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 Krimi-Ecke |
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Der Tod liest mit - Die Krimiecke im Tattoo Guide


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Es gibt keine Gnade. Auch beim Tattoo Guide wird jetzt gestorben. Nein, keine Angst, keiner unserer mehr oder weniger beliebten Redakteure ist gestorben. Noch nicht. Doch wer weiß ... Der Tod holt alle. Der macht auch vor Tätowierten nicht halt. Macht euch mal nichts vor. Da gibt es nichts. Deshalb öffnen wird dem Tod gleich die Tür! Denn: "Der Tod liest mit."
Im Tattoo Guide gibt es ab sofort eine Krimiecke, in der fleißig gemordet und umgebracht wird. Blut wird fließen.
In der Redaktion haben wir immer wieder lang und breit über Kriminalliteratur und Thriller diskutiert, gestritten und gegenseitig unsere Lieblingsautoren verglichen. Irgendwann ist der Groschen gefallen: Das geht möglicherweise nicht nur uns so, sondern auch anderen Tätowierten. Man sagt uns tätowierten Gestalten nicht umsonst eine gewisse Abenteuer- und Entdeckungslust nach. Tattoos sind eine Möglichkeit, das auszuleben, Spannende Literatur eine andere.
Früher war der Gärtner immer der Mörder. Oft auch der Tätowierte. Tattoos wurden lange Zeit der Lebenswelt von Gangstern, Gefängnisinsassen, Seefahrern, leichten Mädchen und Halunken zugerechnet. Klar, dass die Tattoos auch in der Krimiliteratur lange Zeit nicht vom Helden auf der Haut spazieren getragen wurden. Vielleicht hat sich das mittlerweile geändert. Lassen wir uns überraschen.
Zur Feier dieser neuen Reihe verlosen wir einige ausgewählte Krimis aus dem Diogenes Verlag.
Lasst das Morden beginnen! Aber Achtung: "Der Tod liest mit"!
Igor Eberhard
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Maigret und das Schattenspiel
Georges Simenon


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Sämtliche Maigret-Romane. Band 12
Diogenes Verlag
170 Seiten
Kommissar Maigret untersucht in diesem Kriminalroman den Mord an dem Unternehmer Couchet. Den Alle gemocht haben, der keine Feinde hatte und großzügig zu Allen war. Selbst den Kellnern, die ihn über den Tisch gezogen haben, gab er ein großzügiges Trinkgeld.
Und Maigret? Maigret mag ihn auch. Immer wieder rutscht ihm ein verblüfftes "Donnerwetter dieser Couchet!" heraus.
Couchet hat sich von Klein auf hochgearbeitet, hat es sich dann gut gehen lassen und hat jede Minute seines Lebens genoßen. Herzkrank war er, aber sein Herz blieb immer groß. Selbst gegenüber seiner geschiedenen Frau, die ihn wegen einer scheinbar besseren Partie verlassen hatte. Großzügig war er zu alle seinen Frauen, auch wenn die Eine ihn schließlich ermorden sollte. Großmut auf der einen, Gier und Wahn auf der anderen Seite treiben diesen tieftraurigen Roman voran. Maigret ermittel auf dem noblen Place des Vosges hinter der Fassade eines angesehenen Hauses. Wahn und Gier führen zu einem weiteren Toten. Die Lösung des Falles liegt in der Kaltherzigkeit der Einen und der Kaltherzigkeit der Anderen. Einer der stärksten Maigrets.
Igor Eberhard
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Maigret und der gelbe Hund
Georges Simenon


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Sämtliche Maigret-Romane. Band 6
Diogenes Verlag
174 Seiten
Eine verschlafene Kleinstadt, vier Freunde beim Kartenspiel, ein Hund mit schmutzig gelbem Fell, der als böses Ohmen aus dem Nichts auftaucht, immer bevor ein Mordanschlag an einem der Kartenspieler verübt wird. Das ist das Anfangsszenario dieses Krimis.
Maigret führt die Ermittlungen in seiner gewohnten Art, indem er vorwiegend anwesend ist. In diesem Buch kommt jedoch noch ein Aspekt hinzu: Maigret ist hier nicht nur der einfühlende Beobachter, der die Wahrheit aufdeckt und sie sein lässt wie sie ist, sondern er ergreift Partei und stellt ausgleichende Gerechtigkeit her.
Darüber hinaus versteht es Simenon wieder eine beklemmende prickelnde Atmosphäre zu erzeugen, die den Leser wie ein Sog in die Geschichte hinein zieht. Ein Buch das man nicht aus der Hand geben will, bis es ausgelesen ist und immer wieder zur Hand nehmen kann, ohne dass es langweilig wird.
Michaela Eberhard
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Maigret und der faule Dieb
Georges Simenon


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Sämtliche Maigret-Romane. Band 57
Diogenes Verlag
181 Seiten
Simenon schreibt keine Kriminalromane. Er beschreibt Menschen, die aus irgendeinem Moment heraus, aus ihrem Alltag, ihren Gewohnheiten und ihrem normalen Alltag herausfallen. Es sind Menschen wie du und ich. Verständlich und nachvollziehbar in ihrem Verhalten sind diese Täter, die manchmal selbst zum Opfer geworden sind.
Maigret ermittelt. Er entdeckt und erforscht ihm fremde Lebenswelten, Schichten und Orte. Er wird gleichsam für eine begrenzte Zeit Teil seiner neuen Umgebung; lebt in ihr und kommt ihr oft so nahe, wie Täter und Opfer selbst.
In diesem Band "Maigret und der faule Dieb" versucht der Kommissar wenige Jahre vor seiner Pensionierung, die Ermordung eines Diebes der alten Schule aufzuklären. Honoré Cuendet ist dem Kommissar ans Herz gewachsen. Fast sieht er ihn als Freund, auch wenn er ein Verbrecher war. Er war ein Meister seines Faches und ist nur in Wohnungen eingebrochen, wenn die Besitzer Zuhause waren.
Die alten Zeiten sind vorbei. Diebe werden ermordet und Kommissare zu bloßen Handlangern der Staatsanwaltschaft und der Bürokratie degradiert. Maigret ist grantig und trauert der Vergangenheit hinterher. "Und was sollte jetzt, wo es fast nur noch um Papier- und Formularkram ging, aus all denen werden, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt hatten – die zuerst auf öffentlichen Straßen im Einsatz waren, dann in Kaufhäusern und Bahnhöfen? [...] Heutzutage brauchte man Diplome; für jeden Karriereabschnitt ein weiteres Examen ...", so der Kommissar zu seinem alten Freund Dr. Pardon. Bei diesem Fall kämpft der Ermittler nicht nur gegen die Mörder, sondern auch gegen die tausendköpfige Bürokratie selbst.
Ein fast aussichtsloser Fall. Bei dem die verlorene Gerechtigkeit und der ermordete Verbrecher, die wahren Helden sind – gemeinsam mit der guten alten Zeit. Ein melancholischer, leichter Roman, fast ohne zu lamentieren.
Für Maigret bedeutet das: "In Wirklichkeit besteht aber unsere Hauptaufgabe darin, zu erst einmal den Staat und die amtierende Regierung sowie die Institutionen zu schützen, außerdem das Kapital, das öffentliche und private Eigentum, und dann ganz zum Schluss erst das Leben jedes einzelnen Bürgers ..." Was als Möglichkeit bleibt, ist die Regeln zu umgehen oder zu brechen. Für die Bürger – und nicht für Staat oder das Kapital. Das ist heute so aktuell wie 1961, als "Maigret und der faule Dieb" von Georges Simenon verfasst wurde.
"Maigret und der faule Dieb" ist der 57te Band, der neu aufgelegten Maigret-Reihe im Diogenes Verlag. Die Reihe wurde in 75 Bänden überarbeitet und neu veröffentlicht. Passend zum 80ten "Geburtstag" von Kommissar Maigret hat der Diogenes Verlag diese liebevolle Edition herausgebracht. Die Zeiten werden nicht nur schlechter. Maigret irrt sich. Diese Reihe wenigstens ist ein Lichtblick.
Igor Eberhard
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Vita Nuova. Guarnaccias vierzehnter Fall.
Magdalena Nabb


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Hardcover
Diogenes Verlag
322 Seiten
Was Donna Leon für Venedig, das ist Magdalena Nabb für Florenz. Beide verstehen es, durch spannende, gut aufgebaute Kriminalliteratur gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen. Ähnlich wie Commissario Brunetti untersucht Maresciallo Guarnaccia in einer italienischen Stadt Verbrechen. Im Italien Berlusconis und der Mafia schlagen sich die sympathischen Ermittler mit zweilichten Gestalten herum und versuchen mit viel Anteilnahme Gerechtigkeit herzustellen.
In Guarnaccias vierzehntem Fall "Vita Nuova" muss der Maresciallo den Mord an der Tochter des Personalvermittlers Signor Paoletti aufklären. Die älteste Tochter Daniela wurde brutal ermordet. Zuerst deutet alles auf Raubmord hin. Immer wieder will zumindest Paoletti es so darstellen. Bald wird klar, dass das nicht stimmen kann. Vor allem die finstere Vergangenheit des ehemaligen Zuhälters wirft Fragen auf. Nach und nach stellt sich heraus, dass Paoletti weit mehr zu verbergen hat. Die Personalvermittlung ist spezialisiert auf billige Arbeitskräfte aus Mittel- und Osteuropa - und junge, hübsche Frauen. Wenn auch nicht offiziell ...
Es wird einer der gefährlichsten Fälle für Maresciallo Guarnaccia. Zum Schutz seiner Familie muss er sogar seine Kündigung einreichen.
Magdalen Nabb bietet wie gewohnt, routinierte Spannung mit einem Ermittler, der sich die Herzen der Leser öffnet. "Vita Nuova" ist nicht nur Unterhaltung, sondern gesellschaftlicher Spiegel. Wenn man den Roman so lesen will.
Italophile lieben ihre Kriminalromane. Einige Tätowierte kommen sicher auch auf ihre Kosten.
Igor Eberhard
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