
Daniel Gun, Rapper aus Hannover, war anlässlich des Releases seines
bevorstehenden ersten Soloalbums "Rebellion der Großstadt" in Berlin und der
Tattoo Guide nutzte die Gelegenheit zu einem Gespräch. Anlass waren die
Gesichtstätowierungen des Künstlers. Nun sind in den letzten Jahren
Tätowierungen erheblich expressionistischer geworden, als sie es früher
waren, doch sind Gesichtstätowierungen - insbesondere wenn sie das komplette
Gesicht bedecken - ungewöhnlich.
Angenehmerweise konnten wir das Sidos Tattoo Studio "Ich und meine Katze"
für das Treffen nutzen und so unterhielten wir uns, während im Hintergrund,
ganz stilecht, irgendjemand schrecklich fluchte, während ihm die Finger
tätowiert wurden.
Daniel Gun hat, bevor er sich ganz der Musik zuwendete eine - formulieren
wir es mal vorsichtig - leicht gewalttätige Vergangenheit und verschrieb
sich schon mit 15 Jahren der Straight Edge Bewegung, d.h. keinen Alkohol,
keine Drogen. Zudem lebt er vegan.

Daniel hat sein erstes Tattoo, wie er meint, "spät" - d.h. mit 18 Jahren -
erhalten, es begann mit dem linken Arm, schnell kamen die Brust und der
andere Arm hinzu, gefolgt vom Hals und dann kam schon nach einem Jahr das
Gesicht dran, dass - bis auf die Nasenspitze - heute und anderthalb
Jahre später komplett gestochen ist. 40% seines Körpers sind noch für
weitere Arbeiten frei. Gestochen wurden seine Bilder bei Vale Tudo in
Burgdorf und Por Siempre aus Hannover.
Wie schon angedeutet war Daniels Vergangenheit recht bewegt, unberechenbar
nennt er sich selbst in dieser Phase. Und auch heute sind für ihn
gesellschaftliche Ketten zum Sprengen da, "unabhängig von Hautfarbe oder
Religion", der Blick hinter die Fassaden ist ihm wichtig.
Und wie sind die Reaktionen will ich wissen: Unterschiedlich, 80% gaffen
einfach und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen, die Restlichen
stellen Fragen nach dem Wie und nach dem Warum. Oder ob es sehr weh tut,
sich das Gesicht tätowieren zu lassen (für die, die ähnliche Ideen haben,
das ist, wie so oft, von Tagesform und Stelle abhängig).
Im Bekanntenkreis oder im Job ist man so gezeichnet erst die Attraktion,
aber die meisten sagen nach ein paar Tagen: "Hey Dannie, ich sehe deine
Tattoos gar nicht mehr." Richtig negative Reaktionen hat Rapper Gun noch nie
erlebt, außer das mal Mädchen am Bahnhof schreiend weg rannten, aber das
machen ja Mädchen generell gerne.
Und hat er seinen Schritt je bereut? Nein, gar nicht. Im Gegenteil, wenn er
raus geht und die Ignoranz der Menschen sieht, dann weiß er, dass er den
richtigen Weg für sich gegangen ist.
Sehen könnt Ihr Daniel Gun:
18.02.2012 Leipzig, 4rooms
02.03.2012 Magdeburg King Palace, Magdeburg (mit Massiv)
24.03.2012 Frankfurt a. M., Elferclub
21.04.2012 Prag, t.b.a.
12.05.2012 Schleiz, Woodys
19.05.2012 Wadern, t.b.a.
Sein Album, das politisch-gesellschaftlich angelegt ist und ohne den
üblichen Diss-Scheiß auskommt, ist mit 15 Tracks ab dem 03.02.2012
erhältlich.
CD und Video:
» zu Amazon
» zum Video
Daniel Gun im Web:
www.myspace.com/danielgunrap
www.facebook.com/danielgunoffiziell
www.ruffiction.de
www.twitter.com/danielgungfm
Interviewt von: Lead