
Ab dem 1.1.2007 werdet Ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit für Euer Studio Rundfunkgebühren bezahlen müssen, auch wenn Ihr dort keinen Fernseher oder kein Radiogerät betreibt. Geschmeidige 17,03 € im Monat werden dann für die Reichspropagandashow fällig.
Und so hat sich unsere politische Elite (da bekommt der Begriff Elite immer wieder einen seltsamen Klang) was ganz besonders feines ausgedacht: Denn ab dem 1.1.2007 gelten viele Dinge als Rundfunkgerät, die man auf den ersten Blick nicht dieser Kategorie zuordnet: internetfähige Computer (also fast alle), UMTS-Handys, Kassensysteme, die über das Internet laufen, Navigationsgeräte. Denn es besteht ja die theoretische Möglichkeit einige der wenigen Streamingangebote der ARD zu empfangen.
Nun hat niemand die öffentlich rechtlichen Reichssender gebeten, sich im Internet zu engagieren, aber nach dergleichen Logik müßten wir eigentlich für alle Länder der Welt eine Rundfunkgebühr bezahlen, schließlich sind ja auch nichtdeutsche Sender über das Web zu erreichen.
Und nicht nur das, natürlich kommen auch die Damen und Herren der GEZ herum um zu kontrollieren. Ein Tipp für deren Besuch: lüftet das Studio danach ordentlich.
Wie kann es nun zu so einem Schwachfug kommen? Nun, es ist eigentlich ganz einfach, die öffentlichen-rechtlichen Rundfunksender haben einen derartigen Finanzbedarf entwickelt, dass die Eintreiber der GEZ zu allem fähig werden. Man darf nicht vergessen, dass die Öffentlich-Rechtlichen auch zum großen Netzwerk des Versorgungswerk der deutschen Parteien gehört.
Und es ist kein Zufall, dass die richtig teueren Leute wie Harald Schmidt oder Günter Jauch nach Ausflügen zu den Privatsendern wieder in den wohlausgestatteten Schoß von ARD und ZDF zurückkehren: man kann dort einfach mehr Kohle machen.
Und wenn dann Dein Lieblingsstürmer über den Rasen rennt, denk daran: Du bezahlst ihn mit Deinen Rundfunkgebühren. Denn in der Logik des Staatsfernsehens gehören millionenschwere Sportverträge einfach zur Grundversorgung - die die Sender ja garantieren sollen - hinzu, eben so wie "Julia - Wege zum Glück" oder die "Starnacht am Wörthersee".
Aber es komtm noch viel viel besser, schließlich ist unser geliebtes Deutschland ein sehr großes Experimental- und Realsatirespielfeld: Es kann durchaus sein, dass Ihr mehrfach Rundfunkgebühren abdrücken müßt. Um unsere geliebte und so gebeutelte Großindustrie nämlich zu entlasten, sollen die Rundfunkgebühren nicht pro Computer erhoben werden, sondern pro Produktionsstandort.
Habt Ihr also einen Rechner im Studio und wagt es auch noch zuhause den ein oder anderen Flash zu bearbeiten, wird dort wiederum die Reichspropagandagebühr fällig, da Ihr nun einen neuen Produktionsstandort betreibt.
Und wenn Ihr jetzt das Gefühl habt, Ihr werdet ins Knie gefickt, lehnt Euch zurück und genießt das Gefühl, denn es kommt noch dicker: selbstverständlich sind unsere Gesetze mit der heißen Nadel gestrickt und es bedarf dazu einiger Ausführungsbestimmungen, mit denen definiert wird, wie der jeweilige Schachsinn umgesetzt wird. Und hier sind noch einige Punkte unklar: es könnte nämlich sein, dass Internetdomains auch als Rundfunkgeräte angesehen werden - zumindest wenn man einen eigenen Server betreibt - und da die Server beim Provider stehen hat man - schwupp - noch einen neuen Produktionsstandort an der Backe, der wiederrum Rundfunkgebühren kostet.
Wir haben, um dem zu entgehen, damit begonnen, unsere Server ins Ausland zu verlagern und dort die fälligen Steuern zu bezahlen. Unser Staat ist ein Geldjunkie und wir verteilen ja auch kein Heroin am Bahnhof.
Da sind, wie Spiegel online berichtete, die Hamburger Bürgerschaftsabgeoprdneten besser dran, sie wollen sich eine Anhebung der Büropauschale, um nämlich genau die 17 €, nach der Sommerpause gönnen.
Wenn Ihr also das nächste Mal im Studio über das TV-Programm meckert, denkt daran: Ihr habt es bezahlt.
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