Es gab eine Zeit, in der Ihr sehr viel auf die internationale Conventions gefahren seid und wo Ihr viele Preise gewonnen habt. Welche der Preise schätzt Du am meisten?
Es gab ein Jahr, in dem wir sehr viel auf Conventions gefahren sind. Vielleicht auch etwas zu viel, denn es hat uns ermüdet und wir haben beschlossen, uns davon zu erholen. Aber wir haben vor, auf dieses Gleis zurückzukehren. Von Januar an möchten wir uns auf den meisten Conventions blicken lassen. Die Preise sind nicht das Wichtigste für mich, auch wenn es immer nett ist, sie zu bekommen. Das bringt einen dazu, zu wissen, dass du "auf der Welle" bist, dass du mit dem, was du machst, dich nicht zurückentwickelst, sondern danach strebst, dass es noch besser wird. Alle Preise sind für mich gleich wertvoll und ich erinnere mich gern daran, wie ich sie bekommen habe. Die meisten Emotionen sind gewiss mit dem allerersten Preis, den man bekommt, verbunden. In meinem Fall war es 2001 auf der Convention in Dortmund. Dort haben wir drei Auszeichnungen bekommen. Das war auch meine erste Convention, an der ich mit meinem eigenem Studio teilgenommen habe. Ich war sehr angenehm überrascht. Von da an fingen all die Reisen an.
Auf einigen der Conventions hast Du auch in der Jury gesessen. Sag bitte, wie ist das? Ist es schwer, das beste Tattoo zu wählen? Und wie ist deine Meinung zu den Vorwürfen, es würden hin und wieder nur bestimmte Studios bevorzugt?
Entgegen dem Anschein ist es eine sehr schwere Arbeit. Wenn z.B. an einem Wettbewerb 50 Leute teilnehmen, die unterschiedliche Arbeiten zeigen und die theoretisch in diese Kategorie passen, dann ist es schwer, die drei auszusuchen, die prämiert werden. Um so mehr, wenn es sich um eine Prestigeconvention handelt, wo auch mehr bekannte Tätowierer anwesend sind. Es ist gut, wenn in der Jury einige da sind, mit denen man diskutieren kann. Jeder bemerkt etwas anderes und nach der Diskussion kann man schon sagen, dass es das eine sehr gute Tattoo gibt. Nicht immer kommt es auf die Technik an. Manchmal muss ein Tattoo gar nicht technisch vollkommen sein, wenn es das besondere "Etwas" hat, das alle begeistert, die es sehen. Und solch eine Arbeit gewinnt dann auch die Preise. Niemand wird bevorzugt. Ganz einfach, wenn ein Studio gut ist, macht gute Tattoos und gewinnt Preise...
Es gibt in Polen die Meinung, dass die Tätowiererszene, zu einer geschlossene Gesellschaft geworden ist, dass sich eine Gruppe herausgebildet hatte, die den anderen Tätowierern den Zugang zu ihr verwehrt. Was hältst du davon?
Ich persönlich bin nicht der Meinung. Damals, als mein Studio noch nicht bekannt war, schien mir, dass die Großen abweisend sind und sich für was weiß ich halten. Aber nachdem ich an meinem Stil gearbeitet und mich ein wenig verbessert hatte, merkte ich, dass das nicht der Fall war. Ich merkte, in diesen Studios arbeiteten ganz normale fröhliche Menschen und meine Theorie lag in Schutt und Asche. Solche Theorien werden von denjenigen formuliert, die gerade am Start sind. Für sie ist es auch schwer, sich durchzusetzen, denn es gibt einige weinige Studios in Polen, die auf sehr hohen Niveau arbeiten. Um bemerkt zu werden, muss man wirklich sehr viel Arbeit investieren. Ich glaube, dass die durchschnittlichen Studios, anstatt darüber nachzudenken, was sie verbessern könnten, labern zu viel und verbreiten merkwürdige Meinungen.
Wie schätzt Du den Zustand der polnischen Tätowierkunst im Vergleich zu der ausländischen?
In letztem Jahr bin ich selten auf Conventions gefahren und in dieser Zeit hatte sich vieles verändert, alles ist stramm nach vorn marschiert. Selbst wenn ich eine Convention besuchte hatte, merkte ich, dass sich dort ähnlich verhält wie in unserem Land. Es gab Studios, die ein sehr hohes Niveau hielten und solche, die durchschnittlich waren. Es gab keine Kluft zwischen den polnischen und ausländischen Studios. Die Wahrheit ist, dass es in Polen einige exzellente Studios gibt. Man kann nicht behaupten, wir wären weit hinter den Ländern Europas. Eine andere Frage ist die Organisation. Die einen haben mehr Erfahrung, die anderen weniger.