Wie lange tätowierst Du schon?
Angefangen habe ich vor 12 Jahren, also 1996 – als ich in der 13. Klasse war. Mein Kumpel und ich hatten uns ganz klassisch eine Tätowiermaschine selbst gebaut aus einem Löffel und einem Walkmanmotor. Erst bearbeitete ich ein Schweineohr und nach zwei Tagen habe ich einem Kumpel das selbe Motiv auf den Arm tätowiert.
Und wie sah es aus?
Wir sind noch Freunde...Heute würde ich es natürlich anders machen, aber ich hoffe doch das ist normal für die Anfänge eines Tätowierers.
Später habe ich mir Maschinen gekauft, viel geübt, mich weiterentwickelt und Kontakt zu anderen Tätowierern aufgebaut, die schon länger dabei sind und professionell arbeiten. Ich habe immer weitergemacht und intensiv gezeichnet. ... und dann wurde es eben immer besser.
In welchen Studios hast du bisher gearbeitet oder hast du schon immer dein eigenes Ding gemacht?
Ich habe eigentlich schon immer alleine gearbeitet. Mein Know How habe ich natürlich von Tätowierern aus verschiedenen Studios. Da war ich aber nicht tätig, außer in Zürich im "World’s end" für ein paar Wochen und danach war eigentlich klar, dass ich meinen eigenen Laden aufmachen muss.
...und wie bist du jetzt eigentlich zum tätowieren gekommen?
Ich habe gerne und viel gemalt und stand schon immer auf Comics, speziell die durchgeknallten wie Ren und Stimpy.
Und als ich mir mein erstes Tattoo machen lassen habe, war der Groschen gefallen: "Das muss ich machen! Das ist super!" Und in dieser Woche habe ich mir dann auch meine erste Maschine gebaut und dann ging es los.
Was war dein früherer Berufswunsch?
Als Kind wollte ich eigentlich Zahnarzt werden, später dann Grafiker und danach kam der Punk...da wollte ich erstmal gar nichts werden.
(Da hast du ja die richtige Mischung gefunden. Zahnarzt+Grafiker=Tätowierer. Ist ja logisch.)
Ich habe ja auch mehrere Sachen gemacht und ausprobiert, als ich noch nicht professionell tätowiert habe. Mich hat die ganze Materie schon interessiert, war aber erstmal nur so für Nebenbei. Dann kam aber der Punkt, dass ich erkannt habe, dass es das Einzige ist, was ich wirklich machen will und was mir Spaß macht. Alle anderen Sachen, habe ich immer wieder sein gelassen, nur das Tätowieren hat sich immer wie ein roter Faden durch mein Leben gezogen und durchgesetzt. Das passt einfach.
Was ist dein Stil bzw. welchen Stil bevorzugst du?
Generell bin ich für sehr viele Sachen offen. Wenn ich absolut freie Wahl habe, mache ich am liebsten durchgeknallte, bunte und abgefahrene Newschool-Sachen, Comics in jeder Form und möglichst verschoben. Andererseits freue ich mich auch darauf, Portraits und Black and Grey Stuff zu stechen. Was ich nicht so mag sind ganz simple, geometrische Tätowierungen, wo es nur ums ausmalen geht und bei denen ich mich wenig entfalten kann. Das wird aber auch relativ selten von mir verlangt.
(Genau in diesem Moment wird unser Gespräch von einem Kunden unterbrochen, welcher "den ganzen Arm...Comic...bunt...egal was" von Daschke zugehackt haben möchte. Da hat sich aber jemanden gefreut.)
Hast du Vorbilder bezüglich der Tätowiererei?
Es gibt sehr viele und gute Künstler. Ich würde aber nicht unbedingt sagen, dass mich einer davon direkt beeinflusst hat. Ich mag unter anderem Arbeiten von Dave Lum oder Marcus Pacheco.
Wie sieht es aus mit Vorbildern im künstlerischen Bereich?
Ich steh z.B. auf die Werke von Dali. Ich bin begeistert von seiner Kunst, allerdings war er als Mensch wohl kein Sympath. Na ja, die Sachen, die er gemalt hat, waren schon sehr geil, abstrakt und krank. Neben der Technik spielt ja auch die Idee eine große Rolle.
Ansonsten halte ich den Macher von Ren und Stimpy, John Kricfalusi, für einen genialer Kopf. Den haben sie aber leider entlassen, war wohl nix fürs kinderfreundliche Vorabendprogramm.
Ren und Stimpy habe ich mir auch tätowieren lassen, genauso wie die Biberbrüder und Rockos modernes Leben.
Was ich noch super finde ist fliegendes Fastfood. Jaaaa, ich mag fliegendes Fastfood, vor allem Grillhähnchen.
Wer also auf Grillhähnchen steht ist hier absolut an der richtigen Adresse!
(Es ist tatsächlich so, dass Herr Daschke Meister der Grillhähnchen ist, das beweisen die Zeichnungen, welche sein Studio schmücken.)