
Sie hängen sie auf!
Im Rahmen der 15. Internationalen Tattoo Convention in Berlin fand vom
09.12.05 bis zum 11.12.05 eine gemeinsame Kunstaustellung Bildender- sowie
Hautkünstler statt.
Nun ist die Frage nach der Kunst an sich, eine Frage, mit der wir uns an
dieser Stelle auch regelmäßig beschäftigen und auffällig ist, dass sich
viele Tätowierer auch in ihrem Leben außerhalb des Studios einen Weg suchen,
sich auszudrücken.
Den selben Gedanken folgend, versuchte die diesjährige Tattoo Convention in
Berlin mit der Artfusion 2005 der Begegnung zwischen verschiedenen
Kunstformen Raum zu geben: Denn ob Haut, Leinwand oder auf dem blanken Fels,
letztendlich ist die Motivation für das eigene künstlerische Handeln immer
die, einen Gedanken, einen Augenblick oder einer Situation einen
darstellenden Ausdruck zu verleihen.
Neben einer Ausstellung konnten die Besucher auch dem Entstehen von Kunst
beiwohnen: ob in gemeinsamer Arbeit oder als Alleingang: am Ende standen
viele Bilder, die nach der Convention in der Galerie Zeitzone ausgestellt
wurden.
Und so sahen die Besucher der Convention diesmal nicht nur mehr oder weniger
farbige Haut, sondern auch Berliner bildende Künstler.
Hinter schweren schwarzen Vorhängen verbargen sich hohe Wände, an denen der
geneigte Besucher abseits der surrenden Maschinen Kunst schauen konnte.
Neben Bildern und Fotoprints wurden auch Skulpturen und Mobiles gezeigt,
woraus gleich ein Wettbewerb kreiert wurde - ist ja auch klar, Convention
ist, wenn alle mit einem Pokal nach hause gehen.
Dessen Sieger, Heiko Gantenberg vom Tattoostudio Top Notch Tattooing, gewann
den Wettbewerb mit seinem Mobile aus Tätowiernadeln mit dem Titel "Schmerz".
Heiko Gantenberg gab an: "Mit diesen Werkzeugen tätowierte ich Menschen in
Europa, Nordamerika und Polynesien. Jede dieser in diesem Objekt gezeigten
Nadeln hat eine persönliche Geschichte. Diese Nadeln reisten zum Teil
tausende von Kilometern, um Pigmente in Menschenhaut zu transferieren."
Natürlich erforderte das besondere Material auch besondere Maßnahmen: das
Berühren des Kunstwerkes war streng verboten, schließlich lauern dort nicht
nur die Pigmente sondern auch die Viren vieler Menschen aus der ganzen Welt.
Nebenbei bemerkt: das Mobile war auch mein persönlicher Favorit.
Bei dieser ganzen Kunstschauerei ist mir doch eines sehr stark aufgefallen:
es ist offentsichtlich, dass viele Tätowierer es absolut nicht gewohnt sind
auf glatten Oberflächen zu arbeiten. Und so sah das ein oder andere Bild
irgendwie komisch aus, bis ich darauf kam: der Künstler ist Arme und Beine
gewöhnt und die sind selten so plan wie eine Leinwand.
Wir bedanken uns ganz herzlich beim Team von der Galerie Zeitzone für Fotos und Unterstützung, besonders bei Kathrin.
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