Es begab sich in einer Zeit des Herbstes, dass ich in einer kleinen Küche in
Berlin ein Interview mit Sabine Gaffron führte, während sie ein Tattoo
stach.
Und der Gestochene sah aus, als würde er einem Adam Ant Video entsprungen
sein, was im krassen Gegensatz zu den großzügigen Pfingstrosen stand, die
Sabine gerade unter seine Haut stach. Da dachte ich mir: den Kerl musste
doch mal Fragen, wie es sich mit den Pfingstrosen verhält.
Ein paar Monate war es dann soweit und Rudy Nielson saß in meinem Büro. Rudy
ist Musiker, spielte für und mit Nena, Ulla Meinecke und
Alphaville (und viele Andere). Und in der Tat hätte er fast die Gitarre bei
Adam Ant übernommen, aber das ist schon eine Weile her.
TG:
Rudy, ich möchte mit Dir über Deine Tattoos sprechen, aber da Du gerade ein
Konzert vorbereitest, muß die Frage sein, was machst Du gerade für Musik?
Rudy:
Meine CD, "Marea" ist ein Crossover aus Flamenco, Klassik und
Gitarrenballaden.
TG:
Wie bist Du, wann und wo zu Deinem ersten Tattoo gekommen?
Rudy:
Da war ich 28 Jahre alt und habe mir von Molly in Amsterdam bei Hanky Panky
eine Fledermaus stechen lassen.
TG:
Warum?
Rudy:
Ich wollte einfach ein Tattoo, brauchte es als Körperschmuck. Aber 1992 war
ich im Metropolitan Museum of Modern Art in New York, bei der Betrachtung
der Riesenbilder Rembrandts fiel mir auf, dass er an vielen Stellen seine
Bilder mehrfach übermalt hatte. Ich fragte mich, ob ich das nicht auch
könne. Heute sind nun die Tätowierungen ein Teil von mir.
TG:
Wie bist Du an Sabine Gaffron gekommen?
Rudy:
ich habe gezielt in Tätowierzeitungen nach Künstlern gesucht, die sich mit
Cover-Ups auskennen. Da fiel mir Sabine auf. Kennen gelernt habe ich sie
dann durch einen Zufall. Sie eröffnete in der Nähe meiner Wohnung Ihr Studio
und ich erkannte sie auf der Strasse, als sie ihr Studio einräumte. Sie
schaute sich meine Fledermaus an und hatte sofort eine Idee, wie das Cover
aussehen könnte. Sie stach mir diesen Schild auf den Arm, der meinem Schutz
dienen sollte.
TG:
Und Du lässt Dich nur bei Sabine stechen?
Rudy:
Na klar. Sie hat es drauf immer sich genau auf das zu konzentrieren, was ich
gerade gerne hätte.
TG:
Und jetzt lässt Du Dir Pfingtsrosen stechen und nicht Totenköpfe und Anker?
Rudy:
Durch die Arbeit mit Sabine hat sich da mein Ansatz verändert, Pfingstrosen
stehen für Reichtum und Zufriedenheit.
TG:
Wie sieht denn Deine Tattouzukunft aus?
Rudy:
Sabine wird mir erst die Pfingstrosen fertig machen und dann soll in den
Hintergrund ein Weltall im tiefen Blau und Millionen von Sternen.
TG:
Rudy, wir danken für das Gespräch und freuen uns auf Dein Konzert.
Konzert:
Rudy Nielson
16.06.07. 20 Uhr
Osterkirche
Samoastrasse 14
Eintritt: 15€ (ermäßigt 12€)
www.rudynielson.de
Text/Fotos: Lead
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