
Und auch das belgische Boucherie moderne, also Jef und Kostek – extrem eigenwilligen und unverwechselbaren Künstler. Ihre Tattoos sind eine Kombination aus Geometrie und Pixelkunst verbunden mit einer visionären Haltung und extremen Phantasie. Das zusammen führt zu einem außergewöhnlichen Ergebnis.
Sid Siamese I, ein 48-jähriger Thailänder, der in Europa zu den führenden Tätowierer des asiatischen Stils zählt und dessen Lebensmotoo lautet: "Ich liebe meine Frau, ich liebe mein Kind und ich liebe meine Tattoomaschine."
Dann der wahnsinnig lustige und bunte Ed Perdomo aus Kolumbien. Er hat bereits auf allen Kontinenten der Welt gearbeitet und sein märchenhafter Tattoostil verbreitet viel Freude in die Tattooszene.
Fadi aus Egypten, der zurzeit in der Schweiz tätowiert, ein Spezialist im Bereich koptischer Biomechanik. In diesem Jahr kam er zusammen mit seiner Mutter, Ehefrau und den Kindern.
Dann Pawel Angel aus Moskau, der sich in letzter Minute für den Besuch in Krakau entschieden hatte. Seine realistische Tätowierung die durch ein Art Einsprengungen Stein- bzw. Holzreliefe imitieren finden viele Nachahmer in der Tattooszene.
Und zuletzt die Stars des Old Schools: Kes One, Christian, Simon Erl, Muras, das tschechiche First Blood sowie Bloody Tears. Den Liebhabern der traditionellen Tätowierung konnten wir recht machen. Schade nur, dass der sympathischste Bartträger der Welt, Chad Koepling, aus persönlichen Gründen zu Hause bleiben musste. Trotz allem, die Auswahl war großartig!
Wettbewerbe

Gewiss, es könnte immer noch besser werden. Viele ausländische Gäste behaupteten, ein solch hohes Niveau der Arbeiten hätten sie seit langem auf keiner der Conventionen gesehen. Travelin’ Mick wagte sogar die Behauptung, dass, was die Qualität der Arbeiten angeht, wir sogar besser als Mailand wären. Bei mir blieb jedoch ein Gefühl von Manko. Denn nach wie vor sehen wir zu wenige großformatige Arbeiten, die ganze Kompositionen ergeben. Ein ganzes Bodysuit, das von einem einzigen Tätowierer angefertigt wurde, ist in unserer Realität wie der sprichwörtliche Versuch den Wind zu fangen. Auf Tattoofest tauchte nur ein einziges Modell mit solch einem Tattoo von Noi Siamese. Zwei Gründe gibt es dafür. Erstens ist es eine hohe Kunst, die nicht jeder beherrscht und zweitens haben wir stets das Problem, die Tätowierer zum Zeigen ihrer Arbeiten zu motivieren. Man konnte sehr viele hervorragende Tätowierungen in der Nähe der Bühne sichten, aber nicht darauf. Auch wenn nach der Meinung der Jury nicht jede schöne Tätowierung einen Preis verdient, sie aber zu zeigen, ist es auf jeden Fall wert! Für mich persönlich gab es dieses Jahr bei den Wettbewerben wirkliche Highlights. Eine große Freude bereitete mir, dass am Samstag junge polnische Tätowierer – Kosa, Mysków und Tofi – die Preise gewonnen haben. Das gibt uns große Hoffnung für die Zukunft, zumal auch, wenn man andere Arbeiten betrachtet, einen frischen Schwung erkennen kann. Am zweiten Tag gab es eine wahre Revolution! Den dritten Platz belegten zwei Arbeiten. Eine von Viktor Portugal und eine von Zhivko. Den zweiten Platz belegte Bartosz Panas aus dem Warschauer Studio Gulestus – ein junger polnischer Tätowierer, der in der letzten Zeit eine unheimliche Entwicklung hingelegt hatte. Und den ersten Platz ging an Volker von Beuna Vista Tattoo Club! Wow! Betrachtet man die Namen und die dazugehörigen Arbeiten sowie die Arbeiten, die nicht prämiert werden konnten, schwellt vor Stolz die Brust des Organisators und die durchmachten Nächte geraten in Vergessenheit.
Rahmenprogramm
Was könnte eine Convention begleiten? Vieles: Extremsportarten, Konzerte, Biker- oder Oldtimertreffen, Vorträge, Ausstellungen oder Shows... Doch wie immer, das Leben korrigiert die Ambitionen. Wiederum sich auf die Meinung der Gäste berufend, die andere Conventions besuchen, muss man sagen, dass sie sie über die Fülle der Aktivitäten überrascht waren. Aber wir, die Polen, sind wohl anspruchsvoller und es blieb immer noch in uns ein Verlangen nach mehr. Wir möchten in der Zukunft mehrere begleitende Veranstaltungen machen, die nicht unbedingt mit Tattoos zu tun haben, aberzunächst erzähle ich, was stattfand und was und gelungen ist, zu organisieren. Wir hatten zwei Ausstellungen. Eine aus Wien mit den Ölbildern von Waldi und Osa, die stark kubistisch arbeiten. Die andere Ausstellung zeigte die Fotografien von Tomek Sikora, eines der am meisten bekanten polnischen Fotografen aus dem Bereich der Werbung und Buchillustration. Tomek ist aber auch ein einfühlsamer Reporter und Porträtist. So entstand die Reihe "Second Skin", die wir in Krakau zeigten.
Das Rahmenprogramm der Convention stütze sich auf drei Ereignisse. Das erste war von Bobo’s Loco Carneval, von dessen Auftritt einer der größten polnischen Internetportale unter "Blutige Show in Krakau" berichtete. Von meiner Warte aus möchte ich nur hinzufügen, dass ich solch großartigen und lieben Menschen in meinem Leben nur selten getroffen habe. Was sie machen, machen sie hundertprozentig und wenn das, was sie tun dem einem oder anderen als extrem erscheint, sie haben Spaß daran und wollen damit auch andere erfreuen, jenseits von Ideologien, Kommerz oder Übertreibung.