
Nachdem wir dann erstmal 6 € für den einzig verfügbaren Parkplatz abgedrückt hatten, kamen wir mit unseren elektronischen Tickets an den Eingang – die elektronischen Tickets hatten im Vorjahr hervorragend geklappt – und wurden nicht eingelassen, da die Tickets nicht funktionierten.
Andere Pressejunx hatten das gleiche Problem, nur schien das niemanden auch nur im Entferntesten zu motivieren, den Missstand zu beheben. Und da Nico, der Veranstalter, nicht aufzutreiben war, mussten wir den Eintritt bezahlen.
In der Halle die nächste Überraschung: wo waren denn die Besucher? Gut einige waren schon da, aber am Samstag hätte ich eher eine volle Halle erwartet. Und da die Bühne meistens leer und auch einige Stände unbesetzt waren, machte die ganze Sache einen etwas traurigen Eindruck.
Überhaupt schienen die einzigen, die richtig zu tun hatten, die Künstler zu sein, die traditionelle Handtätowierungen anboten. Die Bühne in einer Ecke der Halle war verwaist und die Gastromöglichkeiten gingen gar nicht.
Und obwohl wir 700 km Anfahrt hinter uns hatten, waren wir nicht darauf erpicht am nächsten Tag noch mal zu kommen.
Möglichweise waren unsere Erwartungen nach der hervorragenden Convention von 2007 etwas zu hoch geschraubt. Aber der Veranstalter täte gut daran, die Tattooconvention im nächsten Jahr wieder an einem zentraleren Ort zu organisieren.
Irgendwie passte auch die Temperaturentwicklung zur ganzen Reise: bei der abfahrt in Berlin hatte ich schon um 11 Uhr morgens 33 Grad, in Amsterdam in der Nacht 11 Grad. Ich merke es mir. Beim nächsten Mal packe ich einen Pullover ein.
Text: Lead