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Die Eroeffnungsfeier von Paul Booths neuem Tattoo Studio lockt mit
Versprechen von Kunst und Unterhaltung (und einer Verlosung in der man u.a.
ein zweikoepfiges Kinderskelett gewinnen kann!).
Muede und leicht angeschlagen vom Jet-Lag laufe ich die immer dunkler
werdende 33. Strasse in Manhattan lang. Unterwegs ueberhole ich stoeckelnde,
gepiercte Nachtgestalten und in Moenchskutten versteckte Personen. Ich komme
mir ein bischen vor wie in einem schlechtem Horrofilm und leise schleicht
sich das Atmen und die Hintergrundmusik von "Halloween" in meine Gedanken.
Nach Gesichts- und Ausweiskontrolle kann ich hoch zur Party. Das
Tattoostudio ist Teil einer kompletten Fabriketage, die ansonsten mit dern
Strychnin Gallery und einem grossen Veranstaltungsraum gefuellt ist.
Alles ausser der Austellung in den Galleryraeumen ist sehr dunkel gehalten und
schwarz gekleidete Menschen stehen in Beerdigungsgleichen Gruppierungen
herum (dieser Eindruck wird auch gefoerdert von einem "Funerary Violinist"
der die ganze Zeit spielend durch die Menge laeuft). Ein Teil der Gaeste ist
in kostuemiert, wobei natuerlich Nonen, Geistliche, Vampire und sonstige
Untote ueberwiegen. Trotz Hororthema und dem einduetigen Versucht alles
Gruftig- und Hoellenmaessig zu gestalten, war ich doch sehr belustigt von
dem Buffet aus rosa gerolltem Schinken, Kaesewuerfelchen und Schnittchen,
die von taetowierten korsetierten Maedchen gereicht wurden.
Pauls Tattoobereich hat den Stil und Umgang einer runden Kerker
Gefaengnisszelle (inkl. Gittertuer) und ein Sarg, Totenkoepfe und Kerzen
sorgen fuer die noetige Gruftromantik und verwandeln jede hier angefertigte
Taetowierung auch gleichzeitig in ein Brandmal der Hoelle. Die
Arbeitsplaetze der anderen Taetowierer sind in dunkel braunem Leder
gehalten, die Fenster verdunkelt und div. lebensgrosse verkohlte und
enthaeutete Leichen stehen, bzw. haengen herum... gemuetlich!
Die Gallerieraeume sind freundlicher gestaltet, bzw. heller und die
austgestellten Bilder varieren von Photorealismus zu Jagtrophaen anmutenden
Skulpturen aus Knochen und Schaedeln (an einigen Bildern ist meiner Meinung
nach das Preisschild das kreativste Element).
Im Veranstaltungsraum sind div. Performances angesetzt, ich sehe nur die von
einem Paerchen im Kaefig (Sie aufgehaengt und blutend, Er rumhandtierend mit
Kordeln und Seilen) und das traegt zwar zum SM Image bei, ist aber nicht
wirklich interessant. Unterlegt wird dieser Teil der Veranstaltung von einem
DJ, aber so richtige Stimmung kommt nicht auf.
Die Artfusion verpasse ich leider, da ich genau zwischen zwei Terminen da
bin, die Bilder der ersten Runde sind jedoch schon aussgestellt und werden
wohl spaeter zum Verkauf angeboten. Taetowierer sehe ich keine im Publikum,
was daran liegen koennte das ein abgetrenntes VIP Zimmer fuer wichtige Leute
bereit steht und alles was Rang und Namen hat wohl hier feiert.
Trotz grosser Muedigkeit mache ich noch eine Runde um ein paar Fotos zu
schiessen und vielleicht beim zweiten mal einen besseren Eindruck zu
gewinnen. Leider Fehlanzeige. Mich spricht die Dunkelheit und ueberzogene
"Wir-sind-in-der-Hoelle-und-die-Welt-ist-schlecht-Romantick" einfach nicht
an. Fuer alle die ihr Zimmer mit rotem Samt verhangen haben, nur schwarz
tragen und die Sonne nur aus dem Fernsehen kennen, kann ich einen Besuch in
diesem Studio hingegen sehr empfehlen!
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