Wieso tretet ihr seit einigen Jahren immer weniger live auf? Seid ihr alt geworden?
Gernot: Es wird einfach schwieriger zeitlich alles unter einen Hut zu kriegen. Die GRAVE STOMPERS sind ja nicht unser Hauptberuf. Folglich gehen wir alle geregelt in die Arbeit. Martin und Holzi haben beide mehrere Kinder, da bleibt dann manchmal weniger Zeit für Live Gigs übrig. In den letzten zwei Jahren kamen dann noch längere Krankheitsphasen dazu, weswegen wir mehrere Gigs nicht annehmen konnten und einige Dates sogar absagen mussten.
Holzi: Ja, ja ... Familie, Beruf, Krankheiten, Urlaub und dann kommt es auch schon mal vor, dass Gigs von Veranstaltern komplett gecanzelt werden ... Aber hey, wann immer jemand Interesse hat uns zu buchen, einfach anfragen! Wir haben unsere Terminkalender im Kopf.
Martin: Ich sehe dies ähnlich wie der Gernot. Manchmal müssen wir aufgrund der privaten und beruflichen Belange schon einige Angebote absagen. Dies heißt aber nicht, dass wir keinen Spaß mehr an Konzerten haben. Im Gegenteil! Immer her damit!
Habt Ihr vor den GRAVE STOMPERS schon Erfahrungen in anderen Bands gesammelt?
Gernot: Da waren schon andere Bands, allerdings ist das mittlerweile über 16 Jahre her und mit diesen damaligen Bands wurden keine Tonträger aufgenommen.
Holzi: ´Ne, ich kam wie die Jungfrau zum Kinde zu der damaligen Besetzung, da gab es auch noch keinen Bandnamen. Neben den GRAVE STOMPERS hatten wir auch das ein oder andere Nebenprojekt (Surf-Garagen-Sound usw.) aber nichts erwähnenswertes, ein paar Gigs und einfach aus der Laune heraus.
Vor diesem Album erschienen ja schon die " Rising from the Darkside"," Funeral Suite", "Bone Sweet Bone", alles Alben und dann noch eine Split 7inch mit POT BELLY, eine mit WYLDFYRE und unsere Jubiläums-7inch "Oldschool Deluxe".
Martin: Bei mir ist es wie beim Gernot.
Ihr spielt Psychobilly. Was bedeutet diese Musik für euch?
Gernot: Es ist die Musik mit der wir aufgewachsen sind, die am häufigsten in unseren CD Schächten (früher natürlich Plattenspielern) zu finden ist, von der wir jede Menge Schallplatten, Singles, CDs und Konzerttickets besitzen. Mir persönlich hat es vor allem die Kombination aus schneller gespieltem Rockabilly und Texten mit Grusel-Thematik angetan. Man kann wirklich sagen, dass uns Psychobilly und Rock’n’Roll enorm viel bedeutet!
Holzi: Da kann ich mich nur anschließen, aber wir hören auch alle noch andere Musik – von Billy Idol über Chris Isaak bis zu Motörhead und mehr.
Martin: Musik ist enorm wichtig seit frühester Kindheit.
Was sagt ihr zur leidigen Diskussion, ob METEORS oder DEMENTED ARE GO wichtiger sind oder welche Band mehr Psycho ist?
Gernot: Es ist in der Tat eine leidige Diskussion. Nachdem es meiner Meinung nach von beiden Bands großartige Lieder gibt, besteht für mich kein Grund zur Diskussion. Die METEORS haben den Psychobilly erfunden und DEMENTED haben dann später ihren einzigartigen Stil entwickelt. That’s it.
Holzi: D’accord. Mit beiden kommt man auch super gut hinter der Bühne aus.
Martin: Beide sind großartig. Zu gewissen Stimmungen passt die eine Band, zu anderen Stimmungen die andere.
Welche Rolle spielt die Psychobilly-Szene in eurem Leben?
Gernot: Bis vor einigen Jahren gingen wir sehr oft auf Konzerte und Veranstaltungen. Das hat mittlerweile nachgelassen. Die Psychobilly-Szene im Allgemeinen ist enorm wichtig, da ohne Szene/Publikum gäbe es keinen Psychobilly oder entsprechende Konzerte. Ich freue mich immer wenn ich alle möglichen Konzert-Flyer in die Hände bekomme, denn das zeigt mir, dass die Psychobewegung nach wie vor sehr stark ist und das ist super!
Holzi: Naja, wir sind ja selber in der Psychobilly-Szene. Du kannst ja keine Psychobillymucke machen und nicht selbst einer sein, früher hingen wir noch öfter mit unseren Freunden auf den Festivals ab und haben auf die kommenden Veranstaltungen hingefiebert, aber jetzt fehlt oft die Zeit und vor allem kommt man ja eh als Band mit den anderen Musikern in Kontakt und sieht dadurch deren Auftritte. Auf jeden Fall ist es erfreulich zu sehen, wie die "Alten" wieder aus ihren Löchern hervorkommen und sich wieder im Publikum finden und dass es jede Menge junge Leute gibt die den Weg zum Psychobilly finden. Die Szene ist enorm wichtig. Ohne Szene kein Publikum, ohne Publikum keine Veranstaltungen, ohne Veranstaltungen keine Bands, ohne Bands keine Musik und ohne Musik kein Psychobilly.
Martin: Du kannst das nicht trennen. Wenn du die Musik machst, tust du das für dich selber, aber natürlich auch für die Szene. Du triffst immer wieder bekannte Leute, egal wo du spielst oder wo du andere Bands auf Konzerte siehst. Und das ist wirklich eine tolle Sache.