
Interview mit Zappa/ Nightliner / 18.01.08
1. Wie lange tätowierst Du schon?
2. Wo und wann hast Du angefangen zu täto- wieren?
Seit über fünfzehn Jahren.
Zuerst habe ich zwei Jahre lang zu Hause die Kumpels tätowiert und dann eigenes Studio in Kedzierzyn (Kandrin-Cosel) eröffnet. Nach zwei Jahren wurde ich nach Karlsruhe als Gast- tätowierer bei "Mystic Tattoo" eingeladen. Also habe ich mein Studio zugemacht. Es war mir auch ein Bedürfnis, wegzufahren. Ich wollte mich weiter entwickeln und das war zu der Zeit in Polen nicht möglich. Selbst der Pfarrer predigte sonntags von der Kanzel, die Menschen sollten sich nicht tätowieren lassen. In Karlsruhe blieb ich anderthalb Jahre. Danach wechselte ich zu Nightliner in Berlin und arbeite hier seit zehn Jahren als Gasttätowierer. Eigentlich bin ich hier ein ständiger Gast, denn die meiste Zeit verbringe ich hier und nehme auch die Arbeit mit nach Hause.
3. Warum hast Du angefangen zu tätowieren?
Ich habe immer gezeichnet. Es war meine Leidenschaft. Mein Traum war es, Grafiker zu werden, aber meine schulische Bildung gab das nicht her. Tätowieren war dann eine Nische, die es mir das ermöglichte. Als Junge fuhr ich zur Schule in die benachbarte Stadt - Cosel. Dort gab es auch einen Knast und hin und wieder Mal eine Amnestie, und dann wurden die tätowierten Knackis frei gelassen und fuhren mit dem gleichen Bus wie ich. Das hat mich, den Jungen, fasziniert. Ich schaute sie mir an. Damals in Polen gab es nichts außer den Gefängnistätowierungen und somit auch keinen Vergleich.
4. Was ist Dein Stil bzw. welchen Stil bevorzugst Du und warum?
Alles! Nur besser als im Knast! Ich fühle mich in allen Stilen wohl. Ich selbst mag Motive im Comicstil und realistische Motive und auch eine Mischung von den beiden. Ich sehe die Tätowierung nicht als Kunst, sondern als Dienstleistung an. Es ist ein Austausch von Einfällen, Ideen vielleicht auch von Energien zwischen dem Kunden und mir. Ich sehe es so, dass ich meine Fähigkeiten dem Kunden zur Verfügung stelle, also muss ich mich auch seinen Wünschen annähern und anpassen. Wenn ich auf Leinwand male, dann ist es etwas anderes. Dort habe ich freie Hand und mache nur das, was mir gefällt.