Vorwort
"Festival der Rekorde" – wie das schon klingt! Es lohnt sich aber zu betonen, dass es eine außergewöhnliche Veranstaltung war - Krakauer Tattoofest. Nicht perfekt, aber zugleich die beste Convention der Welt, nicht ohne Fehler, aber zugleich eine vor der man das Haupt senken sollte. Von der Perfektion trennen uns noch Lichtjahre, Hektoliter Schweiß, hundertprozentiges Verständnis für Bedürfnisse und Erfahrung. Nicht desto trotz, es war eine Convention, auf der sich viele Topnamen der Tattooszene versammelt haben und Unmengen an Besuchern kamen. Die Kenner der Tattookunst erkannten eine Qualitätssteigerung der präsentierten Arbeiten, außerdem fand dieses Jahr die größte der bisherigen TattooBattle und vor allem wurde der neue, weitläufigere und komfortablere Austragungsort in Besitz genommen.
Geschichte

Tattoofest fand diesmal zum vierten Mal statt. Von Anfang an vertrat ich die Meinung, dass wir drei Jahre benötigen werden, um genug Erfahrung zu sammeln, um eine Convention auf diesem Niveau zu organisieren. Die drei Jahre am alten Ort, will heißen, in dem Studentenclub "Rotunda" lehrte uns, dass man den Erfolg in kleinen Schritten erreicht. Angefangen haben wir mit dreißig polnischen Tattookünstlern, ein Jahr später waren es über vierzig – darunter auch ausländische Gäste - und letztes Jahr zwangen sich dort um die siebzig Aussteller! Damit wurde die Kapazitätsgrenze dieser Location erreicht und wir, wollten wir uns weiter entwickeln, mussten einen neue finden. Einfluss auf die Entscheidung hatte auch das verstärkte Interesse aus dem Ausland für unsere heimatliche Veranstaltung. Es gab wohl einige Aspekte, die dazu führten. Das wäre zum einem und zugleich das Wertvollste, dass sich die gute Stimmung bei Tattoofest herumgesprochen hat. Und zum anderen das Niveau der Arbeiten, von dem unsere Tätowierer schwärmten, die Kontakte zu Ausland haben. Es waren vor allem Andrzej Lenczuk, Sebastian "Junior", Pawel vom 3rdEYE, Tofi, Davee, Muras, Walidi und Osa, Gosia vom "Evil from the Needle" aus London. Respekt! Vergessen haben uns auch nicht die Künstler, die am Tattoofest teilgenommen haben wie Apocalypse Tattoo, Triple X, Victor Portugal, Fadi, Bloody Blue, die auf anderen Conventions gutes Wort für uns einlegten. Dafür vielen Dank! Und zuletzt unsere Arbeit, die ich an dieser Stelle so unbescheiden erwähnen möchte, das heißt vor allem die Arbeit an der Hebung des Niveaus unseres Magazins. Dank ihm ist uns gelungen, zwei Sachen zu erreichen: unzählige Kontakte zu knüpfen und die polnischen Tattookünstler und die polnische Tattooszene aus der Anonymität herauszuführen.
Die neue Location, das Handelszentrum "Chemobudowa", hatten wir seit längerem im Auge, beinahe von Anfang an. Damals schreckten die weißen Wände, 2700m² Grundfläche und das Gelände herum ab. Gleichzeitig aber reizten uns die weißen Wände, 2700m² Grundfläche und das Gelände herum. Tja, einem Menschen wirst du niemals recht machen können... Dazu musste man noch die hohen Kosten der Organisation bedenken, die uns hätten ruinieren können... Der eigene Selbstzerstörungstrieb ließ uns handeln... wir wagten es. Nach der Planung, stellten wir fest, wir müssten rund 120 Aussteller für Boxen in der Größe von 3 mal 2 Meter finden. Das war beinahe doppelt so viel wie in der "Rotunda". Es wurde uns bewusst, dass wir eine Convention zu machen haben, die es in dieser Größenordnung in Polen bis jetzt noch nicht gab.
Tätowierer
Sie stehen bei uns immer auf der ersten Stelle. Bei den meisten Conventions wird vor allem die Zahl der Besucher betont. Das ist so, als würde man ins Museum gehen und die Qualität der Ausstellung anhand der Besucherzahlen und der Anwesenheit der VIPs beurteilen wollte und die gezeigte Arbeiten und derer Schöpfer in den Hintergrund stellen. Wir versuchen es anders. Vor allem bemühen wir uns, die Erwartungen der Tätowierer zu erfüllen. Als Ergebnis dieser Bemühungen sehen wir an, dass zu vierten Mal in Folge die Creme da la Creme unserer Tattooszene nach Krakau gekommen ist. Es kamen Vertreter aller Generationen; solche, die aktiv tätig sind und andere Conventions besuchen sowie solche, die nur in der Stille des eigenen Studios arbeiten. Mich persönlich freut es, dass uns gelungen ist, im letzten Jahr ein paar junge, talentierte und ambitionierte Tätowierer zu entdecken und ihnen die Gelegenheit zu bieten, sich auf Tattoofest zu präsentieren.
Was die ausländischen Gäste angeht, fürchte ich mich ein wenig. Was könnte man noch tun, damit auch im nächsten Jahr mindestens die gleiche Zahl an Tätowierer aus obersten Etage zu uns kommt? Meine Erfahrung sagt mir, dass wenn ich eine Convention besuche, mir oft nicht ganz bewusst ist in was für einer Gesellschaft ich mich befinde. Darum möchte ich es noch Mal in Erinnerung rufen wer bei uns war:
Viktor Portugal – King of Darkness und Biomechanik. Jeder, der nur ein wenig Ahnung von Tattoo hat, kennt ihn und wer weiß, vielleicht wird er in Kürze nach Polen umziehen.
Jack Ribeiro aus Frankreich, der für seine besonderen in schwarz weiß gehaltenen und verzerrten Gesichtern berühmt ist.
Oder Buena Vista Tattoo Club, eins der sympathischsten Tattoopaare, das ich kennen gelernt habe. Sie brachten so viel Frische in die Tattoowelt und formulierten einen eigenen unverwechselbaren Stil, so dass ihr Kommen einfach viel Interesse hervorrufen musste.
Der Italiener Andrea Afferni, der sich im realistischen Tattoo spezialisiert und seine Technik propagiert.