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Für Immer - Jan und Fide

 

Arbeit bei Für Immer Tattoo

Es gab vor kurzer Zeit einen regelrechten Boom auf Tattoos. Jetzt scheint es ein bisschen gelassener geworden zu sein, würde ich sagen...

Fide: Findest Du? Ich finde das brummt immer noch wie Sau...

Jan: Wir haben eigentlich mehr zu tun denn je.

Und wie erklärt Ihr Euch das?

Fide: Ganz viel sind diese Fernsehsendungen dran schuld.

Schuld?

Fide: Schuld. Ja, würde ich echt sagen, weil’s ein Boom geworden ist, ein Mainstream, wo jeder meint, er müsse seine Tätowierung haben und wo ganz viele - für mich teilweise zu viele Leute ankommen - die was von mir haben wollen und ich kann mich fast gar nicht mehr auf meine laufenden Projekte konzentrieren.

Jan: Es ist zu einer gewissen Mode geworden und das sollte es eigentlich nicht sein, weil Mode kommt und geht. Und wenn sie weg ist, ist die Tätowierung immer noch da. Heutzutage lassen sich, glaube ich, Leute tätowieren, die vielleicht vor paar Jahren, sich das noch Mal anders überlegt hätten. Vielleicht weil es damals gesellschaftlich nicht so akzeptiert war. Heute, wenn dir im Fernsehen die ganzen Pop Stars vormachen, dass man das jetzt haben muss, dann rennen natürlich viele Leute hinterher, eifern dem nach. Das ist glaube das, was Fide damit meinte, dass die Fernsehsendungen daran schuld sind. Es wird sehr viel populärer, aber das hat auch seine Schattenseiten.

Und die Schattenseite ist...

Jan: Dass viele Leute nicht genug darüber nachdenken, was sie sich tätowieren lassen wollen und dass man manche Leute tatsächlich vor sich selber beschützen muss, indem man sie einfach wegschickt.

Gibt es Vorbilder für Euch? Ich meine Tätowierer oder Künstler, die Euch bei Eurer Arbeit beeinflusst haben?

Jan: Ganz klar viele.

Fide: Ich möchte jetzt nicht mit Namen um mich schmeißen... da gibt es mit Sicherheit ’ne Menge Leute, bei denen ich mich Mal ins Studio gesetzt habe, zugeschaut und mit denen ich geredet und von denen auch viel gelernt habe.

Jan: Es gibt eine ganz lange Latte von Tätowierern, die mir dann einfallen würden und dann die Maler von Renaisance bis zu...

Fide: ... Comiczeichner...

Jan: Also, alles, was mir gefällt, würde sagen, beeinflusst mich auch...

Aber gibt es vielleicht etwas Herausragendes oder einen herausragenden Künstler, von dem Du sagen würdest. OK, das ist er!

Fide: Meine Kinder. Seit dem die Gören da sind, habe ich angefangen mit dem Comicstil, von dem ich heute ganz gut leben kann.

Das ist jetzt glaube ich ein Trend, Comic oder das Skurrile...

Jan: Ich würde das schon seit einigen Jahren sehen. Vor allem die kleinen Schädelchen, die laufen schon ein paar Jahre...

Fide: ...das ist schon fast wieder alt. Viel kam da, aus Kalifornien, Anfang der 90er vielleicht... Das sind die Jungs aus San Fransisco und der Bay Area, die etwas ganz neues gebracht haben mit richtig knalligen Farben und gewagten Kontrasten.

Und wie ist Eure Meinung über die Tätowierungen, die mehr in Richtung Malerei gehen? Will heißen, da wo es weitgehend ohne Kontur tätowiert wird?

Jan: Halt nicht viel davon, weil es, wie ich glaube, nicht über die Jahre haltbar genug ist. Ich würde mich gerne vom Gegenteil überzeugen lassen. Dafür müsste man aber solche Tätowierungen erst zwanzig Jahre alt werden lassen und sie sich dann anschauen.

Das ist gerade der Punkt. Ich habe mich mit einem Tätowierer unterhalten, der so arbeitet und er sagt, dass seine Arbeiten höchstens fünf Jahre alt sind.

Fide: Eben! Wichtig an einer Tätowierung ist: verdammt viel Kontrast. Und es hat keinen Sinn zum Beispiel sieben verschieden Gelbtöne zu benutzen. Das wird garantiert im Laufe der Jahre zu zwei Tönen verschwimmen und dann wird es ganz schwierig mit dem ganzen malerischen Stil.

Jan: Das muss man auf jeden Fall ganz stark im Hinterkopf behalten. Deshalb funktionieren die ganzen Old School Geschichten und auch grad die japanische Tätowierung so gut, weil sie so klar und simpel aufgebaut sind. Mit Outline umrandeten Flächen, relativ großflächig, ohne zu viele kleine Details. Über Jahrhunderte erprobt. Das funktioniert halt. Das heißt nicht, dass das in Stein gemeißeltes Gesetzt sein muss. Man kann natürlich immer versuchen, Innovation zu erreichen, aber...

Fide: Ich glaube, dass es wichtig ist, dass Du Dich nicht in zu viele Details verzettelst bei einer Tätowierung. Das ist erstmal der Punkt, auf den Du dein Augenmerk richten solltest.

Also so was wie ein einfacher Gedanke...

Jan: Ja, klarer Bildaufbau, klare Komposition... so wie das viele auch sagen, diese alte Drei-Sekunden-Regel. Wenn man sich das Bild anschaut, sollte man nach drei Sekunden mit dem Auge erfasst haben, was ich da sehe. Aber wenn man erstmal soo nah ran gehen und dann auch noch zehn Sekunden das Bild lesen muss, um zu verstehen, was da dargestellt ist, ist das schon grenzwertig.

Ist das eine Maxime, die Du verfolgst?

Jan: Ich versuch’s....


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