Nicht nur durch die Teilnehmer, sondern auch durch das Programm fiel die Gleisdorfer Convention positiv gegen- über anderen Veranstaltungen aus dem Rahmen. Endlich mal wieder nicht die übliche, bluttriefende und brechreiz- erregende Pain- und Freakshow!
Endlich mal keine billigen Stripperinnen mit aufgeblasenen Plastiktitten! Statt- dessen wurden neben den üblichen Contests, mehrere Konzerte des allseits bekannten SKI KING, Brachial-Kabarett mit ALF POIER incl. Präsentation seiner neuen DVD "Kill Eulenspiegel" und der Versteigerung eines von ihm selbst gestochenen Tattoos (oh ja!), eine sexy Modenshow von DRUNKEN SAILOR und Country-, Hill- und Rockabilly-Konzerte von CADMIUM BALONEY (mit ALF POIER am Schlagzeug) und von den vielver- sprechenden TENNESSE MENACE, über die ihr im Guide bald noch mehr lesen könnt, geboten. Am Freitag waren die Konzerte zum Teil etwas zu laut, so dass die Unterhaltungen mit den Tätowierern manchmal nur schwer möglich waren.
Enttäuschend war nur, dass sich die recht bekannte österreichische Psychobilly-Band MOONSTRUCK kurz vor Beginn der Veranstaltung aufgelöst hatten und deshalb aus dem Programm gestrichen werden mussten.

Moderierrt wurden die Veranstaltungen standesgemäß von LINA VAN DE MARS, bekannt von "Tuning TV" auf DSF.
Abgerundet wurde das Programm mit Vorträgen der Hamburger Tätowier- legende Herbert Hoffmann – es ist immer wieder etwas Besonderes diesem be- scheidenen und unterhaltsamen Men- schen zuzuhören –, einer sehr interes- santen Diashow von Travellin` Mic und Dirk-Boris Rödel vom "Tätowiermagazin" und einer Surprise-Show mit tradi- tioneller steirischer Volksmusik mit Jodeln, bei der – warum auch immer – ein Baumstamm angesägt wurde.
Verstanden habe ich das Ganze nicht, dennoch war’s mal eine "Mordsgaudi". Im ersten Stock hatten Dirk-Boris Rödel und Travelin` Mic außerdem eine kleine Ausstellung traditioneller Tätowiergeräte und japanischer Werbe-Plakate mit Tätowierten aufgebaut. Vor allem die Plakate waren faszinierend: neben den üblichen Yakuza-Klischees war beispielsweise das kitschige Plakat einer japanischen, zuckersüßen Boy-Band à la TAKE THAT oder anderen Teenie- spacken, zu sehen.