Du bist männlich, rothaarig, trägst einen Goatie, bist tätowiert und gepierct, dir wachsen Haare aus der Nase und deine Fingernägel sind suboptimal gepfeilt? Dann sollte die Wahrscheinlichkeit groß sein, dass Du Deinen Sexualtrieb in Eigenarbeit befriedigen musst.
So heißt es zumindest in der repräsentativen Umfrage "Körperbehaarung und Attraktivität" im Auftrag der Apothekenrundschau, die von der GFK Marktforschung in Nürnberg durchgeführt wurde.
Konkret untersucht die Studie, welche äußerlichen Merkmale die Bundesbürger als attraktiv oder als abstoßend empfinden.
Neben den fragen nach der Haarfarbe oder der Wirkung von Beinbehaarung, wurde auch die frage nach der Attraktivität von Tätowierungen und Piercings gestellt.
Und siehe da: die Mehrheit der Menschen empfinden Tätowierungen und Piercings als unattraktiv. Persönlich möchte ich dazu anmerken: gut so. Unterschiedliche Ergebnisse gibt es dabei zwischen den Geschlechtern und - dies ist wohl nicht verwunderlich - zwischen den untersuchten Altersgruppen.
So finden 12,4 % der männlichen befragten Piercings an Frauen attraktiv und 11,1 % Tätowierungen. Diese Ergebnis überraschte uns, da wir erwartet haben, dass Tätowierungen als angenehmer angesehen werden.
Vielleicht liegt der Grund für dieses Ergebnis darin, dass Piercingschmuck in den meisten Fällen eine abstrakte Form besitzt (Kugel, Ring usw.), während die Tätowierung häufig etwas konkretes darstellt. So wird dem Betrachter nicht nur eine Stellungnahme zur Tätowierung an sich, sondern auch zu deren Inhalt abverlangt.
Bei den weiblichen Teilnehmern ist es hingegen umgekehrt: 8,6 % empfinden Tätowierungen als attraktiv, während sich 5,1% an Piercings erfreuen. Macht auch Sinn, schließlich müssen Frauen im Normalfall in einer a tergo Situation nicht permanent ein Arschgeweih anglotzen.
Nicht überraschend ist: junge Menschen haben eine höhere Affinität zum Körperschmuck, hier liegen die Akzeptanzwerte weitgehend geschlechtsunabhängig zwischen 20 und 25%.
Statistisch gesehen mögen Frauen also schwarz- und kurzhaarige glatt rasierte Männer, die ohne Tätowierung und Nasenhaare ihr leben führen und sich regelmäßig die Brust rasieren.
Bei den Männer ist es natürlich ein wenig simpler: blond und rasiert = alles gut.
Text: Lead
Grafik: Stephanie
Wir bedanken uns beim Wort & Bild Verlag für die freundliche Überlassung der Studie.
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