Warum hast Du Dich entschlossen, bei der Ausstellung "Childhood Heroes" mitzumachen? Was gefällt Dir an dem Konzept?
Sara Rosenbaum hat mich recht früh gefragt, ob ich mitmachen würde. Sie kennt meine Arbeiten und meine Liebe zu Kindergeschichten und -büchern. Hätte ich gewußt, wie groß das Ganze wird, hätte ich ein ganz anderes Bild gemacht. Zumindest hätte ich mich wohl noch mehr angestrengt. Ich habe schon Bilder gesehen, die dabei sind und traue mich kaum noch, meines abzugeben. Ich mag an der Idee, daß so viele Künstler mitmachen, die Zeit und Liebe investieren, um zu helfen.
Und ich glaube, daß sich auch untereinander neue Freundschaften entwickeln können. Das ist doch prima, nicht?
Wie lange tätowierst Du schon?
Ich habe 1998 in einem Studio in Essen angefangen, dann lange Pause gemacht und nun bin ich seit 2007 wieder dabei und arbeite hauptsächlich bei den Jungs von New-Hope-Tattoo in Bochum (Thomas und Salle).
Wie hast Du begonnen zu tätowieren?
Meine erste Tätowierung habe ich mit 3 Nadeln, einem Bindfaden und Tusche gemacht: Eintauchen und Zupfen, Eintauchen und Zupfen. Dann baute ich eine Tattooapparatur aus einem alten Rasierer und irgendwann saß ich in einem Studio und machte kleine Rosen und Falter. Mit einer echten Micky Sharpz und Handschuhen.
Welcher Künstler innerhalb oder außerhalb der Tattooszene hatte Dich beeinflußt? Wie?
Jim Philipps/Chris Sanders , um die Wichtigsten zu nennen. Jim´s Motive haben mich überhaupt erst zum Zeichnen gebracht und begleiten mich bis heute. Die Arbeiten von Chris Sanders sind unglaublich im Charakterdesign. Leider bekomme ich nur selten Arbeiten von ihm zu sehen. Meine Inspirationen hole ich mir nur selten aus der Tattooszene sondern eher aus der Kinderbuch oder Skate- /Surf Art Szene der 80´er/90´er!
Was ist Dein Lieblings- bzw. einer der Lieblingstattoos, das Du gemacht hast?
Ein surfendes Eichhörnchen mit Blumenkette, welches ich einem Freund gemacht habe, läßt mich innerlich jubeln. Leider fehlt noch die Welle.
Aber mein Vorzeigearm ist bei einer Dame namens "Imi" gelandet; auch ein Eichhörnchen, aber auch ein gestreiftes Monster mit einem Kauz auf dem Finger, einem kleinen Holzhaus, einer Rakete, einem Luftballon mit Liebesbrief und einem Schwarm Wildgänse (von denen eine weiss ist und Martin heißt).
Wie bist Du zu Deiner jetztigen Arbeitssituation gekommen?
Das war lustig! Ich wohnte in der Schweiz (bei einer Freundin) in einem Minidorf im Tessin. Dort zeichnete ich, meditierte und war zufrieden. Dann bekam ich eine email von einem Typen namens Salle aus Bochum. Er fragte, ob ich ihn im Laden vertreten würde, weil er gern mit seiner Lady nach Neuseeland wolle.
Langer Rede, kurzer Sinn: Ich arbeite seit drei Jahren im New-Hope und wohne da, wo ich als Kind aufgewachsen bin. Salle war nie in Neuseeland!!
Interview: Iris Bitter
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