Was war Die seltsamste Tattoo-Erlebnis?
Ehrlich gesagt, habe ich bis jetzt keine Extremerleb- nisse im Zusammenhang mit Tätowieren gehabt. Vielleicht auch deswegen, weil ich bereits so viel gesehen habe, so dass mich kaum etwas mehr wundert. Obwohl, das ist mir schon im Gedächtnis stecken geblieben, wie einige Herren voll gepumpt mit Steroiden zu mir kamen, sich wie weiß wer was aufspulten und gerade nach fünf Minuten unter der Nadel wie fünfjährige Mädchen ohnmächtig wurden, ja, das ist vielleicht dann auch alles.
Was magst Du nicht?
Ich mag nicht, wenn Kunden zu mir kommen und erzählen, sie hätten meine Arbeiten gesehen und sie hätten ihnen gefallen, aber dann wollen von mir Tribals, bla, bla, bla... Ich mag auch keine Kunden, bei denen man keinen einzigen Strich machen kann, weil sie in Panik geraten, mehr als das ganze Prozedere wert ist. Ich mag Ruhe und mir gefällt überhaupt nicht die kranke Rivalität unter den Tätowierern, wo jeder um jeden Preis dem anderen zeigen möchte, dass er besser ist als der andere. Leider, es war schon immer so in Polen, dass wenn einer sich Auto kaufte, neidete ihm es der andere. Ich weiß nicht, vielleicht ist es eine gute Eigenschaft, denn wir haben viele ambitionierte Tätowierer, die schnell Dank solch einer Rivalität zu sehr guten Tätowierern werden, aber mir persönlich gefällt das nicht.
Wie siehst Du die Entwicklungen in der Vergangenheit?
Wenn ich zurückblicke und Arbeite vor zehn Jahren mit denen vergleiche, die heute gemacht werden, denke ich es sind Hemisphären dazwischen. Es ist kaum zu glauben, dass innerhalb weniger Jahren begannen solch schöne Arbeiten zu entstehen und ich denke, dass in den nächsten zehn Jahren wir imstande sein werden, solche Arbeiten zu machen, dass es einem nur schwindlig wird.
Was bringt Deiner Meinung nach die Zukunft?
Wie ich bereits erwähnte, ich glaube, dass Zukunft noch bessere Tätowierungen und noch besseren Tätowierer bringen wird. Wer weiß, vielleicht werden sich auch Geldgeber finden, die die Tattooconventions sponsern werden. Die Massenmedien fangen an, sich zunehmend dafür zu interessieren und auch die Tätowierer selbst werden von einer breiteren Gesellschaft geschätzt und nicht allein von der Halbwelt, so wie es die Tattoowelt heute ist. Eine Halbwelt, von der nur diejenigen wissen, die sich dafür interessieren und der Rest gefragt wer z.B. Robert Hernandez ist, macht nur große Augen vor Verwunderung und grübelt, ob sie jemand überhaupt was gefragt hat oder nicht.