
Back to the roots.
Die erste Überraschung bot unsere Heimconvention schon vor der Eröffnung.
Kurzfristig wurde die Veranstaltung von der Arena in die Neue Welt verlegt. der Grund hierfür war typisch für Berlin: die Heizungsanlage war vom Heizungsanlageninpektor nicht abgenommen worden. Und das geht natürlich nicht.
Aber, wie wir aus gewöhnlich gut informierter Quelle erfuhren, fehlte nicht nur das Tüv-Siegel für die gepimpte Heizung, sondern funktionierte die gar nicht. Tool Time meets Berliner Behörden.
Insofern war die Neue Welt schon die bessere Location, aber der Umzug brachte trotzdem viel Unbill mit sich. Es war voll, es war dicht gedrängt und so war es stellenweise für Besucher wie für die Aussteller und Tätowierer nicht einfach.
Selbstverständlich schweigt sich der Veranstalter über die Anzahl der Besucher aus, aber wir haben mit vielen gesprochen und unabhängig von der Enge der Location waren sich alle sicher: Dieses Jahr waren mehr Besucher da.
Und so waren die Tätowierer eigentlich sehr zufrieden, mehr Besucher, denen das Geld dies Jahr lockerer saß, bedeuten natürlich größere Weihnachtsgeschenke. Nur die fehlende Trennung zwischen Suppliern und "normalem" Publikum wurde beklagt, normalerweise ist es nicht so einfach auf der Convention Material zu kaufen. Allerdings: im Zeiten des Internets wird jeder, der Tätowieren möchte, auch die dafür notwendigen Geräte bekommen.
Die obligatorische Artfusion wurde, dem Platzmangel geschuldet, auch umgezogen, sodass sie letztendlich niemand mehr fand. Und so sehr ich persönlich ja Artfusionexperimente schätze, so erinnert mich das Malen auf der Bühne an Karrikaturenschnellzeichenwettbewerbe der 60er Jahre.
An Unterhaltung wurde das Übliche geboten: Mädchen ausziehen, Mädchen turnen, Mädchen bemalen, dazwischen obligatorisch einige Preisverteilungen, Mädchen ausziehen, Mädchen turnen, Mädchen bemalen und mehr oder weniger gelungene musikalische Darbietungen. Höhepunkt war sicherlich der bizarre Auftritt des Nasenflötenorchesters.
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