Wie siehst Du die Entwicklungen in der Vergan- genheit?
In Polen hat die Tattooszene von Null angefangen. Im Gegensatz zum Westen, wo es ein Kontinuum angefangen von primitiven Tätowierungen über Old School bis hin zum modernen Tattoo gab. Die polnische Tätowierungen entwickelte sich zu- nächst auf der Basis der bereits voll entwickelten westlichen Tattokunst als Inspirationsquelle und war auch so nicht durch irgendwelche äs- thetischen Kanons eingeschränkt.
Was bringt Deiner Meinung nach die Zukunft?
Im Augenblick stoßen sehr viele junge Grafiker zur Szene. Sie sind professionell ausgebildet, haben bereits entwickelte ästhetischen Eigen- positionen und haben exzellente theoretischen Grundlagen. Mit anderen Worten, die ästhetische Qualität wird steigen und es wird noch professioneller.
Wie siehst Du die Tattookunst in Polen?
Frei nach dem Motto: I’m the best, then I try it harder! Die Polen haben Minder- wertigkeitskomplexe gegenüber dem Westen. Stets legen wir große Betonung auf die Steigerung eigener Berufsqualifikation und des künstlerischen Wertes. Wir sind ambitioniert und gewohnt, hart zu arbeiten.
Was sind die Unterschiede zu Westeuropa?
Was glaubst Du, woher kommt das und warum?
Die Westszene ist vielfältiger, die polnische Szene - kompakter. Stile und Motive sind ähnlich und werden überall gemacht. Selbst die Ideen dringen einander durch und inspirieren gegenseitig. So gesehen ist Polen in Europa angekommen. Technische Unterschiede oder Unterschiede in dem künstlerischen Ansatz gibt es nicht, aber es gibt einen gewissen slawischen Schwung, den man sieht und die polnische Szene vom Westen unterscheidet.
Wie lange möchtest Du noch tätowieren?
Solange ich noch sehe, was ich tätowiere. Und wenn das nicht mehr geht, wird man mich wohl mit den Beinen nach vorn hinaustragen müssen.
Fährst Du auf Conventions?
Jetzt fahre ich selten auf Conventions. In der Zeit mag ich lieber malen oder zeichnen. Dabei erhole ich mich. Dieses Jahr fahre ich nur nach Krakau als Tätowierer.
Text: Agata
Fotos: Agata und Zappa
Wir danken Zappa für das Material und seine Zeit und Geduld.