
Trotz aller Unkenrufe, die Tattooscene lebt. Und immer, wenn der geneigte Beobachter denkt, nun müsse doch mal Schluss sein mit dem ewigen Boom, zeigt die Branche, dass genau das Gegenteil der Fall ist.
Über 300 Tattooartisten hatten sich bei der 17. Frankfurter Tattoo-Convention angemeldet und die Convention zur größten Deutschlands, Europas und der Welt gemacht. Zumindest sagt uns dies die Homepage der Veranstalter, die sich irgendwie nicht einig sind, wovon denn die Convention nun die Größte ist.
Was die Welt angeht, so ist sich Lead nicht sicher, aber Europas größte Convention findet mit Sicherheit in Frankfurt statt.
Und so enstanden schnell Schlangen an den Eingängen der Messehalle Frankfurt und wer klug war, kam mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, ansonsten kamen zu den 17,50 € Eintritt (17,- € scheint ja so langsam der Standardeintritt für Tattoo Conventions zu sein) schnell nochmal 12,- € Parkgebühren.
Und als ein bestorganisiertes Organ der Tattooscene schaffte es der Guide sogar diesmal zwei Kundschafter nach FFM zu schicken, die dann doch überrascht waren, sich auf der Convention zu begegnen. Doch hat dieses Chaos immerhin den Vorteil, dass wir diesmal besonders viele Bilder der Veranstaltung präsentieren können.
Das diesjährige Schwerpunktthema der Convention war Thailand. Seltsamerweise waren aber nur zwei Stände mit thailändischen Tätowierern besetzt (oder wir waren zu blind). Dafür gab es aber täglich eine Muay-Thai-Gala. Für die Nichtliebhaber asiatischer Kampfkünste, Muay-Thai ist eine thailändische Kampfsportart für die ganz Harten. Und wenn wir schon bei dem Rahmenprogramm sind, dass die üblichen Verdächtigen auf die Bühnen brachte - zum Beispiel den unvermeidlichen Ski King, Isobel Varley als meisttätowierte Frau der Welt und einer Bondage- und Erotikshow - so möchten wir doch die Rollergirls Ludwigsburg hervorheben, die dem Extremsport Rollerderby zu einem Revival verhelfen wollen. Wir, die jeden Unsinn untersützen, sagen dazu: Roll on.
Die Tattooartisten waren zufrieden, schließlich stimmte das Geschäft, die Massen strömten und die Convention ist gut organisiert. Nun mag es stimmungsvollere Orte für eine Tattoo Convention geben als die Frankfurter Messehallen, aber logistisch gesehen ist das Messeglände natürlich nicht zu schlagen.
Aufgefallen - und das ist bei der Menge der Tätowierer nicht so einfach - sind uns die Junx der Tattoo-Fleischerei, die im Schlachteroutfit und blutigen Schürzen um Kunden buhlten.
Wir sind ja nun gespannt, wie das in den nächsten Jahren weitergehen soll, aber vielleicht sollten die Veranstalter schon mal vorsichtig darüber nachdenken, das Waldstadion als Location anzumieten. Wir sind auf jeden Fall dabei.
Text und Fotos: Lead
www.convention-frankfurt.de