feige ist kein Unbekannter in der Tattoo-Szene. Immerhin hat er sich unter anderem mit der Biografie "Tattoo-Theo" oder diversen Tattoo- und Piercing-Lexika einen Namen gemacht. "Ich bin dann mal pleite" unterscheidet sich nicht nur durch die Thematik, sondern auch durch Aufbau und Gestaltung von den oben genannten Büchern. Nach einer kurzen Einleitung von Stobbe und Feige erzählen Menschen, die an oder sogar unter der Armutsgrenze leben, ihre Geschichte selbst. Dabei kommen Personen aus den verschiedensten Berufs-, Bildungs und Altersgruppen zu Wort. Das Resultat ist eine Reihe von sechsundzwanzig Porträts, die die Auseinandersetzung mit Armut und Perspektivlosigkeit jedes Einzelnen zeigen.
Die unterschiedlichen Lebensgeschichten lassen sich nicht miteinander vergleichen und doch ziehen sich die Erfahrungen von Armut und ihren Folgen wie ein roter Faden durch das Buch, der die einzelnen Schicksale verbindet. Der Umstand, dass die Autoren die Porträts nicht kommentieren, macht sie nur noch eindringlicher, ja, lässt sie sogar bedrohlicher erscheinen. Was dieses Buch so berührend macht, ist einerseits der Einblick in das Leben dieser Menschen und andererseits das Bewusstsein, dass niemand mehr vor dem sozialen Abstieg gefeit ist. Armut kann, sowohl eine alleinerziehende Mutter, als auch einen Unternehmer betreffen. Den Lesern wird drastisch vor Augen geführt, was es bedeutet arm zu sein und trotzdem Würde und Hoffnung nicht zu verlieren. Das Buch analysiert und bewertet die Situation nicht. Es wirkt eher wie ein Appell an die Leser sich bewusst mit der Thematik zu beschäftigen. Denn Armut betrifft uns Alle – jeden von uns.

Michaela Eberhard

Bewertung: 9 Punkte




Ich bin dann mal pleite. Neues aus der Gesellschaftsmitte.
Marcel Feige und Britta Stobbe
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag,
www.schwarzkopf-schwarzkopf.de

Dieses Buch jetzt bei amazon.de bestellen



Jerzee

   It’s me


 
Jerzee -  It's me






UAM/Rockwerk Records
www.jerzee.de

"It’s me” ist das Debütalbum von Jerzee. Die gebürtige Deutsche nennt sich so, weil ihre musikalischen Vorbilder, die aus den verschiedensten musikalischen Genres kommen, alle aus der Gegend von New Jersey stammen. Diese Vielfältigkeit an musikalischen Stilrichtungen spiegelt sich auf diesem Album wider. Da sind Rocknummern, gut ins Ohr gehende Popsongs und Balladen zu hören, in die Folk und Country Elemente harmonisch in integriert sind.
Jerzee textet und komponiert selbst. Ihre Songs wirken authentisch. Sie sind musikalisch gut aufbereitet und arrangiert. Ihre ausdrucksstarke Stimme kommt optimal zur Geltung.
Trotz allem mangelt es der Scheibe an musikalischen Höhepunkten. Die einzelnen Nummern sind gut hörbar, grooven jedoch nicht richtig.
Der Titel "It’s me" verheißt ein eigenständiges, unverwechselbares Debüt. Dieses Statement bringe ich mit einer gehörigen Portion Unangepasstheit oder zumindest einer ausgeprägteren persönlichen Note in Verbindung. Doch der Titel hält nicht, was er verspricht. Auf der CD ist nicht mehr und nicht weniger, als gut gemachter Mainstream zu hören. Vielleicht erfahren wir ja auf ihrer nächsten Scheibe was Jerzee musikalisch drauf hat. Es würde sich wirklich lohnen. Denn Talent hat sie ohne Zweifel.

Michaela Eberhard
Bewertung: 7 Punkte








Matt Roehr

   "UHAD2BTHERE" Live Bootleg Vol.1


 
Matt Roehr -






Hier kommt die Live-Scheibe des Jahres, wo der Name Programm ist. Wer auf handgemachte Musik mit Rock-, Blues- und Jazzeinflüssen steht, wird "UHAD2BTHERE" lieben. Nach der Solo- Debüt-LP 2007 und der Tour Anfang des Jahres, kommt hier eine qualitativ hochwertige Live-CD, die mit 3 Live-Videos abgerundet wird.
Wem, so wie mir, die Debüt-LP "entgangen" ist, kann mit diesem Live-Bootleg 1a in den musikalischen Neustart Deutschlands besten Gitarristen (unzählige gewonnene Jahresend-Polls)einsteigen, der mittlerweile seit einigen Jahren in Urugay lebt und wohl daher Kraft und Inspiration für diese großartige Musik zieht. Selten habe ich ein so soundmässig perfektes Livekonzert auf CD gehört. Schon bei den ersten Takten von Track Nummer 1, "Going Down", habe ich es bereut, nicht bei dem Konzert gewesen zu sein. Hier einen Akteur besonders herauszuheben, würde dem Gesamtauftritt der Matt Roehr Live Band nicht gerecht werden.
Matt hat es geschafft eine Legende wie Charlie Huhn, bekanntgeworden durch Ted Nugent oder Gary Moore, für seine Musik zu begeistern und eine unglaubliche Live-Kombo aufzubauen. Ich möchte jetzt nicht auf jeden einzelnen eingehen, genannt werden müssen sie aber trotzdem:

Matt Roehr - Guitar & Vocals
Charlie Huhn - Vocals & Guitar
Stephan Weiler - Hammond, Grand Piano etc. (langjähriger Live-Keyborder der coolsten Band der Welt, wer jetzt sagt "Die Ärzte" kriegt eine gescheuert)
Gláucio Ayala - Drums & Vocals (Engenheiros do Hawaii, Linox)
Marcelo Linhares - Bass
Cécar Garzoni - Percussions

Ebenfalls erwähnt werden sollte, dass Jay Stanley, der u.a. mit Matchbox 20 und Creed gearbeitet hat, diese Live-CD gemastert hat. Matchbox 20 und Creed mit der Musik von Roehr zu vergleichen wäre hier fehl am Platz, es soll auch nicht als "qualitative Aussage" herhalten, es soll nur verdeutlichen, wieviel Herzblut Matt Roehr in die Umsetzung dieser Live-CD gesteckt hat. Die meisten Künstler hauen Ihre lieblosen Live-Mitschnitte gerne zu Weihnachten raus, um kurz vorm dem Fest noch genügend Geld für Kurzzeitehefrauen und verzogene Gören zusammen zu raffen. Nicht so Matt Roehr, der jedem Konzertbesucher mit dieser Scheibe erlaubt, das Konzert noch einmal zu erleben und Leuten wie mir die Möglichkeit gibt, das Versäumte nachzuholen.
Zusammengefasst lässt sich sagen, eine Live-Scheibe die jedem Musikliebhaber ans Herz gelegt werden sollte und die durch ihre unglaublich gute Qualität auffällt. Eine Empfehlung eines einzelnenTracks wäre schon fast Blasphemie, ich werde es aber trotzdem tun: "Barra Da Tijuca" und "All Along The Watchtower".
Viva Los Roehr

Fry

Bewertung: 9,9 Punkte







The Mystery

   Soulcatcher


 
The Mystery - Soulcatcher Cover






Wir bekamen das neue Album "Soulcatcher" der deutschen Melodic-Metal Band "The Mystery" in die Finger, und ich als so ziemlich einziger Metaller hier nahm es gleich mal unter meine Fittiche.

Mit einem heroischem Instrumental-Intro beginnend, zeigt sich das Album voller, wie es bei der Musikrichtung auch sein sollte, vieler melodischer Gitarren-Riffs, gemischt mit schnellem Wechselschlag-Geschrammel und einem abwechslungsreichem Schlagzeug.
Hervorhebend bei "The Mytery" ist allerdings Frontsängerin Korry Schadwell, welche mit ihrem sehr kraftvollem Organ sämtliche Sänger in diesem Genre wie kleine Mädchen wirken lässt. Viele Gesangsmelodien auf diesem Album sind auch sehr gut gelungen. Allerdings fehlt hier noch das gewisse Etwas, um in der Liga ganz oben mitspielen zu können.
Es fehlt dem Album leider noch etwas an Fülle, Volumen, die Kraft, dem Zuhörer vollkommen mit zu reißen.
Somit bleibt "Soulcatcher" ein solides Metal-Werk, welches für Freunde des Melodic-Metals, aber auch anderer Musik-Richtung, auf jeden Fall einen Versuch wert ist.

Potter

Bewertung: 7 Punkte







Moonspell

   Night Eternal


 
Moonspell - Night Eternal Cover






Das mittlerweile 9. Studioalbum der Portugiesen, soll und wird an dem Erfolg des Vorgängers "Memorial" anknüpfen. Das 8.Album war das bisher kommerziell Erfolgreichste, Platz 1 der portugiesischen Charts, Gold-Auszeichnung und MTV-Award waren die Belohnung. O.k. ein MTV-Award als erfolgreichste einheimische Band ist keine qualitative Aussage, man braucht sich ja nur die jährlichen Nominierungen aus Deutschland anzuschauen, die wohl eher danach ausgewählt werden, wie leicht sie für nicht-deutschsprachige Moderatoren auszusprechen sind. Wenn man aber das Genre sich anguckt, dann bleibt einem nur zu sagen: Respekt. Egal ob man es als "Gothik" oder "Heavy Metal" bezeichnet, mit dieser Art Musik Platz 1 zu erreichen, ist wohl in keinem Land einfach. Wo hierzulande Möchtegern-Stars mit Sprachfehler und Pseudo-Ghetto-Gangster, deren Artikulation nicht mal die Bezeichnung "deutsche Sprache" verdient, die Pole Position der Charts abwechselnd besetzen, zeigen die portugiesischen Konsumenten Mut zur Fremdsprache und Depression. Denn unbestritten ist, dass auch das 9. Album sich eher mit den Abgründen der menschlichen Seele und der dunklen Seite des Lebens beschäftigt, als mit Sommer, Sonne, Strand und Meer.
Nachdem mir auf der Autofahrt von Mäc-Pom nach Berlin eingefallen ist, dass ich Mom versprochen hatte eine MOONSPELL-REZI zu schreiben, schob ich die CD ein. Nachdem ich mir die ersten 20 Sekunden angehört hatte ohne die CD wieder zu stoppen, ich bin bei neuen CD?s immer sehr intolerant, bretterte die Musik so richtig los. Die komplette Scheibe bietet vom ersten bis zum letzten Track Abwechslung und Qualität. Der erste Song der LP, "At Tragic Heights" beginnt sehr ruhig und lies sofort das Wort "Gothik" in meinem Hirn aufblitzen. Gott sei Dank dauerte dieser Part nur 60 Sekunden, so dass meine Anlage danach richtig aufgerissen und der Staub aus den Boxen gehämmert wurde. Dies brachte mir im nächsten Stau das aufgebrachte Winken einiger Rentner und tiefergelegter Golftussis ein. Was sich beim 2. Track, "Night Eternal", zu einem hektischen Gestikulieren mit Hupen entwickelte und mir die Gewissheit brachte, wenn Musik noch immer so für Aufregung sorgen kann, muss sie einfach gut sein. Oder habt ihr schon mal einen Rentner gesehen, der diesen Umts-Umts-Wochendstrichern mal den Winkemann machte? Auf jeden einzelnen Track einzugehen ist gar nicht nötig, da die gesamte Scheibe einfach nur Spaß macht und das obwohl ich mich als absoluten Gegner von Gothik- Musik betrachte. Deshalb werde ich in Zukunft, wenn ich MOONSPELL höre, nichtmehr an Gothik, sondern an fetten Metal denken. Einen Song möchte ich besonders herausheben. "Scorpion Flower" wo sich Sänger Fernando Ribeiro mit der Gastsängerin Anneke van Giersbergen (The Gathering) ein Gefecht liefern, erinnert an den Endkampf zwischen Himmel und Hölle erinnert. Falls es mal soweit kommen sollte, empfehle ich diesen Song als Titelsong.
Es gäbe noch jede Menge zu den anderen Songs zu sagen, aber der Hörer soll auch noch selber die Musik für sich entdecken und gerade das macht doch den Spaß von Musik auch aus.
Abschließend lässt sich sagen, auch die Finsternis macht richtig Spass, wenn sie klingt wie MOONSPELL.

Fry

Bewertung: 8,9 Punkte







Full Speed Ahead

   All In Me


 
Full Speed Ahead - All In Me Cover






CD (halb7 records/Vinyl Junkies/Broken Silence)

Die Hardcore-Heroen von Full Speed Ahead legen nach fünf Jahren endlich ein neues Album vor. Nach der Verstärkung durch einen zweiten Gitarristen und ihrem Album "Unchain The Chained" schien für die fünf Leipziger eigentlich alles gut zu laufen. Doch nach dem Ausstieg des Bassers 2004 benötigte die Band fast ein Jahr bis sie einen gleichwertigen Ersatz finden konnte. Grund zur Eile hatten Full Speed Ahead anscheinend nicht, denn ihr neues Machwerk "All In Me" verschlang ungefähr zwei Jahre Produktionszeit. Das Warten hat sich gelohnt. "All In Me" ist ein durchdachtes und gewohnt druckvolles Album. 11 Sogs voller Geballer, Wut und Aggression werden auf den Zuhörer eingeprügelt. Das ist NY-Leipzig-Hardcore, wie er sein soll!
Als Bonus da für halb7 übliche Artwork: ein schönes, vierfarbiges Booklet mit Songtexten und liebevoller Gestaltung. Eine Vinyl-Veröffentlichung ist auch angekündigt.

Igor Frost



P. Paul Fenech

   SkitzoFenech


 
P. Paul Fenech - SkitzoFenech Cover






LP/CD (People Like You)

P. Paul Fenech, das Mastermind der Meteors, neigt weder zu Bescheidenheit, noch zu Subtilität. Warum sollte er auch bescheiden sein? Als Mit-Begründer der Musikrichtung Psychobilly wird er zu recht gefeiert – und zum Teil von fanatisierten Fans fast als Halbgott und Gralsbewahrer des Psychobillys angesehen. Wer’ s braucht.
Auf seinem, nunmehr siebten Soloalbum lebt er seine Leidenschaften jenseits des "reinen" Billys (wie er ihn versteht) aus. Bei dem neuen Album nutzt Fenech die Gelegenheit mit Freunden und Gastmusikern zu musizieren. "SkitzoFenech" öffnet eine Tür ins musikalisch-vielseitige Universum von Fenech. So erstreckt sich die Bandbreite der Songs von Rockabilly, Psychobilly (eh klar!), Country, Folk (!), Horror, Balladen bis zu Surf. P. Paul Fenech erweist sich auf diesem Longplayer wieder einmal als gereifter und versierter Gitarrist, Sänger und Songschreiber. Ein sehr persönliches und besonderes Album.

Igor Eberhard



Jäger 90

   Muskeln & Küsse


 
Jäger 90 - Muskeln & Küsse Cover






CD (electric tremor/halb7 records/Broken Silence)

EBM ist tot. Und ist Wiederauferstanden von den Toten. Offensichtlich geht dies nicht nur dem Punkrock so. Nach DAF, Nitzer Ebb, Front 242 und Orange Sector kam lange Zeit nur das laute Schweigen. Seit einiger Zeit scheint sich dies zu ändern. Einige junge Bands haben begonnen, auf die Anfänge der Electronic Body Music zurückzugreifen oder einen eigenen Stil zu entwickeln. Dazu gehören auch die Rostocker Jäger 90. Mit "muskeln & küsse" liegt ihr Debütalbum vor. Inhaltlich ist es eher "klassischer", an DAF-orientierter EBM. Stark, minimalistisch und energiegeladen. Die Texte sind auch eher "minimalistisch" gehalten und beschränken sich auf eingängige Slogans, die zum Teil stark an "Tanz den Mussolini" oder etwa "Der Räuber und der Prinz" von DAF erinnern. Dennoch durchaus eigenständiges Album. Spannendes Debüt in einer vergessen geglaubten Musikrichtung.

Igor Eberhard



Wherewolf Grehv

   Zombie Aesthetics


 
Wherewolf Grehv - Zombie Aesthetics Cover






Fürchterlicher Lärm quält sich beim Hören von Wherewolf Grehv aus den Boxen. Die Musik versteht sich als Elektro-Extrem-Metal. Wherewolf Grehv ist das Ein-Mann-Projekt von Dapose (einem Mitglied der Elektriker von The Faint), der bewaffnet nur mit Laptop und Gitarre auf seinem Debütalbum "Zombie Aesthetics" eine Art Deathmetal für Arme präsentiert. Herausgekommen sind schlimmste Lärmbelästigungen für akustische Schlachtschussapparate, die eine "Reflexion unserer heutigen hektischen Welt und der Dauerberieselung mit Geräuschen jeglicher Art" (so der Infozettel) darstellen sollen. Danke.
Wherewolf Grehv ist ein Album gelungen, das nicht nur an, sondern auch gewaltig auf die Nerven geht. Ein Horrortrip nach kräftigem Drogenmissbrauch klingt tatsächlich besser. Darauf dreimal kräftig die Spülung drücken!

Igor Eberhard



Zero Le Crêche

   Last Year’s Wife. The Collection


 
Deadline - We’re Taking Over! Cover






CD (Anagram Goth/Cherry Red Records)

In der "Goth Collectors Series” ist auf Cherry Red Records "Last Year’s Wife. The Collection” von Zero Le Crêche erschienen. Zero Le Crêche waren eine Gothicband, die in den 1980er Jahren einige Erfolge feierten. Sie verdankten dies ihrem warmen, speziellen Ton, ihrem minimalistischen Klang und den romantisch-düsteren Themen, die in kurzen Songs verschmolzen. Für viele Fans ist vor allem ihre Single "Last Year’s Wife" zu einem Evergreen geworden. Dementsprechend ist die Single in den Record Collector’s Top 50 in der Kategorie "Goth Rarities” (November 2007) gelistet.
Auf der CD "Last Year’s Wife. The Collection” sind sowohl diese Single, als auch ihre zweite Single "Falling” sowie einige neueentdeckte, unveröffentlichte Studioaufnahmen. Der ausführliche Booklet-Text wurde in Zusammenarbeit mit der Band geschrieben. Für alle dunklen Seelen da draußen ...

Igor Frost



Deadline

   We’re Taking Over! Plus A Collection Of Your Favourite Songs Played Loud, Live And
   Fast!



 
Deadline - We’re Taking Over! Cover






CD (People Like You)

Spätestens seit ihren Auftritten bei der "Bad Boys For Life"-Tour sind Deadline von den heimischen Bühnen kaum noch wegzudenken. Obwohl die Band erst seit einigen Jahren existiert und zahlreiche Besetzungswechsel und Krisen hinter sich gebracht hat, haben die vier Jungs um Sängerin Liz Rose, ihr nunmehr fünftes Album veröffentlicht. "We’re Taking Over!”, ihr neuer Longplayer, besteht aus vier neuen und 13 live-Songs. Die live-Stücke wurden 2007 bei einem Gig in der Stadthalle von Lichtenfeld aufgenommen und wurden ohne Überarbeitung veröffentlicht (keine Overdubs, keine Schnitte, kein Abgleichen der Stimme etc.). Dies passt zur Art der Band: ehrlich, geradlinig und direkt. Von der Straße für die Straße.

Igor Eberhard


The Business

   Mean Girl


 
The Business - Mean Girl






CD (Bad Dog Records/ Core Tex Records)

Die legendären Streetpunk-Heroes von The Business melden sich zurück. Getreu dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist" legen die Jungs um Mickey Fitz eine Mini-CD mit drei neuen Stücken vor. Als Bonus sind fünf Live-Tracks mit ihren Klassikern ("Harry May", "Loud, Proud’ N Punk", "Blind Justice", "Suburban Rebels" und "Smash The Discos") auf der CD. Die Klassiker von The Business sind immer hörenswert, nur schon auf unzähligen Compilations und Best-Ofs verbraten. Die drei neuen Lieder klingen wie typisch "klassische" Business-Songs, sprich: rauher Oi! mit viel Singalongs, nur etwas routinierter runtergespielt. Der Titelsong "Mean Girl" ist eine Empfehlung. Insgesamt: Kein Zeug zum Klassiker, jedoch sehr nett als Ergänzung.

Igor Frost


Blitz

   Voice Of A Generation/Rarities


 
Blitz - Voice Of A Generation/Rarities






D-CD (Anagram Records/Cherry Red Records)

Ach, Sex Pistols, Sham 69, Cocksparrer und The Business sind wieder auf Tour. Ob das gut ist, sei dahingestellt. Es ist auf jeden Fall eine gute Gelegenheit die alten Haudegen (oder wer davon noch übrig ist und sich gerade den Bandnamen gekrallt hat) einmal live zu erleben. Bei Blitz wird das nicht mehr möglich sein, da Nidge Miller, der Gitarrist, Songschreiber und Kopf der Band, 2007 tödlich verunglückte.
Ihre Songs "Someone’s Gonna Die", "Never Surrender", "The Warriors", "We Are The Boys" und "Voice Of A Generation" sind Teil der Streetpunk-Geschichte und haben Bands von Agnostic Front, Rancid bis zu Oxymoron beeinflusst.
Ihr legendäres Debütalbum "Voice Of A Generation” wurde von Anagram Records in einer Deluxe-Edition neu aufgelegt und neu gemischt. Als Bonus draufgepackt wurden ihre drei Indie-Charts Hitsingles "All Out Attack” (Nr. 3), "Never Surrender” (Nr. 2) und "Warriors” (Nr. 2) und ihre Beiträge für die bahnbrechende "Carry On Oi!"-Compilation und die "Total Noise" Various Artists-EP. Auf dem zweiten Silberling sind "Rarities": seltene Live-Aufnahmen und Demos. Geil. We Are The Boys!!

Igor Eberhard



Type O Negative

   Dead Again/Red Version


 
Type O Negative - Dead Again/Red Version Cover






Red Version Rerelease(CD plus DVD)
Red Version Spec. ed (Vinyl LP, DVD, mp3)

Seit Anfang Februar gibt es nun auch eine Sonderausgabe des Knaller-Albums "Dead Again". Die "Red Version" gibt es als ganz normale Doppel CD (CD+DVD) oder als Special Edition für Liebhaber des Vinyls. Die CD/DVD hat als Besonderheit ein rotes Cover und die Bonus DVD, nichts besonderes also. Für richtige Type O Negative Fans, kann ich nur die limitierte Vinylausgabe empfehlen. Allgemein steht man ja Rereleases eher distanziert gegenüber. Oft genutzt als Extra-Geldabzocke an Weihnachten, kommt diese Special Edition mit einigen Überraschungen daher. Die rote Box ist versehen mit 3 180g Vinylscheiben (2 knallrote LP´s der regulären Auskopplung und eine 1 schwarze Live-LP), einem fetten Booklet, einem schwarzen T-Shirt mit Logo und einer DVD. Die Live LP ist vom Bizarre Festival 1999, welches ein Super Konzert für Type O Negative gewesen sein muss, da dieses Festival schon auf der 2006 erschienen DVD "Symphony for the Devil” verarbeitet wurde.
Das Album wurde ja schon zur Genüge besprochen, bleibt also als wirkliche Neuheit die DVD. Diese enthält 4 Songs vom Wacken Open Air 2007 ( Anesthesia, Christian Woman, Love you to death, Kill you tonight), 2 Musikclips (The Profits of Doom und September Sun) sowie ein ca. 15 minütiges Interview, welches getrost als Type-O-typisch bezeichnet werden kann. Als Zugabe dann noch alles als mp3 File. Die 2 Videoclips sind von der Umsetzung her Geschmackssache. Während "The Profits of Doom" noch als Spaßiges hinter die Kulissen gelinse gesehen werden kann, ist die "September Sun" Umsetzung doch sehr BonJoviesk. Was letztlich wohl darauf zurück zu führen ist, dass das Interesse an Musik-Videos zurückgegangen ist und stattdessen bescheuerte Programmierer, dämliche Kuschelhasen-Kotzanimationen produzieren um damit, der eh schon Pisageschädigten Jugend, das hart durch "abziehen" erarbeitete Geld, aus der Tasche zu ziehen. Und wofür stand noch mal MTV? Die Live-Songs dagegen sind Klasse. Wie schon auf der "Dead Again" Tour zu genießen, die Neuinterpretationen alter Songs bzw. das Verbinden mit neueren Songs, ist doch grad für "Fans der ersten Stunde" ein Genuss. So kann ich mir auch noch zum 1000.Male "Kill you tonight" anhören. Sicherlich ist die Umsetzung und der Sound nicht wie auf einer Studio LP und Kenny´s Stimme wurde für die LP im Studio bearbeitet – an alle Besserwisser und Dauernörgler, wir leben im 21. Jahrhundert und keiner möchte Type O Negative Unplugged hören – dennoch kann man es als absolut Hörenswert bezeichnen. Fazit: Mich hat die Special Vinyl Edition absolut überzeugt (die Cd/DVD ReRelease ist nur was für Leute die sich die Normale Version sich noch nicht geholt hatten).

Fry

Bewertung: 9,9 Punkte
(es fehlt nur noch eine Locke von Josh Silver)







Torture Squad

   Hellbound


 
Torture Squad - Hellbound Cover






Nachdem mehr als überzeugenden Auftritt im Rahmen des Metal-Battle 2007, beim Wacken Open Air, wo nicht nur das Publikum sondern auch die Jury überzeugt wurde, ist der Sieger des Contest nun mit einer neuen Scheibe am Start. Obwohl die brasilianische Band seit Anfang der 90er existiert und in ihrer Heimat zu einer der bedeutensten Metal-Acts zählen, ist sie in Europa noch weitgehend unbekannt. Grund dafür ist wie in den meisten Fällen, die fehlende Vermarktung. Dies soll sich nun mit der neuen Scheibe "Hellbound" ändern. Als Folge des Sieges beim Metal-Battle, entschlossen sich Torture Squad zu einer Allianz mit Armageddon Music. Die abgelieferte Arbeit, kann man als fettes Death bzw. Trash-Metall Geknüppel bezeichnen. Auf der 10 Songs umfassenden Scheibe, wird zwar das Genre nicht neu erfunden, aber man fühlt sich an die "guten alten Zeiten" erinnert mit Annihilator und Overkill, oder den anfänglichen Auskopplungen von Sepultura. Musikalisch können die Jungs aus Brasilien sehr zufrieden mit ihrer Arbeit sein und mit Track Nr. 9 "The Four Winds" und Nr. 10 "Hellbound", mein persönlicher Favorit, wird auch noch etwas Abwechslung geboten. Fazit: Wer mal etwas Stress abbauen will, legt die Scheibe ein und reißt die Anlage auf bis die Nachbarn kotzen.

Fry

Bewertung: 8,5 Punkte







Kamelot

   Ghost Opera - The Second Coming


 
Ghost Opera - The Second Coming Cover






Steamhammer/SPV

Meine Vorliebe für Hardcore und Punk wurde fast ein bisschen erschüttert durch "Ghost Opera - The Second Coming" von KAMELOT. Ein für mich recht unbekanntes Genre. Ich nenne es mal "Die dunkle Seite". Sie hat sich mir eröffnet und mich in ihren Bann gezogen.

Das siebente Studioalbum der 1991 gegründeten Band aus Tampa/Florida wurde im März diesen Jahres als ein Re-Release von "Ghost Opera" veröffentlicht, mit 10 ergreifenden Livetracks und 4 Bonus Tracks aus dem Studio, sowie 2 Videos.
Es ist schwer die Musik von KAMELOT in ein Genre einzuordnen, da jedes ihrer Alben stilistisch verschiedene Richtungen einschlägt. Sie vereinen Melodic-Metal, Power-, sowie Progressiv-Metal und Gothic-Metal mit klassischen Elementen.
Eigentlich fühlt sich die Scheibe an wie ein mitreißendes, hingebungsvolles Musical, welches man nur hören und nicht sehen kann. Die düsteren Geschichten, die KAMELOT erzählen, katapultiert einen in seine eigene Bilderwelt durch instrumentale und stimmliche Meisterhaftigkeit. Khan versteht es die Menschen mit seinem eindrucksvollen Gesang mithassen und mitleiden zu lassen. Er wird hin und wieder geisterhaft von weiblichen Gesang begleitet. Neben den weiteren Bandmitgliedern (Thomas Youngblood-Guitars, Glenn Barry-Bass, Oliver Palotai-Keyboards, Casey Grillo-Drums) wird KAMELOT orchestral von Paeth und Miro untermalt.
Trotz durchweg süßlichen und melancholischen Melodien, welche der gesamten Scheibe eine Schwermütigkeit verleiht, regiert die Vielfältigkeit in Sachen Instrumentenwahl, Takt- und Tonartwechseln.
Der Titelsong "Ghost-Opera" ist mein absoluter Lieblingstrack. Er trägt eine besonders spannende Magie mit sich und verleiht Herzklopfen und Gänsehaut.

Hardcore und Punk ist und bleibt zwar "meine" Musik, aber "Ghost Opera - The Second Coming" zeigte mir, dass ein bisschen Offenheit anderen Genres gegenüber weitere großartige Künstler offenbaren kann.

Jule

Bewertung: 9 Punkte







Stompin’ Souls

   And It’s Looking A Lot Like Nothing At All


 
And It’s Looking A Lot Like Nothing At All Cover






CD (Strange Ways)

Schweden mal wieder. Musikalisch ist dieses Land ja nicht nur seit Abba vielversprechend. Bekannt für Rock und grenzgenialen Garage House ist jedoch schon seit einigen Jahren in Europa vor allem das kleine Nachbarland Dänemark, das mit Heptown Records wegweisend in diesem Bereich geworden ist. Die Hamburger von Strange Way Records machen dem allemal Konkurrenz. Dennoch schlau wie sie sind, greifen sie wenigstens auf eine schwedische Band, die Stompin’ Souls, zurück. Warum tun die das? Ganz einfach: Weil die gut sind.
Die Stompin’ Souls liefern mit ihrer CD "And It’s Looking A Lot Like Nothing At All” ein sehr eigenständiges Debüt von Garage gemischt mit epischem Rock, melodiösem Pop, etwas Orgelbegleitung und klaren Melodien. Das ganze ist sauber arrangiert (könnte etwas dreckiger sein) und produziert. Balladen wie "Like A Scar" oder das bombastische "Another’s Heart" zeigen die ganze Vielfalt dieser Band. Kaufen!

Igor
Bewertung: 8,5 Punkte







Various Artists

   Psychobilly and Rockabilly Mayhem


 
Psychobilly and Rockabilly Mayhem DVD






The Western Star Promo Collection
DVD
Cherry Red Records

Das Western Star Studio und Western Star Label wurde von Alan Wilson, dem Frontman der Psychobillyband von THE SHARKS gegründet. Im Laufe der Jahre entwickelten sich Studio und Label zu einem hot spot für Rockabilly- und Psychobilly-Musiker. Die musikalische Vergangenheit von Wilson könnte dabei eine Rolle gespielt haben. Auf dieser DVD sind Promovideos verschiedener Western Star-Bands und von Bands, die im Studio aufgenommen haben oder eine andere enge Verbindung zum Studio haben. Fast alle der Videoclips sind bisher unveröffentlicht.
Auf der DVD sind, sowohl alte, als auch neue Bands aus den Bereichen Rockabilly und Psychobilly versammelt. Die Palette reicht von JACK RABBIT SLIM, THE BAD DETECTIVES, THE SHARKS, FRENZY, THE FRANTIC FLINTSTONES, über LUNA VEGAS, HENRY AND THE BLEEDERS, bis zu CHUCK AND THE CRACKPIPES und der UGLY DOG SKIFFLE COMBO. Auffällig ist, dass auf der DVD vor allem Bands sind, die dem traditionellerem Psycho verpflichtet sind. Die noch unbekannten THE VALENTINE VILLAINS und LUNA VEGAS sind, neben den Stars von THE SHARKS, FRENZY und den FRANTIC FLINTSTONES, Anspieltipps. 27 Clips, 85 Minuten Spielzeit, ein paar gute Kumpels und einige Bierchen zur Gesellschaft fertig ist ein gelungener Abend.

Igor
Bewertung: 8 Punkte







Too Pure To Die

   Confidence And Consequence


 
Confidence And Consequence Cover






"Convidence and Consequence" ist das erste ernsthafte Album der Band "Too Pure To Die", welche aus der Heimat von Slipknot aus Des Moines, Iowa stammen.

Ganz so neu ist die Scheibe ja ehrlich gesagt nicht, da sie im Herbst 2006 in den USA unter Sumerian Records erschien. Nach einem Labelwechsel zu Trustkill wurde sie nochmals aufgenommen mit neuem Gesang und neuem Mix um sie auch dem europäischen Markt zugänglich zu machen. Nach mehreren fliegenden Besetzungswechseln ist der Gründer und Gitarrist Jordan Person mit Paul Zuro (Vocals), Kyle Rossi (Drums), Zach Johnson (Gitarre) und Jason (Bass) ein hochexplosives Gebräu aus New-School-Hardcore und Metal mit Straight Edge Hintergrund. "Convidence and Consequence" ist ein Leckerbissen für jeden hartgesottenen Genreliebhaber und nichts für trendy Emocorer oder Numatler, welche auf molodische Hymnen warten und diese in ihren Myspace-Profilen verewigen oder sie gar noch mit Edding auf ihren Eastpack-Rucksack schreiben.
Hier wird das metallische Hardcore-Brett ausgepackt. Effektvoll platzierte Breakdowns, Tempowechsel und brutale Riffe mit wahnsinnig viel Groove machen die Scheibe zum Ohrenschmaus. Man hat das Gefühl "Too Pure To Die" stehen in Flammen. Ein wahnsinnig energiegeladenes Metalcorealbum, mit dem man Mühe hat ruhig zu bleiben und nicht abzudrehen... man könnte auch sagen es ist tanzbar. Neben Pantera-Elementen sind eindeutig Einflüsse von Hatebreed und Machine Head heraus zuhören.
Es wurde fast ganz auf Clean-Vocals verzichtet, was mir persönlich ziehmlich symphatisch ist. Der prollige Shouter Paul Zuro(früher Sänger von Beyond all Reason) grunzt und rotzt die Texte nur so heraus, dass es eine Freude ist seiner agressiven Stimme zu lauschen. Leider sind mir die zehn Tracks ein bisschen zu kompakt und füllen nur 29 Minuten. Auch ein Tonartwechsel fehlt. Ich hoffe doch, dass die Jungs in ihrem zweiten Album, welches im Sommer 2008 erscheinen soll, in dieser Hinsicht noch zulegen.
Trotzdem können "Too Pure To Die" mit "Confidence and Consequence" beweisen, dass sie mit anderen Metalcorebands wie Throwdown oder Bury Your Dead in der selben Liga spielen und sie werden sich mit Sicherheit am Markt etablieren können.

Kleiner Tip: Bitte nicht beim Autofahren hören. Durch Moshattacken besteht Unfallgefahr.

Jule
Bewertung: 9 Punkte







Various Artists

   Paid in Black - A Tribute to Johnny Cash


 
Paid In Black Cover






Wolverine Records Es ist nur noch mässig originell einen "Tribute to Johnny Cash"-Sampler zu veröffentlichen. Gerade in den letzten Jahren wurden so einige auf den Markt geworfen. Deshalb bleibt die Frage, kann man mit einem Sampler noch jemanden hinter dem Ofen hervorlocken? Das mag jetzt einmal dahingestellt bleiben. Der Ansatz von Wolverine Records die Lieder von bekannten und unbekannten Horrorpunkbands (und einigen Punkrockbands) covern zu lassen, ist da schon origineller. Auf dem Album sind je eine Coverversion von BLITZKID, THE BOO BERRYS, ELECTRIC FRANKENSTEIN, THE SPOOKSHOW, THE AGGRO-NUTS, MISTER MONSTER, THE GHOUL, LONESOME SPURS, NUKE AND THE LIVING DEAD, THE MASSACRES, COLONEL SANDERS’ GRAVE, PSYCHO CHARGER und von THE BANG TALE.
Das Ergebnis ist wie auf jedem Sampler gemischt. Einige der Bands (wie etwa COLONEL SANDERS’ GRAVE oder von THE GHOUL covern die Stücke fast 1.1. Es ist dann sinnvoller, gleich zum Original selbst zu greifen. Andere Covers, vor allem von PSYCHO CHARGER; THE SPOOKSHOW; BLITZKID, die nicht aus lauter Respekt vor dem "Man in Black" erstarren sind da schon wesentlich spannender. Die AGGRO-NUTS und PSYCHO CHARGER stellen ihre Version von "Big River” und von "Wanted Man” von den Füssen auf den Kopf – es soll ja Horror sein! Also auf den Kopf damit oder gleich Rübe ab. Spannend. Einige interessante Interpretationen. Das Fazit bleibt dennoch durchwachsen. Kann man, muß man jedoch nicht.

Igor Eberhard
Bewertung: 7 Punkte







Misfortunes

   This Is Hell


 
This Is Hell Cover






CD (Trustkill/SPV)

Misfortunes spielen melodischen, straighten Hardcore à la Comeback Kid und Co. Im Musik-Blätterwald wird immer wieder das Aussterben dieser und jener musikalischen Richtung angekündigt und tatsächlich geschieht es dann, genausowenig wie bei Elvis oder den Dinosauriern, gut, die letzten stehen nur blöd in irgendwelchen Museen herum. Den Misfortunes wird das sicherlich nicht passieren. Eine Band, die derart gelungenen Hardcore knüppelt gehört auf die Bühne, um einen Moshpit zur totalen Erschöpfung zu treiben – und nichts anderes.
Nach dem Banddebüt "Sunddowning" bezeichnete das Kerrang!-Magazin die Misfortunes als "Band To Watch For 2008". Das Magazin kannt ihr neues Album "This Is Hell" noch nicht.
"This Is Hell" ist die konsequente Fortsetzung des Vorgängers: hartes, brutales Geknüppel, angepisste Shouter, bewußt eingesetzte Melodiebögen und dazu ausreichen musikalische Eigenständigkeit. Wer auf richtigen Hardcore (und nicht diesen Emo-Scheiß) steht, kommt an dieser Band nicht vorbei.

Igor Eberhard
Bewertung: 8 Punkte







Crash Romeo

   Gave Me The Clap


 
Redemption Cover






Ziehmlich bunt war ja das Cover der Promo. Und als ich sie einlegte, wurde auch schnell klar, dass hier bittersüß für gute Laune gesorgt wird. Einen Guten Mix aus Emo, Pop und Punk wird hier geboten. Bands wie The Ataris, New Found Glory oder Simple Plan sind ein guter Vergleich um den Sound von CRASH ROMEO zu beschreiben. Fazit: Gute Platte für die kommenden Sommerpartys, wenn man Gäste mal mit was Anderem überraschen will.

Andy
Bewertung: 7 Punkte








Walls Of Jericho

   Redemption


 
Redemption Cover






Walls of Jericho sind ja keine Unbekannten in der Hardcoreszene und mit der Sängerin Candance haben sie uns bewiesen, dass harte Musik kein reines Männerding ist. Aber mit Hardcore hat die neue EP rein gar nichts zu tun. Geboten werden ruhige Balladen die teilweise an an Evanecence erinnern. Als Produzent war Corey Taylor von Slipknot tätig, welcher auch gleich seine Stimme in einigen Songs beisteuert. Alles in allem zeigen Walls of Jericho, dass in ihnen noch viel Potential steckt, und dass man auch mal andere Wege gehen kann und mit dem Track "House Of The Rising Sun" bekommt man eine coole und rockige Version des Animals Hits.

Andy
Bewertung: 6 Punkte








Springtoifel

   Engelstrompeten und Teufelsposaunen


 
Springtoifel Cover






Empty Records
www.springtoifel.de

Endlich wieder ein neues Album der Springtoifel! Die Mainzer Oi!-Band (mit Keyboard!), die auch Ska, Reggae, Boogie, Volksmusik und was der Teufel was nicht ganz abgeneigtd ist, setzt mal wieder ein deutliches Zeichen. "Engelstrompeten und Teufelsposaunen" sind wieder ein typisches Album der Toifel – falls es das bei dieser Band überhaupt gibt. Nach dem es längere Zeit, neben der "Ettalprednik," mit Kinderliedern, vor allem Samplerbeiträge und diverse Tributealben unterschiedlicher Qualität gab, haben die Mainzeldroogs mal wieder ordentlich Gas gegeben. Eigentlich war "Engelstrompeten" als Konzeptalbum zum Thema Alkohol geplant. Leider hatte das Thema nicht genug hergegen. Stattdessen gibt es auch mit "Der Pöbel regiert die Stadt" und "Holiday on Guantanamo Bay" zwei politische Songs und mit "Ave Moguntia" eine Hymne auf Mainz 05. Wieder ein typisches Springtoifelalbum, wieder mal erste Sahne.

Igor Eberhard
Bewertung: 9 Punkte








Messerstecher Herzensbrecher

   Geboren als Psycho


 
Messerstecher Herzensbrecher Cover






Bandworm Records
myspace.com/messerstecherherzensbrecher

Messerstecher Herzensbrecher sind die erste Band die deutschsprachigen Psychhobilly spielt. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, da es ganz und gar ungewöhnlich ist. Erstaunlicherweise spielen MESSERSTECHER HERZENSBRECHER keinen Punkabilly, sondern klassischen Psycho, sehr kontrabaßlastig und mit Liebe zum Rockabilly. Die Texte sind nicht der Brüller, was auf deutsch einfach etwas mehr auffällt. Macht nichts, das ist Rock’n’Roll! Der Gesang vor allem, wenn er durch Singalongs ergänzt wird, erinnert zum Teil etwas an frühen, krachigen deutschsprachigen Oi!(wie etwa bei "Es Gibt Lack", "Halloween", "Messerstecher Herzensbrecher") – gar nicht mal schlecht. Was für den Rockabilly die ROCKABILLY MAFIA ist, könnte für den Psycho MESSERSTECHER HERZENSBRECHER werden. Gelungenes Debüt der Dortmunder Band.

Igor
Bewertung: 7 Punkte








Memphis May Fire

   "S/T" - selftitled


 
Memphis May Fire Cover






Nicht wie der Name anfänglich vermuten lässt, spielen Memphis May Fire jenseits von Tom Sawyer Romantik einen eingängigen Mix aus Emo, Screamo und Metalcore der eher ans Texas Chainsaw Massacre denken lässt. Fans von The Used, My Chemical Romance oder Bullet For My Valentine sollten mit der Band einen weiteren Favouriten bekommen.
Track 3 "Terapie Caravan Of The Fair Room" ist mein persönlicher Anspieltip. Ist zu hoffen, dass die Jungs aus Dallas uns nicht zu lange auf ein komplettes Album warten lassen.

Andy



Agent Kooper

   selbstbetitelt


 
Agent Kooper Cover










Fast Freddie Productions
www.agentkooper.com

Agent Kooper ist der eigenartige Cop der bei David Lynchs "Twin Peaks" versuchte zu verstehen, was geschieht, genau wie die Zuschauer jedoch daran scheitert. Nach Scheitern klingen Agent Kooper aus Turku in Finnland jedoch nicht. Denn die finnischen Charts haben sie bereits vor Erscheinen ihres selbstbetitelten Debütalbums gestürmt.
Die Finnen haben mit Nokia nicht nur üble Ausbeuter, sondern auch einen offenbar guten Musikgeschmack zu bieten – jenseits von "Deutschland sucht den Superstar" und Ähnlichem Agent Kooper spielen etwas verspielten Pop, Rock, versehen mit Anleihen bei allen Stilen, die nicht schnell genug wieder auf den Bäumen waren: von Big-Band-Jazz, finnischem Tango, Punk, Klassik und wer weiß was noch. Die Songs sind durchgehend virtuos arrangiert, in schöne Lied- und Textformen gefasst und klar produziert. Das Album passt nicht wirklich in ein Schema, was für das Potential dieser Band spricht. Auch wenn noch die Hits fehlen, ist das Debüt von Agent Kooper mehr als vielversprechend. Möglicherweise schaffen sie auch die Charts in Deutschland etc. Zu gönnen wäre es ihnen – weitaus mehr auf jeden Fall als den Klonen von Dieter Bohlen und Co.

Igor Eberhard
Bewertung: 8,5 Punkte






Sham 69

   Western Culture


 
Sham 69 Cover










Bad Dog Records/ Core Tex Records
www.sham69online.co.uk

Als Jungspunds waren "If the Kids are United" oder "Borstal Breakout" von Sham 69 mit einigen anderen Songs unser persönlicher Soundtrack für unser Leben. Logischerweise, liegt der Erwartungsdruck und die Messlatte für eine Band, die sich heute "Sham 69" nennt und ohne Jim Pursey auftritt, dementsprechend hoch und ist fast nicht erreichbar.Warum eine Band, die nichts, außer einem letzten Gittaristen mit Purseys Sham 69zu tun hat, sich so nennt, ist klar und verständlich. Da es jedoch eher ein Fake-Produkt als sonst etwas ist, kann der Schuß sehr leicht nach hinten losgehen. Dennoch sollte man den Jungs nicht unrecht tun, die Scheibe "Western Culture" ist für sich betrachtet ganz und gar nicht mal schlecht, keine Granate, jedoch auch nicht übel. Die Musiker sind Profis, die Songs gut gespielt, arrangiert und produziert. Auf der CD ist auch Mulimediakram: verschiedene Trailer, ein Live-Videoclip von Sham 69, dafür lässt sich die CD im PC nicht vernünftig abspielen. Fazit: Wenn schon Sham, dann die Klassiker. Diese Band ist jedoch auch nicht schlecht.

Igor Eberhard
Bewertung: 7 Punkte






Agnostic Front

   Warriors


 
Verlorene Jungs Cover










Nuclear Blast
www.agnosticfront.com

Agnostic Front sind zurück! Die New York-Hardcore-Legenden knüppeln sich wieder durch ein neues Album. Mittlerweile haben wahrscheinlich alle, die sich auch nur im Entferntesten für Hardcore interessieren, die Band auf einem ihrer zahlreichen Konzerte gesehen oder zumindest ein Album dieser Band im Plattenschrank stehen. Das ist immer eine gute Wahl.
Der neue Longplayer "Warriors” bietet genau das, was Agnostic Front immer bietet: knüppelharter Hardcore ohne Wenn und aber. Leider fehlen mir die Ohrwürmer oder Hits ihrer ihrer früheren Alben (vor allem der ersten). "Warriors” hat keine rechten Höhen und Tiefen, sondern klingt gleich – auch das ist eine Merkmal von vielen ihrer Songs. Doch bei diesem Album bleibt selbst nach häufigem Hören fast nur ein hardcorelastiger-Nachgeschmack. Kein wirklich schlechtes Album, aber auch kein Burner.

Igor Eberhard
Bewertung: 6 Punkte






Verlorene Jungs

   ... für ein Stück Leben


 
Verlorene Jungs Cover










Sunny Bastards
www.verlorenejungs.de

Keine Unbekannten mehr sind die Verlorenen Jungs, die mit "... für ein Stück Leben" ihr siebtes Album veröffentlichen.
Die ehemalige Skinhead-Combo (um das einmal klarzustellen: NEIN! Die Verlorenen Jungs (VJ) waren nie irgendwelche Nazi-Spacken!). Die Verlorenen Jungs spielen Streetrock, Punk, manchmal mit Oi!-Einflüssen und deutschen Texten. Musikalisch sind die VJ keine grossen Erneuerer, abgesehen von denen für sie sehr ungewöhnlichen Soundeffekten (vor allem bei "Schema F") und dem Kindergesang ("Kinderaugen"). Die Texte sind klar und einfach – geradlinieg und direkt.

Igor Eberhard
Bewertung: 6 Punkte






Adora-Diana

   Diana


 
Andora-Diana Cover










Stagefight Records
www.adora-diana.de

Die Münchner Musikerin und ausgebildete Gesangslehrerin Adora-Diana hat fast alleine in Eigenregie ihr Debütalbum aufgezogen, angefangen von der Produktion, über die Grafik bis zur Musik. Ihr Erstling ist musikalisch eine Mischung aus EBM, Industrial, Gothic, Metal, etwas Punkrock, klassischen Elementen und Experimentellem. Dazu kommen zwei von ihr geschriebene, selbst vertonte Gedichte. Durchaus harter Tobak für alle, die musikalisch eher straight eine bestimmte Richtung bevorzugen. Das Ganze ist gewöhnungsbedürftig. Da zum Teil einige Songs dissonant und Töne – wohl bewusst – nicht getroffen werden. Wenn man sich etwas darauf einlässt, sind einige besondere, sehr zerbrechliche oder auch harte Momente (wie etwa beim "Hatesong") zu hören, die zu gefallen wissen. Vor allem "Going Mad" ist ein Anspieltipp. Dennoch bleibt zuviel Kälte und leider auch ein Stück weit Langeweile als Gesamteindruck zurück. Schade.

Igor Eberhard

Bewertung: 5 Punkte






Tennesse Menace

   Demo


 

 




Selbstverlegt
(erhältlich bei Gigs oder über www.tennesseemenace.com)
 
Auf der Gleisdorfer Tattoo- und Hotrodshow ist mir diese Band zum ersten Mal begegnet. Auch wenn die Stimmung beim ersten Gig nach Ende der Veranstaltung nicht die allerbeste war: Die Musik von Tennesse Menace prägt sich ein. Das sind keine grünen Jungs, die irgendwelche Songs runterschrammeln. Schon eineinhalb Jahre nach Bandgründung spielt das Unheil aus Tennesse Supportgigs für diverse musikalische Größen, wie für Restless, Frantic Flintstones, The Peacocks, die geniale Rockabilly Mafia oder für Mad Dog Cole. Auch dies spricht für sich.
Tennesse Menace spielen eine wilde Mischung aus Country, Rockabilly und etwas Psychobilly. Man hört die Einflüsse von Hank Williams, Johnny Cash, Hank III, den Stray Cats und Reverend Horton Heat heraus, was sicher nicht schadet. Dennoch ist das Demo der vier Cowboys aus dem Allgäu durchaus eigenständig, gut gespielt und zum Teil ungewöhnlich arrangiert. Die MCD hat ungefähr 20 Minuten Spieldauer. Auf ihr sind sieben Songs, teils Eigenkompositionen, teils Covers versammelt. Auf dem Demo kommen die gesanglichen Qualitäten des Leadsängers B. Gore noch besser als live heraus. Nur selten findet man ein Demo in solch guter Qualität. Fazit: Tennesse Menace gehören gehört. Hoffentlich gibt es bald eine Veröffentlichung auf einem Label von dieser vielversprechenden Band.

Igor Eberhard
 
Bewertung: 9 Punkte






Hack Mack Jackson

   Melodies From The Trashcan –The Very Best Of Wondertaker.com


 
Hack Mack Jackson - Melodies From The Trashcan










Ohne Angabe
 
Hack Mack Jackson veröffentlichen mit "Melodies From The Trashcan” sehr unbescheiden nicht nur ein Best Of-, sondern ein Very Best Of-Album. Die Düsseldorfer Countrybillyswamprockvoodoomaschine hat gar nicht so unrecht damit. Nachdem ein unseriöses Angebot von Wondertaker.com die Hack Macks erreicht hatte, dieses Album in Amiland zu veröffentlichen, konnten sie sich wohl nicht verkneifen, darauf einzugehen. Diese Best Of mit 25 Liedern aus neun Jahren Bandgeschichte ist leider ausschließlich digital via I Tunes und anderen Online-Shops erhältlich.
Das Album besteht aus vielen sehr unterschiedlichen und durchgehend trashigen und schrägen Coverversionen. Und, Oh, mein Gott, was sie den Songs antun! Herrlich! Hack Mack Jackson covern unter anderem Lieder von Gunther Gabriel, Johnny Cash, Reverend Horton Heat, Tom Waits, Ween, Lee Hazlewood, von den Hardcorepunks Dead Kennedys und sogar von der schrägen Ruhrpott-Stumpf-Oi!-Truppe Die Kassierer. Ihre Interpretation von "Ich bin Jesus und kann alles" der Kassierer ist auch ein Höhepunkt dieses digitalen Albums. Ein anderer ist "Everywhere I go, it rains on me” von Tom Waits. Da dieses Album zu viele Höhepunkte hat, kann dies bei unbedarftem Anhören zum akustischen Multiorgasmus führen – oder auch nicht. Wer weiß das schon so genau.

Igor Eberhard

Bewertung: 9,5 Punkte



www.jacksonrock.de




The Autumn Offering

   Fear Will Cast No Shadow


 











The Autumn Offering
Fear Will Cast No Shadow
Victory Records
 
THE AUTUMN OFFERING spielen brutalen Extrem-Metal, der voll auf’s Ganze geht – ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste. Unterbrochen und konterkariert werden die sehr harten Metal-Parts, die nur mit einem Shouter herausgebrüllt werden, durch sehr melodiöse, fast verspielte Gesangsparts. Diese Breaks überraschen durch detailverliebte Spielfreude und ausgefeilte Arrangements, die irgendwo zwischen Hardrock und Rock angesiedelt sein könnten. Wären da nicht die Hauptteile der Songs, die wie mit der Faust reingeprügelt wirken. "Fear Will Cast No Shadow”, das neue Album der Boys aus dem sonnigen Florida wirkt reif und erwachsen. Einen wichtigen Anteil daran hat sicher auch die ausgefeilte Produktion durch Jason Suecoff (TRIVIUM, GOD FORBID). Wer auf Extrem-Metal-Sound irgendwo zwischen Metalcore, PANTERA und stellenweise METALLICA steht, liegt hier goldrichtig. Wer’s extrem braucht, braucht manchmal Schläge ins Gesicht. Und das schaffen THE AUTUMN OFFERING prächtig.

Igor Eberhard (9)

www.theautumnoffering.com, www.myspace.com/theautumnoffering

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Moonspell

   Under Satanae


 











Moonspell
Under Satanae
SPV

MOONSPELL sind im Bereich des Black-Metals eine fixe Größe. Kommt man einfach nicht drumherum. Ihre Interpretation dieses Genres und seine Beeinflussung mit mediterranen und altertümlichen Gesängen (mit gelegentlichen Anklängen sogar beim Fado, wie bei "Tenebrarum Oratorium").
Blackmetal kann man mögen oder auch nicht. Mich persönlich kotzt die teilweise kackbraune Unterwanderung dieser Szene an (NEIN, es sind nur einige Bands und Fans – wer mehr darüber erfahren möchte, sollte mal auf die Seite von "Metalfans Gegen Rechts" und ähnlichen Homepages nachlesen.) Das hat nichts mit dieser Band zu tun, muss aber einmal gesagt werden.
Zurück zu MOONSPELL: Die Portugiesen gibt es seit nunmehr fünfzehn Jahren. Mit ihrem neuem Album "Under Satanae" liegt eine vollständige Neuaufnahme aller existierender Songs aus der Zeit vor dem "Wolfheart"-Album, einschließlich aller Lieder und Instrumentalstücke des legendären "Under The Moonspell"-Albums und des Demotapes "Annno Satanae" bis zu dem Song "Serpent Angel" von MORBID GOD’S (pre-MOONSPELL). Damit gelingt "Under Satanae" ein wichtiger Querschnitt durch die Entwicklung der Band. Für alle Fans, des dunklen Sohnes des Heavy Metals. Ideal zum Headbangen oder auch zum Jungfrauen Opfern, so ihr welche findet.
Anspieltipps: "Tenebrarum Oratorium", "Serpent Angel" und "Chorai Lusitânia!"

Igor Eberhard (8)

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NO TE VA GUSTAR

   Todo Es Tan Inflamable


 











Übersee Records

Die aus Uruguay stammende Band, die sich selbst durch "Wird dir nicht gefallen" als fiese Muckemacher tituliert, ruht sich nicht gerade auf den Lorbeeren ihres vierten Albums aus. "Todo Es Tan Inflamable" erschien im letzten Jahr schon in ihrer Heimat (bei uns aber erst am 22. Juni diesen Jahres). Seit dem stecken die bis zu acht Bandmitglieder so ziemlich jedes Clübchen in Brand, dass sie auch hier, in Europa, finden können (und voll kriegen!).
Das Ganze hab' ich mir letzten Samstag im Berliner Club "Tacheles" angesehen und war nicht ganz unvoreingenommen. Ich las den Pressetext der Band und behielt als mäßig motivierter Rock'n'Roll-Super-Maniac eigentlich als Einziges im Kopf die üblichen wohlklingenden Blümeleien und die Tatsache, dass sie in ihrer Heimat bereits Stadien mit ca. 25.000 Besuchern füllen sollen.
Was sich also leicht als "Latin, Ska, Rock" beschreiben lässt und dann erstmal auch nach Pop klingt, machte mich ziemlich skeptisch. Diese Skepsis hielt dann etwa eine Minute lang, denn danach wird es um gefühlte 20 Grad wärmer, weil es einfach so warm... so WAAARM klingt. ..!
Mich erinnert die Platte zuerst an "Tarantism" von "Tito & Tarantula", auch wenn man dabei oft an "Germanys Next Topmodel" - Werbung und Orangensaft denkt. Nur ist hier die Mischung aus Rock, Reggae und Ska etwas feiner abgemischt - live dagegen um einiges rauer und authentischer. Musikalisch ist die Scheibe sehr überzeugend. Von beruhigend bis aufwühlend ist alles dabei. Aber die 25.000 Konzertbesucher kauf' ich denen so nicht einfach ab, denn so viele Menschen auf einmal haben niemals einen so guten Geschmack wie ich!

Sebastian, 27.10.07

Bewertung: 7 Punkte




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Sodom

   The Final Sign Of Evil


 











Steamhammer/SPV

SODOM ist ein Urgestein der Trash- oder Deathmetalszene, das in diesem Jahr sein 25jähriges Bestehen feiert. Die üblichen Gründe für Feiern (sowohl Trauer, als auch Freuden-) sind bei SODOM wohl eher die unzähligen Umbesetzungen. Eventuell liegt das am Bandnamen: Die Stadt Sodom wurde von GOTT (der besten Band seit Anfang und Ende der Schöpfung) aufgrund ihrer Sündhaftigkeit zerstört. Hat auch die Band zuviel am paradiesischen "Watschenbaum" gerüttelt?
Wahrscheinlich wohl eher nicht. "In The Sign Of Evil” ist der Titel ihrer Debüt-EP, die 1984 bei SPV erschienen ist. Die jetzt auf neu herausgekommene "The Final Sign Of Evil” ist die Fortsetzung und der Abschluss dieses ersten Albums. Die "In The Sign Of Evil" wurde in Original (!) -Besetzung vollständig neu eingespielt. Dazu kommen gleich sieben Bonustracks, die alle aus der Zeit der "In The Sign Of Evil” stammen. Die Bonussongs sind weitgehend Midtempo, die originalen dagegen eher Uptempo gehalten. Die Songs rumpeln prächtig und sind Einzelnen nicht unbedingt immer ... optimal miteinander abgestimmt. "The Final Sign Of Evil” hat zum Teil alles in allem reichlich Proberaumcharakter. Dies erhöht jedoch durchaus den Charme des Albums. Die Originale sind und bleiben immer noch wichtige Songs im Bereich des Trashmetals. Die neueingespielten Stücke können zum Teil nicht unbedingt bei den Liedern der ursprünglichen Mini-LP mithalten.
"The Sin Of Sodom" und "When Angels Die" sind dennoch Anspieltipps. Lohnt sich mit Vorbehalt.

Igor Eberhard

Bewertung: 7 Punkte




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Hack Mack Jackson

   Pressure Island


 











Triggerfish Music

Sicher nichts für den linientreuen Punkrocker:
Eine Kategorie ganz für sich, sind HACK MACK JACKSON. Diese Burschen aus Düsseldorf machen Musik – machen die meisten Bands. Sie selbst beschreiben sie abwechselnd mal al "Country-Soul- und Vodoogebolze" oder als "countryfizierte Swamprockklopper mit Rockabilly-Groove sowie reichlich Swing und Twang-Bereitschaft!" Ein gewisser Punkrock’n’Roll-Faktor ist außerdem nicht zu überhören. Klingt alles ein bissl wie HANK III, LINK WRAY, WHISKEY PRIESTS gemeinsam aufgeknüpft an einem Galgen in Nashville.
Könnt Ihr Euch nichts drunter vorstellen? Macht nichts, einfach reinhören! Bei "Pressure Island" rumpelt alles und "juhuuut" und kratzt durch sämtliche Songs. "Pressure Island" klingt nach langen, trockenen Ritten durch die Trash-Plains, nach Staub in der Kehle, nach durstigen Punkrockern in der Hillbillywüste und nach Einsamkeit ohne ausreichend Alkohol. Wo bleibt die Insel der Whiskeyseligkeit? Das kennt jeder von uns. Damit es wehtut, wird auch einiges "geschändet" ... äh gecovert. Die Auswahl der Coverversionen verrät auch einiges über die Schubladen-Zum-Wegwerfen-Sammlung dieser JACKSON 5: ein weinenswertes "Everywhere I Go" von TOM WAITS, eine sehr eigenwillige Interpretation von "Too Drunk To Fuck" von den DEAD KENNEDYS, außerdem "This Boots Are Made For Walking" von Lee Hazlewood/Nancy Sinatra oder etwa "Stuck In The Middle" von Gerry Rafferty/Joe Egan. Eine eigene Mischung, die der Qualität dieser Band entspricht. Noch gelungener sind jedoch die eigenen, abwechslungsreichen Songs der HACK MACKs. Herrliche Musik zum versacken und um über dem nächsten Whiskeyglas zu brüten. Großartiges Coverartwork und gut produziert außerdem. Kann man nicht oft genug hören.

Howdy Igor, Howdy!

www.myspace.com/hackmackjackson
www.hmj.triggerfish.de

Bewertung: 9 Punkte




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Deathkiller

   New England Is Sinking


 











I Scream Records

Das tut weh. Das tut richtig weh. DEATHKILLER wollen auch ganz genau das: wehtun! DEATHKILLER gibt es seit gerade etwa einem Jahr. Die Musiker sind unter Anderem ehemalige Mitglieder von HATEBREED und der New Yorker Hardcore-Legende MOST PRECIOUS BLOOD. Ihre Demo-CD, noch im Jahr der Gründung veröffentlicht, hat sich in der Hardcoreszene wie warme Semmeln verkauft. Das hat gute Gründe. Ihr Debütalbum "New England Is Sinking” auf I SCREAM RECORDS geht an die Schmerzgrenze. Der gute alte HENRY ROLLINS scheint manchmal grüßen zu lassen. "New England Is Sinking” ist brutalstes Hardcore-Geballere. Dennoch ist dieses musikalische Geknüppel nicht fad, sondern abwechslungsreich, teilweise auch ein Stück weit melodiös und vor allem mit guten Texten versehen. Eine deutliche, klare Ansage: dicht, deutlich und knüppelhart. So sollte Hardcore sein.

Igor

www.myspace.com/deathkillerx3
www.deathkiller.net

Bewertung: 8 Punkte




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Motörhead

   Better Motörhead Than Dead


 











Live At Hammersmith
Steamhammer/SPV

Manche Dinge ändern sich nie – und dazu gehören MOTÖRHEAD. Die Einen lieben sie, die Anderen zählen hier nicht. Take It Or Leave It.
Die Doppel-CD "Better Motörhead Than Dead” ist ein Livealbum, das bei ihrem legendären Auftritt im Londoner "Hammersmith Odeon" im Juni 2005 aufgenommen wurde. Dieses Konzert war nicht irgendein beliebiger Auftritt von LEMMY KILMISTER, MIKKEY DEE und PHIL CAMPBELL sondern war ein Fest zum runden Geburtstag von MOTÖRHEAD. Die "alte Tante" MOTÖRHEAD wurde 2005 schon dreißig. Daran sieht man wieder wie gut Alkohol konserviert.
MOTÖRHEAD sind ein Livegigant. Wer sie einmal live gesehen hat, weiß, was ich meine. Zu ihrem Jubiläumskonzert sind sie dennoch noch mehr in die Vollen gegangen. Alle 23 Songs sprühen vor Energie und Kraft, ohne auch nur einmal auszulassen. Auf dem Album sind viele Hits der "Bomber"-, "Ace Of Spades"-, "Overkill"-, "Sacrifice"- oder "Iron Fist"-Alben versammelt. Dazu kommen einige Lieder, der damals neu erschienenen "Inferno"- und zwei Songs des verkannten "Another Perfect Day"-Scheibe.
Ich hätte mir aufgrund des besonderen Anlasses noch ein spezielles Gimmick (Poster, DVD, ausführliche Bandhistory oder wie bei der "Everything Louder Than Everyone Else" einen Backstagepass etwa) für die Fans gewünscht. Egal, wieder MOTÖRHEAD live und mit dieser Power zu hören, versöhnt.
MOTÖRHEAD bleiben, wie sind. Wie heißt es so schön dazu im Inlay "49% Motherfucker, 51% Son Of A Bitch". Yep. Dieses Album ist reiner Rock’n’Roll. Better Motörhead Than Dead.

Motörfingo Igor

www.imotorhead.com
motorhead-de.blogspot.com

Bewertung: 10 Punkte




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Far From Finished

   Living In The Fallout


 

 











People Like You Records

Boston muss eine wunderbare Stadt sein. Dank der großen irischen Community gibt es Whisky, Kneipen und gute Stimmung in rauen Mengen. Das wirkt sich auch auf die Musik aus. Es gibt nicht nur dutzendweise Streetpunkbands, sondern auch noch einige erstklassige dazu. Besonders wenn sie durch reichlich Alkohol und Irish Folk benebelt sind, ergibt das häufig eine großartige alkselige-rock’n’rollende Mischung, die in Herz und Hirn geht. Neben den allbekannten DROPKICK MURPHYS und den STREET DOGS sind noch zahlreiche andere Rosinen in diesem musikalischen Kuchen. FAR FROM FINISHED, wenn auch ursprünglich zum Teil aus New York, spielen genau diese Art Musik. Und sie machen ihren Job richtig gut. "Living In The Fallout" ist das zweite Album von FAR FROM FINISHED. Die Band spielt Streetpunk mit Einflüssen von – neben den obengenannten Bands – SOCIAL DISTORTION und RANCID, um nur einige zu nennen. Die Hörer erwartet, ein von Jim Siegel perfekt produziertes Album, mit einigen ungewöhnlichen Arrangements. Die Hooklines und Singalongs regen zum ausgiebigen Mitgrölen an. Braucht man! Die sind Klasse.

Konzert: 19.09.2007 im SO36 in Berlin  >>Karten

Igor Eberhard (8,5)

www.myspace.com/farfromfinished
www.farfromfinished.com

Igor "How How How” Eberhard

Bewertung: 8,5 Punkte




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Hell Yeah!!!

   Bang Bang Bazooka


 










Crazy Love Records

Eindhoven Rockcity hat einige musikalische Legenden (nein, keine "Düsteren Legenden") hervorgebracht. Neben den Schweinerockern von PETER PAN SPEEDROCK gehören BANG BANG BAZOOKA sicher dazu. Die BAZOOKAS spielen gitarrenlastigen 80ies Psychobilly und Neorockabilly, ohne richtig in irgendeine musikalische Schublade reinzupassen oder reinpassen zu wollen. In den späten 1980er Jahren veröffentlichten sie zwei Alben auf dem niederländischen Count Orlok-Label und waren damit in guter Gesellschaft etwa von den METEORS, BATMOBILE und den RICOCHETS. Leider war nach diesen beiden Alben erstmal Schluss mit lustig.
Erst seit 2005 ist die Band wieder am Start. Elvis im Himmel sei Dank! BANG BANG BAZOOKA haben es geschafft, ein neues Album aufzunehmen! "Hell Yeah!!!” zeigt die Entwicklung der Band deutlich. Einige Songs sind klassischer 50ies Rockabilly ("Rockabilly Guy"), andere eher country-lastig ("Dutch Mountain Breakdown"), manche sind wieder klassischer Psychobilly ("I’m the Devil", "The Butcher"). Das FLYING SPIDERS-Cover "City Boy" ist Punk. Keine Füller, keine nur mittelmässigen Songs. Die können fast alles und spielen das auch. Großartiges Album.

www.bangbangbazooka.com
www.myspace.com/bangbangbazooka

Igor "How How How” Eberhard

Bewertung: 9,5 Punkte




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Der Wolf im Ska-Pelz:

   Liquidator Music


 










Wir wissen alle: Die Welt ist schlecht. Über die grause Mühsal der alltäglichen Plackerei, die Rülpser der Globalisierung und den allesvernichtenden Tanz einer verregneten Grillsaison helfen bewusstseinsverändernde Substanzen (Ihr lieben Kinderlein, habt gut acht: Drogen sind verlogen! Finger weg, pfui pfui pfui!), die besten Droogies der Welt – und natürlich der passende Soundtrack zum Leben. Für entspannte Stunden und zum gepflegten Schwingen des Tanzbeins hilft guter alter Ska, Rocksteady, (Skinhead) Reggae und eine gepflegte Prise nördlichen Soul. Und wer versteht davon mehr als die Jamai..., nein, Spanier.
Den meisten, die sich für diese Art Musik begeistern können, ist das LIQUIDATOR MUSIC-"Imperium" ein Begriff. LIQUIDATOR MUSIC ist ein Fanzine, Verlag, Booking Agentur, Promoter, Mailorder und Label in einem. Vor allem das Label lässt seit längerer Zeit international aufhorchen. Die Veröffentlichungen reichen von LAUREL AITKEN himself, ROY ELLIS ("Mr. Symarip") und anderen Klassikern über moderne Ska/Rocksteady-Bands, wie die KINKY COOCOO’S oder LOS GRANADIANS, bis zu eher ska-jazzigen Bands, wie JAZZBO. Durchgehend erstklassige Bands. Der einzige Haken: bisher gab es diese Alben nur als Direktimport oder als Import über Mailorder mit den entsprechenden Preisen und dem zum Teil dazugehörigen Aufwand.
Doch es gibt eine gute Nachricht. LIQUIDATOR MUSIC wird mittlerweile über BROKEN SILENCE direkt vertrieben und ist somit gut erhältlich.
Alles wird gut. Die Welt ist schlecht – und doch, doch wird jetzt alles gut... Unter dem manchmal eher netten Ska und Reggaegewand lauert der musikalische Wolf.

Als Softrelease sind bisher einige Alben bei BROKEN SILENCE erhältlich. Es wird jedoch ständig am Sortiment gearbeitet.

Laurel �Lorenzo` Aitken
En español
Ein mit der spanischen Skaband LOS SKARLATINES aufgenommenes spanischsprachiges Album des "Godfathers of Ska". Latin goes Ska!

Laurel Aitken
Superstar
Das musikalische Vermächtnis von Aitken mit bisher unveröffentlichtem Material. Sogar einige Soul- and Funksongs sind dabei.

The Peeping Toms
Maximum Rhythm and Reggae
Unter anderem mit Mitgliedern der MALARIANS. Traditioneller Ska und Reggae mit Latin und Boogie-Einflüssen.

Jazzbo
Born Blue
Entspannter Ska-Jazz mit deutlichen Anleihen in den 1960er Jahren.

Mr. Symarip
The Skinheads Dem A Come
Roy Ellis war der Leadsänger bei THE PYRAMIDS und bei SYMARIP. Nach vielen Jahren mit Gospel- und Soulprojekten ist er zurück zu seinen Wurzeln im Skinhead Reggae und im frühen jamaikanischen Ska zurückgekehrt.

Los Granadians
El Temperamental Sonido de Los Granadians. Vol. 1
Derzeit wohl die angesagteste spanische Reggae- und Rocksteadyband. Immer noch fast ein Geheimtipp in unseren Breiten!

The Kinky Coocoo’s
Montjuic Boneyard
Die KINKY COOCOO’S spielen klassische jamaikanische Rhythmen. Das ganze findet mit bis zu vier Sängern, Keyboard, Doppelbass und vier Blechbläsern statt. Mit einem Gastauftritt von DAVE BARKER. Zum Weinen schön!

LIQUIDATOR MUSIC
www.liquidatormusic.com
www.myspace.com/musicliquidator
www.brokensilence.biz

Alles wird gut! Lasst uns den Mond anheulen!
Igor Eberhard



Thee Flanders

   Graverobbing + Freakshow DVD


 










Halb 7 records

THEE FLANDERS sind zugegebenermaßen eine meiner Lieblingsbands aus dem Psychobillybereich. Deshalb bin ich nicht ganz unvoreingenommen.

Warum dies so ist, kann jeder auf der neuen CD "Graverobbing" (incl. Bonus-DVD "Freakshow") hören. Die Flanders rocken schon nunmehr seit zehn Jahren. Pünktlich zu ihrem Geburtstag haben sie mit "Graverobbing" ein reines Coveralbum veröffentlicht. Gecovert wird nicht nur alles, was in der Psychobillywelt Rang und Namen hat – von METEORS ("The Crazed"), DEMENTED ARE GO ("Pervy in the Park"), MAD SIN ("Fleischzug"), MISFITS ("Halloween"), bis zu BATMOBILE ("Transsylvanian Express") und selbstbewussterweise von THEE FLANDERS selbst ("Guilty 06") –, sondern auch Pop- und Rockklassiker wie "Erna P" von den ÄRZTEN, "51st State" von NEW MODEL ARMY, "The Circus" von ERASURE (!), "Master and Servant" von DEPECHE MODE, "Happy Endings" von ELVIS, "Only You" von YAZOO, "Maria" von BLONDIE und schließlich sogar "White Wedding" von BILLY IDOL. Das ist schräg! Die Liste der Covers verrät, dass THEE FLANDERS mal wieder alles nicht zu ernst nehmen und vor allem sich selbst nicht allzusehr. Als besonderes Leckerli singt El Köfte von MAD SIN im Duett mit Norman Winter von den FLANDERS das MAD SIN-Cover und Jeroen Haamers von BATMOBILE den Song ("Transsylvanian Express") seiner Band im Duett mit Norman. Die meisten Songs dieser Scheibe sind im Original schon Hits und Klassiker. Die Verflanderung öffnet ganz neue Zugänge zu ihnen. Ausgerechnet "White Wedding" als Psychoversion... (sozusagen die dunkle Seite des Heiratens – und ich dachte immer, das wäre die Schwiegermutter....)

Der "Kessel Buntes", den sich die Herren zu ihrem Jubiläum selbst bescheren lässt nichts zu wünschen übrig. Selbst wer nicht unbedingt Psychobilly-Liebhaber ist, wird an den aufgeflanderten Interpretationen berühmter Pop- und Rockklassiker eine Heidenfreude haben. Die DVD enthält nicht den üblichen faden Bonusschrott, sondern alle Videoclips der seltsamen Herren, dazu drei Konzertauftritte, Interviews und einige Specials.

Bei Satan und seiner blutigen Horde, Psychobilly ist nichts für jedermann (unverständlicherweise). Doch wenn Psycho, dann den verflanderten, kann jedem nur ans unreine Herzen gelegt werden. Mitfahren im Fleischzug (Sommeraktion der Deutschen Psycho Bahn?)! Kaufen!

HarharIgor ("Die Fahrscheine bitte...")

Bewertung: 10 Punkte




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Taaboo

   666 Total Evil


 










selbst verlegt

Ersteinmal vornweg: "666 total evil" ist das nunmehr sechste Album von TAABOO. Jedes Album ist selbst verlegt und vor allem über die Band-Homepage oder über tonetraders.de downloadbar. An der fehlenden Qualität kann es nicht liegen.
TAABOO machen laut Selbstbezeichnung "Prollrock" – klingt gut und passt wie die Faust auf Auge. Ein eigenes Label für ihre Art Musik gibt es nicht. Eine Band, die in kein Schema so richtig passt: herrlich! Die Band spielt eine wilde Mischung aus Metal, Punk, ONKELZ (wer jetzt mal schnell politisch ejakulieren will, soll doch bitte die "ONKELZ und ihre Vergangenheit"-Diskussion mal schnell mit sich selbst führen) oder die etwas biederen TROOPERS, dazu Schweinerock und Horror, angereichert zum Teil mit etwas Pippi Langstrumpf (!), Bläsern und einigen Popelementen. Ja, das ist wild.
Mit den Texten wird nicht der Versuch unternommen, das musikalische Rad neu zu erfinden. Im Gegenteil: häufig werden gängige Klischees zu einer satirischen Prolloperette verbraten. Darf man das? Aber klar! Das meiste ist eh schon fad und hat man schon oft gehört.
Meine Highlights: "1, 2, 3, 4 Ficken" (gutes Thema!) und "Dying" (auch ein Klassiker).
Es lohnt sich auf jeden Fall, die Band einmal anzutesten. Gebt denen doch endlich einen Plattenvertrag!

www.taaboo-rules.de
www.myspace.com/taboorules

Igor

Bewertung: 8 Punkte






The Spookshow

   Psychosexual Chapter 2


 










Wolverine Records

Kennt ihr auch dieses Gefühl: Ihr hört eine Stimme und bekommt eine Gänsehaut? Oder noch schlimmer: kurzfristige Durchblutungsstörungen in den unteren äußeren .. äh Gliedmaßen (wieder etwas, was nur Männer können!)? Miss Behave, die Sängerin der SPOOKSHOW hat eine solche Stimme: klar, zuckersüß und sexy. Wenn sie "So Lonely I Could Die" singt, möchte man sie einfach nur in den Arm nehmen und bei "All I Want Is To Poke Your Eyes Out" will man nur die Augen weit öffnen und warten bis sie zu zustößt, denn selbst für die Toten gibt es Hoffnung: "Sleep with the Dead". Vielleicht liegt es daran, dass die Band aus Schweden oder schlicht "Psychosexual" ist. Davon abgesehen spielen die Geisterschau metallischen Punkrock im klassischen 1-2-3-4 Stil mit vielen Singalongs. Man kann deutliche Einflüsse von RAMONES, MISFITS oder auch den HORRORPOPS heraushören – das ganze klebrigsüß verpackt. Die Texte handeln dabei von Mord, Tod, Blutbädern, Zombies und allem, was unheilig ist. Die Musik erinnert bildlich gesprochen an eine in Zuckerwatte versteckte rostige Motörsäge. Mike Dungeon, der Kopf der SPOOKSHOW, und sein Bruder Knife Dungeon haben ihre ersten Alben gleich ner "Psychosexual"-Trilogie ausgebreitet. Mit diesem Album legen sie Teil 2 vor. Der letzte, noch ausstehende Teil der Trilogie kann nur klopfenden Herzens erwartet werden. Spannend wird sicherlich auch ihr geplantes JONNY CASH-Tribute-Album "Paid In Black". Mit THE SPOOKSHOW spart ihr euch das Geld für die Domina und bekommt noch erstklassigen Punkrock dazu. Herz, wat willst du mehr?

www.thespookshow.net

Igor Eberhard

Bewertung: 9,5 Punkte




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The Head Cat

   Fool’s Paradise


 










Rock-a-Billy Records

Die Welt der Musik ist überschaubar. Es gibt Motörhead und danach kommt sehr, sehr lange erstmal nichts mehr. Vielen Menschen (mir unter anderem) wurde diese Offenbarung aufgrund jahrzehntelanger Studien und als Folge eines harten, entbehrungsreichen Lebens irgendwann zuteil ("Du hast den Dreck von der Gosse geleckt, du weißt wie Braten schmeckt. Nie wieder, nie wieder ohne Soße sein!"). Ich bin stolz zu dieser Gruppe Menschen gehören zu dürfen. Der Herr ist mein Hirte und wir sind seine schwarzen Schafe, mir wird nichts... Genau. Leider ist die Welt (ich? Ach nein, hier nicht!) heutzutage nicht mehr so einfach wie im guten alten Mittelalter. Weltweit gibt es "Menschen", die an dieser Erkenntnis zweifeln. Sie haben das Licht noch nicht gesehen. Warum schreibe ich über Lemmy, wenn ich eine Rezension von The Head Cat schreibe? Gute Frage! Head Cat ist Lemmys Rockabilly-Selbsthilfegruppe. Sie besteht neben Mr. Kilmister, Gesang, akustischer Gitarre und Harmonica aus Danny B. Harvey, an der Lead Gitarre, am Bass, an den Keyboards und im Background als Sänger und Slim Jim Phantom an Schlagzeug und Percussions und auch als Hintergrundsänger. An diesem Album ist alles richtig. Die Songs sind gute alte, liebgewonnene Country, Rockabilly und Rock`n`Roll-Klassiker von Lee Holly, Luther Perkins, Lou Reed, Johnny Cash und einigen Anderen, wie etwa "Lawdy Miss Clawdy", "Well... All Right", "Peggy Sue", "Tell Me How”"Crying, Waiting, Hoping", "Matchbox" oder "Big River”.
Die Songs haben durch Lemmys kratzige, manchmal sich leicht überschlagende Stimme, den etwas eigenwilligen Einsatz der Keyboards und durch die raue gesangliche Interpretation ein ganz besonderes Flair. Einfach nur gut. Durch dieses Album ist die Welt ein Stückchen besser geworden.
Der einzige Haken: Fast genau die gleiche CD mit den gleichen Aufnahmen und den gleichen Songs ist unter dem Namen Lemmy, Slim Jim und Danny B ohne Titel schon 2000 auf SPV veröffentlicht worden. Da allerdings mit drei weiteren Songs, mit "Stuck On You", "True Love Ways" und einer schrägen Instrumental-Version von Elvis Presleys "Heartbreak Hotel". Warum das ganze noch einmal unter anderem Namen veröffentlicht wurde, bleibt unklar.

Motörfingo

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McQueen

   Break The Silence


 










Demolition Records/Soulfood
http://mcqueenmusic.com
myspacemusic.com/mcqueen

Geil! So dreckig sollten alle Frauen klingen. Das Debüt-Album "Break the Silence” der All-Girl-Killer-Combo McQueen gehört mit zu dem besten, was ich in den letzten Jahren gehört habe. Mehr braucht man fast nicht zu sagen.
Für alle die es genauer wissen wollen: Die Mädels machen richtig schön-schmutzige und böse Musik. Es gibt keine Sekunde Pause auf der etwa 30minütigen CD. Dafür geht der Sound vom Anfang bis zum Ende direkt gegen die Wand. Die McQueens haben irgendwann beim Proben den Turbo auf- und nie wieder abgedreht. Wer das hört, kann einfach nicht stillsitzen. Da heißt es Arsch in die Höhe und tanzen (Für alle Altrocker unter uns: am Bier nuckeln und mit dem Köpfchen nicken, ist auch okay, jaja).
Die Musik der McQueens ist irgendwo zwischen Speedrock at his best, leckeren Motörhead-Riffs, melodischem Hardcore, Metaleinflüssen und Punkrock angesiedelt.
Dazu merkt man, dass alle Mädels ihr Handwerk verstehen. Und diese Stimme! Die Sängerin Leah Duors hat ein Organ, das direkt unter die verschwitzte Haut geht. Vor allem bei Songs wie "Neurotic", "Dirt" oder "Bitch" bleibt nur noch demutsvolles Anbeten und hoffnungsvoll zu ihren Füßen im Dreck kriechen.
Fazit: Wann kommt endlich das nächste Album der McQueens?

Fingo Frost

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Country Bob and the Bloodfarmers

   I cut out her Heart (and stomped on it)


 










Impact Records/Broken Silence
www.myspace.com/countrybobandthebloodfarmers
www.bloodfarmers.com

Es gibt wenig wirklich gänzlich neues in der Musik. Und noch weniger originelles. Gerade auch im Punk, Hardcore oder Metal wiederholt sich letztendlich so vieles (was bei Musik, die sich bewusst auf einige wenige Akkorde beschränkt, auch nicht wirklich schwierig ist).
Wirkliche Überraschungen sind Ausnahmen. Die COUNTRY BOB AND THE BLOODFARMERS sind eine solche. Viele Bands, die sich im weitesten Sinn zum prinzipiell sehr weit gefassten Genre des Horrorpunk zählen, sind zumindest teilweise eher austauschbar. Das betrifft vor allem die Texte, zum Teil jedoch auch die Musik selbst. Die meisten Bands greifen auf "Inspirationen" und Einflüsse von MISFITS, METEORS und anderen üblichen Verdächtigen zurück. Ja, gut, nett ist das. Damit hat es sich zumeist.
Die Blutfarmer sind ... anders. Sie spielen eine sehr wilde Mischung aus Horrorpunk, Punkrock, Rock`n`Roll, Redneck Country, Gospel (!) und Oldschool-Hardcore, durchgerührt mit einer deutlichen Prise DEAD KENNEDYS. Der Gesang klingt in einigen Songs fast nach JELLO BIAFRA in "Holiday in Cambodia" oder in "California über alles", vor allem wenn der Sänger Country Bob (Tex) mit kläffendem Gesang und überschlagender Stimme loslegt. Ungewöhnlich ist auch, dass sich COUNTRY BOB AND THE BLOODFARMERS nicht nur den üblichen blutigen Themen voller Leichen widmen, sondern auch einige politische Songs im Repertoire haben. Vielleicht liegt das auch an den Musikern, die unter anderem bei den PLASMATICS, ALMIGHTY LUMBERJACKS OF DEATH und SHOCKHTERAPY gespielt haben.
Insgesamt: "I cut out her Heart (and stomped on it)” ist ein Album, das in kein Schema passt. Es sei Allen mit zittrigen Fingern ans fleischige, pochende Herz voller Leben gelegt, die auch für Zombies bremsen. Für alle Anderen gilt: Diese Musik weiß zu gefallen, ohne nur in der Nähe von Durchschnitt zu sein. Außerdem: wir alle müssen irgendwann sterben. Untot kann eine ganze Ewigkeit dauern. COUNTRY BOB AND THE BLOODFARMERS helfen optimal gegen Langeweile im Jenseits. Notfalls auch schon im Diesseits.

Mehr davon!

Igor Eberhard

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P. Paul Fenech

   The "F" Word


 










People Like Your Records
www.kingsofpsychobilly.com/
www.peoplelikeyourecords.com

"Only the Meteors are pure Psychobilly” das ist eine Wahrheit und die verkünden nicht nur die Meteors von ihrer Webseite, sondern auch die zumeist untoten Spatzen von den Dächern. Es gibt so viele Bands, die Psychobilly machen. Dennoch ohne die guten alten Meteors wäre Psycho nur eine nette Alternative zum früh ins Bett Gehen. Und ohne P. Paul. Fenech gäbe es die Meteors nicht: Er ist das rhythmisch pochende Herz und der eigentliche wurmstichige Kern der Band. Die Meteors werden nie die "World Sympathie Awards" (sofern die endlich mal jemand erfinden würde) gewinnen. Fenech schon gar nicht. Fuck you Fenech!
Die meisten anderen Mitglieder der Meteors blieben selten länger als ein, zwei Jahre. Anscheinend ist der Chef der Band trotz zahlloser Tourneen und CD-Produktionen nicht ausgelastet, deshalb wandelt P. Paul. zum mittlerweile sechsten Mal auf Solopfaden (die Begleitmusiker werden nur unter "various additional musicians" zusammengefasst). Fenech zeigt auf der "The �F’ Word"-CD was er kann. Das ist nicht wenig. Ganz und gar nicht. Manche Songs sind stark Surf-, Country- , Western- oder Rockabilly-lastig, andere wieder eher punkig. Nur weniges erinnert an klassische Meteors-Songs. "Agarrand La Guitarra. Del El Diablo" ist ein Intrumental, das an "Pulp Fiction" oder ähnliche Filme angelehnt ist. "Poison Heart" etwa ist ein sehr eigener, fenechiger Ramones-Coversong. In "Jackson" covert er den guten alten Johnny Cash-Klassiker (inclusive Duett mit nicht näher erwähnter Duettpartnerin als June Carter-Ersatz). "3 Minutes to Death" und "(Not) Fuckin Around" haben wieder etwas mehr vom typischen Klang der Meteors.
An der CD kommt man nicht vorbei. Außerdem: Ich persönlich glaube, dieser Mensch ist wahnsinnig. Oder grenzgenial. Oder beides. Aber vor allem wahnsinnig. Fuck you Fenech!

Fingo "F" Frost

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Motörhead

   Kiss of Death


 
Über Motörhead ist alles wesentliche bekannt. Motörhead ist mehr als Musik, mehr als Stil, mehr als guter Geschmack: Motörhead ist eine Lebenseinstellung.
Lemmy und seine jeweiligen Bandkollegen, machen meiner Meinung nach, einfach immer noch den perfekten Soundtrack zum Rock`n`Roller-Leben. Das kann man höchstens noch über einige wenige Ausnahmemusiker beziehungsweise -bands wie die Ramones, Meteors oder den Man in Black sagen: Sie halten was sie versprechen und ziehen ihr Ding bis zum bitteren Ende durch.
Für die neue CD "Kiss of Death", der lautesten Band der Welt, ist es nicht anders. Manche meinen immer noch nach "Bomber" oder "Ace of Spades" hätten die alte Hackfresse und seine unzähligen Begleitmusiker aufgehört sich weiterzuentwickeln: Schwachsinn. Die meisten Alben sind vielfältig und beinhalten doch immer den durchaus typischen Motörsound. Das gilt auch für dieses Album.
Der erste Song "Sucker", eines der Highlights der CD, ist brutal, schnell, gut. Er ist sicher auch eine Art Glaubensbekenntnis von Lemmy: "How we are, ain`t how we where, innocence, is fort he birds, now we are poison, and we don´t care”. So lieben wir ihn alle. "One Night Stand" groovt sehr rock`n`rollig im tanzbaren Tempo. "Trigger" dagegen ist mehr in Richtung klassisches Metal. "Devil I know" und "Under the Gun" sind etwas bluesig. "God Was Never on Your Side” behandelt eines von Lemmys Lieblingsthemen (auch kein Wunder, wenn der eigene Vater , obwohl Priester, seine Familie sitzen lässt): gänsehautfördernd. Man hört den alten, einsamen Wolf direkt beim Anheulen des Mondes. "Living in the Past", "Sword of Glory” und "Going Down" sind schlicht und einfach fette, typische Songs, born to kick your ass. "Christine” ist eine rockige und äh ...romantischere Speedblues-Ballade. "Be my Baby” klingt fast etwas nach Metallica oder ähnlichem. Gar nicht schlecht. Ganz im Gegenteil. Mein klarer Favorit ist jedoch eindeutig das eher ungewöhnliche, düstere "Kingdom of the Worm", das ganz ohne Worte instrumental endet.
Das neue Album "Kiss of Death" der Motörfreaks ist nicht ganz so speedlastig und in die Fresse wie die Vorgänger-Scheibe "Inferno". Dennoch ist "Kiss of Death" sicher eines besten Motörhead-Alben. Durch die eher neuartigen und vertrackteren Elemente gewinnt es eindeutig gegenüber dem vorhergehenden Album.
Um es abschließend mit Mr. Kilmister zu formulieren. "You can´t mess with Dr. Rock, so don´t you even try”. So isses. Kaufen, hören, glücklich sein.

Motörfingo

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