Wenn ein Kunde in ein Studio kommt, das mit " Studio für künstlerische Tätowierung" wirbt, ist er überzeugt, dass dort auch gute Tattoos gemacht werden. Aber so ist es nicht immer...
Es hängt vieles von dem Kunden ab. Vielen reicht der Name einfach aus. Solch ein Schild schafft es, dass sie davon überzeugt sind, dort ist alles super. Aber so einfach ist es nicht. Der leichte Zugang zu den Maschinen macht es möglich, dass jeder ein Studio öffnen kann und es gibt niemanden, der sein Können überprüft. Jemand, der in einer Bude Fritten brät, kann Knall auf Fall beschließen, Tätowierer zu werden. Er kauft sich das Equipment, gründet eine Firma, macht Tattoostudio auf und nennt es "künstlerisch". Früher oder später wird zwar dieses Studio zu Grunde gehen, aber man muss schon den Kunden bewusst machen, dass sie auf die Qualität der Arbeiten achten sollten. Abgesehen davon, gibt es in meiner Region ganz viele, die einfach zu Hause tätowieren und piercen. Jeder von uns fängt irgendwie an. Das ist in gewisser Weise auch ein Problem. Aber wenn eine Firma größer wird, eigene Position auf dem Markt erobert, indem sie auf die Conventions fährt, mit den Fachzeitschriften zusammenarbeitet, werden zunehmend mehr Menschen denken, dass es sich lohnt dorthin zu gehen, etwas mehr zu bezahlen und auch die Gewissheit haben, dass das Tattoo gut und unter anständigen Bedingungen und nicht zu Hause auf dem Sofa vor dem Fernseher gemacht wird. Einige dieser Heimkünstler tätowieren einfach nur ab und zu, um so paar Groschen für Bier zu verdienen.
Glaubst Du, man kann dem Abhilfe schaffen?
Ich glaube, da kann man nicht viel tun. Man müsste einen Einfluss auf die Supplier ausüben, und das ist nicht möglich. Man müsste Preisunterschied zwischen Groß- und Einzelhandel machen. Aber die Leichtigkeit an Equipment zu kommen, wurde vom Internet geschaffen, wo du praktisch alles bekommst. Aus diesem Grund fangen auch oft diejenigen zu tätowieren an, die es hätten besser lassen sollen.
Jetzt was anderes. Du bist viel beschäftigt und dennoch findest du auch Zeit für ein Hobby. Verrätst du uns welches?
Ich habe zwei Hobbys. Das erste ist Fotografieren, das in der letzten Zeit etwas im Abseits steht. Und das zweite ist Air Soft Gun. Das wurde vor etwa zwei Jahren zu meinem Hobby. Jetzt bin ich darin sehr engagiert. Wir benutzen bei unseren Spielen Waffenrepliken im Maßstab 1:1, will heißen sie sehen praktisch genauso aus wie die echten Waffen. Aus der Entfernung kann man die Gewähre gar nicht voneinander unterscheiden, daher macht das jemandem, der eh auf Militarien steht, einen Heidenspaß. Man kann alles benutzen, was auch in der Armee benutzt wird. Diese Realitätsnähe ist es auch, wieso man Air Soft statt Paintball wählt. Außerdem zählt bei Air Soft im Gegensatz zu Paintball die Ehrlichkeit. Man muss eben zugeben, wenn man erwischt wurde.
Schießt ihr bloß oder übt ihr auch Taktik?
Inzwischen spielen wir etwas ambitionierter. Außer schießen muss man auch bestimmte Aufgaben lösen. Schießen allein macht ab gewissen Moment keinen Spaß mehr. Wir ziehen es vor, an komplexeren Manöver teilzunehmen. Das Beste an dem Ganzen ist aber das gegenseitige Vertrauen. Hier lernst du wirklich deine Bekannten kennen, kannst sehen, was sie vermögen, und sie werden zu deinen Freunden.
Alles, was du bis jetzt erreicht hast, hast Du allein geschafft. Hast Du vielleicht ein Rezept auf Erfolg?
Vor allem muss man wollen. Man muss alles tun, um eigene Träume zu verwirklichen. Mir ist das gelungen. Ich habe davon immer geträumt, eigenes Studio zu haben und in der Tattooszene bekannter zu werden. Man muss danach streben, was man die ganze Zeit erreichen möchte. Nicht aufgeben in dem Augenblick, wenn ein Klotz vor die Füße fällt. Ein Rezept auf Erfolg gibt es nicht. Alles hängt vom einzelnen ab. Wenn er will, wird er auch alle Situationen durchstehen können und vermag viel zu schaffen.
Das Gespräch führten Kasia und Radek
Das Interview wurde im September 2007 in TattooFest veröffentlicht.
Übersetzung: Agata
Fotos: Sauron Tattoo
www.sauron.alpha.pl