
Unsere LieblingsmotivundKunstgalerie Strychnin gab uns, anläßlich ihrer neuesten Ausstellung die Möglichkeit zwei interessante Küntsler zu interviewen: Mimi S. aus Berlin und David Vicente aus Narbonne, Frankreich.
Beide dürften den Ein oder Anderen Tattoo-interessierten bekannt sein, Mimi S. stellte ihre Flasharbeiten u.a. auf der Hamburger Tattoo Convention aus, während David schon so ziemlich von jeder Printpostille portraitiert wurde.
Beide stellen Ihre Arbeiten im Rahmen des Roadkill... and Rock´n Roll Events zur Spirit of Fashion vor.
Und als höfliche Menschen bringen wir heute zuerst was über David Vicente:
Davids Weg als Künstler ist schnell erzählt: schon früh dem Rock´n Roll- und Psychobillyvirus verfallen zeichnete David für sich und seine Freunde auf Lederjacken und Jeans; und dies sehr kunstvoll (zu jedern Zeit krakelte ich übrigens mit weißen Eddingstiften Sachen wie "No Future" und "Anarchy in the Uk" weniger kunstvoll auf die Rückseite meiner Second Hand Lederjacke).
Und als echter Rebell without a Cause entstand in dieser Zeit auch sein erstes Tattoo auf dem linken Unterarm: eine Fledermaus. Selbstverständlich war dies Tattoo Homemade, sprich selbstgemacht. Als Werkzeug diente ihm ein Cutter und als Tinte Rotring Zeichentinte. Dem ersten Tattoo folgten viele weitere, u.a. von Joe Ackermann.
Von dem Bemalen der Lederjacke zu einem Bauzeichner ist der Weg wohl zu lang, David macht zwar die Ausbildung, ist aber nicht glücklich damit. So schließt sich dann in Paris ein Studium an der Ecole Supérieure des Arts an. Aufbauend auf seine Ausbildung beginnt Vicente das Studium als Innenarchitekt, wechselt aber dann bald in den Bereich Grafik und Illustration.
Nach dem Studiumabschluß arbeit David für eine Modeagentur,macht sich aber 1996 in Narbonne selbständig. Das übliche Brot einer kleinen Werbeagentur sind Visitenkarten, Flugblätter,Speisekartenm und Plakate. So ist es auch bei Vicente. Die Wende kommt, als David anfängt seine privaten Arbeiten ins Web zu stellen:
Hot Rods, Bikes, Mädchen, Rockabilly, Psycobilly, hier kann sich David richtig austoben. Und seine Poster werden verkauft, sodaß sich David mehr und mehr seinen eigentlichen Vorlieben zuwenden kann.
Vicente wird immer populärer und kommt auch immer mehr mit der Tattooszene in Kontakt, zum Einen als Grafiker für das Studiomarketing, zum Anderen als Vorlagenzeichner.
Mittlerweile ist David Vicente in der Tattooszene etabliert und sein erstes Tattoo auf dem Arm hat sein drittes Cover Up hinter sich, was dazu führte, das Teile der Haut abgestorben sind: also Merke: das Tattoo mit dem Cutter selber machen ist keine gute Idee.
Ich fragte David, wer seine Vorbilder sein und wie seine Kunst entstanden ist.
Er meint, dass er schon immer ein großes Interesse an den USA hatte, Rock´n Roll und die Roderscene hatten es ihm schon früh angetan und sein großes Vorbild war und ist Chris Cooper, was - gerade bei frühen Arbeiten - auch nicht zu übersehen ist.
Irgendwann kam dann ein Anruf von Yasha (Galerie Strychnin), die fragte, ob er denn nicht einige Bilder in ihrer Galerie ausstellen wollte.
Im Gegensatz zu seinen bisherigen Arbeiten sind die ausgestellten Bilder gemalte Originale und keine Drucke. David verwendete Acrylfarbe, die den Vorteil hat relativ schnell zu trocknen. Dadurch wirken seine Bilder lebendiger und organischer als seine Poster.
Die Ausstellung ist noch bis zum 6. August geöffnet.
Roadkill & Rock'n' Roll
14 - 06 August
at
STRYCHNIN GALLERY
Boxhagener Str. 36
10245 Berlin
www.strychnin.com
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