Bist Du tätowiert?
Ja, ich habe mir vor ein paar Jahren den rechten Oberarm tätowieren lassen.
Was hast Du als Tattoo?
Die Außenseite meines Arms zieren Heckenrosen und Schädelchen und die
Arminnenseite ein Pferdeschädel mit meinem Logo auf der Stirn.
Wer hat das Tattoo gemacht?
Gestochen hat alles Volker vom Buena Vista Tattoo Club in Würzburg.
Im Tätowier Magazin las ich einst einen Artikel über das Studio und
beschloss, sie erst einmal zu besuchen und mich beraten zu lassen. Ich wurde
herzlich empfangen und es passt einfach rundum.
Welche Bedeutung hat das/die Tattoos für Dich?
Ich finde, dass ein Tattoo nicht zwangsläufig bedeutungsschwanger sein muss.
Es darf auch einfach schön sein und so für sich stehen.
Trotzdem haben meine Tattoos verschiedene Bedeutungen für mich, so stehen
sie unter anderem für Vergänglichkeit und neues Leben.
Hast Du Kontakte zur Scene?
Einige Freunde und Bekannte von mir sind tätowiert oder auch selbst
Tätowierer. Ich liebe diese Kunst und sehe mir sehr gerne Tattoos an oder
schaue zu, wenn sie gemacht werden. Es ist so faszinierend, Bilder auf
lebendigen "Material" entstehen zu sehen.
Das Logo des Buena Vista Tattoo Club - Studios habe ich für Volker und
Simone geschnitzt. Volker liebt Schädel und da ich mit Knochen arbeite, lag
es einfach nahe, das Logo als Relief in diesem Material umzusetzen. Leider
ist Würzburg doch ein Stückchen weg, sonst würde ich häufiger mal zu Besuch
zu den beiden und zu Dani und Su fahren, da ich alle vier sehr mag und nicht
nur ihre Kunst schätze.
In kürze findet die diesjährige Tattoo-Convention in Frankfurt statt und ich
hoffe, da den ein oder anderen wieder zu sehen.
Und wie sieht die Zukunft aus? Kommen da noch andere Tattoos hinzu?
Wenn man einmal angefangen hat... ja, es sollen auf jeden Fall weitere
Tattoos dazu kommen. Ich hoffe, es geht bald weiter.
Was ist knochenkunst?
Es ist nicht ganz einfach für mich in Worte zu fassen, was knochenkunst nun
genau für mich ist.
knochenkunst ist das, was ich mache, unter einem klingenden Namen
zusammen- gefasst. Als ich mit dem Schnitzen anfing, habe ich fast
ausschließlich mit Knochen gearbeitet und Stücke umgesetzt, die man etwas
eindeutiger, als heute mit dem Namen in Verbindung bringen würde.
Ich mag den Namen sehr und er lässt viel Spielraum für eigene Assoziationen.
Es verbirgt sich hinter knochenkunst mehr als nur "Knochen" und "Kunst", da
ich nicht ausschliesslich mit diesem Material arbeite.
So nutze ich auch sehr gerne Mammutelfenbein, die Zähne, der vor ca. 10 000
Jahren ausgestorbenen Mammuts, die im Permafrostboden in Sibirien gefunden
werden und lasse mich davon inspirieren, wie es schon von Natur aus geformt
ist, ob es Risse hat oder von seiner (Ver-)Färbung. Die Vorstellung, dass
schon vor 40 000 Jahren Werke aus diesem Material geschnitzt worden sind,
finde ich sehr beeindruckend.
Weitere Materialien, mit denen ich gerne arbeite, sind z.B. Geweih, Horn,
Edelhölzer, Bernstein oder auch Tagua, eine Nuss, die durch Trocknung so
sehr aushärtet, dass man sie beschnitzen kann.
Aus diesen Materialien schaffe ich Skulpturen, Schmuck oder Objekte und
schnitze nach eigenen Entwürfen oder mache auch Wunschanfertigungen für
Kunden.
Wie im Tattoobereich sind die Stile und Umsetzungsmöglichkeiten sehr
vielseitig. Ich möchte mich selbst nicht einschränken und gehe deshalb
verschiedenen Stilrichtungen nach, auch, um selbst nicht stillzustehen und
weiter dazu zu lernen.
Natürlich habe ich meine Vorlieben, doch letztendlich kommt es mir auf die
Qualität der Umsetzung an und nicht auf das Thema. Bei mir gibt es
handgeschnitzte Unikate - mit Seele.