Wie kommt man/frau zur Knochenkunst?
Auf der Suche nach einem kreativen Beruf erfuhr ich über Umwege von der
Ausbildung zum Elfenbeinschnitzer.
Dafür habe ich dann mein angefangenes Studium der Kunstgeschichte und
Religionswissenschaften gerne aufgegeben.
Diesen Beruf gibt es tatsächlich auch heute noch, doch da es nur noch sehr
wenige praktizierende Elfenbeinschnitzer gibt, ist das kaum bekannt.
Zuvor habe ich gerne Ölbilder gemalt, was ich wieder aufgreifen möchte oder
habe mit Ton modelliert und Fotos gemacht. Das dreidimensionale Arbeiten
erfüllt mich jedoch am meisten. Vor allem habe ich das für mich perfekte
Material gefunden, denn nichts anders hat mich zuvor so gefesselt, wie
Knochen und Elfenbein.
Wie wird man Knochenkünsterlin?
Es war zunächst eine klassische Ausbildung zur Elfenbeinschnitzerin mit
Abschluss der Gesellenprüfung, in der ich viel gezeichnet, modelliert und
mit verschiedenen Werkstoffen wie Knochen, Horn, Geweih, Edelhölzern oder
Mammutelfenbein gearbeitet habe und lernte, mit den Maschinen und Werkzeugen
umzugehen.
Auf dem Weg zur Meisterprüfung arbeitete ich im Deutschen Elfenbeinmuseum,
wo ich umgeben von Schätzen aus verschiedenen Epochen und Ländern viel
Inspiration fand. Ich nahm Kontakt zu den älteren Elfenbeinschnitzern auf,
da ich auch die Herangehensweise an die traditionellen Motive lernen wollte.
Mein Wohnort am Waldrand hat mich auch den klassischen röhrenden
Hirschmotiven nahe gebracht, was so manchen schmunzeln lässt. Heutzutage
wird meist eher Modernes umgesetzt. Ich liebe beides und finde es wunderbar,
das passende Motiv für das jeweilige Material finden zu können - oder auch
mal krude Kombinationen auszuprobieren.
Wenn man eine Idee hat, sich etwas von Dir schaffen zu lassen...
Wie geht man vor?
Was kostet das?
Wie lange dauert das?
Entweder, man hat schon etwas bei mir gefunden, das einem gefällt, dann kann
man es, sofern es verkäuflich ist, auch erwerben.
Bei Wunschanfertigungen setzt man sich am besten per Mail oder Telefon mit
mir in Kontakt.
Am einfachsten ist es, wenn der Kunde seinen Preisrahmen nennt. Demnach
berate ich auf das passende Material für die Umsetzung, Größe des Objektes
und was eben notwendig ist.
Der Kunde kann Bilder als Vorlage schicken / mitbringen oder sich Entwürfe
zu seiner Idee von mir machen lassen. Bei Skulpturen fertige ich vorab
meistens ein Tonmodell.
Einen allgemeinen Preisrahmen kann ich schlecht nennen, da es von vielen
Komponenten abhängig ist, was etwas kostet. Jedoch sollte man von einem
dreistelligen Betrag ausgehen, der nach oben offen ist.
Am besten, man fragt bei mir für sein jeweiliges Projekt nach.
Genauso variabel ist die Anfertigungsdauer: Ein Schmuckstück kann an einem
Tag fertig sein, manche Skulpturen nehmen mehrere Wochen in Anspruch.
Mir ist es wichtig, dass beide Seiten ein gutes Gefühl haben und sich an dem
jeweiligen Stück erfreuen.
Interview: Lead
Fotos: Vero
www.knochenkunst.de